Rat beschließt Verkauf städtischer Grundstücke an Investoren
„Weiterer Meilenstein für das Drio“

Gronau -

Die Entscheidung des Stadtrates ist gefallen, als nächster Schritt steht jetzt die Beurkundung des Kaufvertrags an: Die Stadt verkauft – wie kurz berichtet – das Areal des ehemaligen Hertie-Hauses und umliegende Flächen an die Drio-Investoren Hoff und Partner und List Develop Commercial. Stellvertretender Bürgermeister Rainer Doetkotte sprach am Mittwochabend bei der Bekanntgabe der – nichtöffentlich getroffenen – Entscheidung von einer „historischen Ratssitzung“. Ingo Hoff, Geschäftsführer Hoff und Partner, brachte am Donnerstag in einer gemeinsam mit der Stadt verfassten Pressemitteilung seine Freude über den Ratsbeschluss zum Ausdruck: „Die Zustimmung zum Kaufvertrag ist ein weiterer Meilenstein für das Drio“, so Hoff.

Donnerstag, 19.07.2018, 19:22 Uhr

Von der Drohne aus ist die Größe des Hertie-Areals gut zu erkennen.
Von der Drohne aus ist die Größe des Hertie-Areals gut zu erkennen. Foto: : UP Aerial Imaging für Hoff und Partner

„Die Verhandlungen mit potenziellen Mietern laufen unverändert auf Hochtouren, sodass wir das Konzept für das Drio in den kommenden Monaten weiter konkretisieren können“, so die Investoren über das weitere Vorgehen.

Mit dem Ratsbeschluss ist die letzte Verhandlungsrunde über den Kaufvertrag abgeschlossen: Die Investoren seien sich mit Rat und Verwaltung der Stadt in allen Punkten einig geworden. „Wie im Ältestenrat vereinbart, lag der finale Kaufvertrag für die Sitzung des Stadtrates zur Abstimmung vor“, erklärt Michael Garstka, Geschäftsführer von List Develop Commercial. Von einem Meilenstein der Stadtentwicklung spricht auch die Stadt Gronau. „Von der modernen Quartiersentwicklung in der Innenstadt werden die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig profitieren“, so Stadtbaurat Frank Vetter .

Die jetzt zum Verkauf stehende Fläche umfasst ein Areal von rund 5600 Quadratmetern. Die Flächen verteilen sich auf rund 3600 Quadratmeter für das Gebäude Drio 1, 700 Quadratmeter für Drio 2 und 1250 Quadratmeter für Drio 3. Zum Kaufpreis machten Stadt und Investoren in ihrer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag keine Angaben. Auch auf Nachfrage wurden keine Zahlen genannt. Nach Informationen unserer Zeitung liegt der Preis bei rund 2,97 Millionen Euro – und damit in der Größenordnung, die die Stadt vor einigen Jahren für das ehemalige Hertie-Gebäude bezahlt hat.

Der „zeitnahen“ (O-Ton Stadtverwaltung) Beurkundung des Kaufvertrages steht nun nichts mehr im Wege; zuvor wird der Kaufvertrag notariell überarbeitet. „Die mehrmonatigen Verhandlungen haben ein hohes Maß an Sorgfalt und Genauigkeit besonders bezüglich der juristischen Formulierungen erfordert. Ein langer, aber notwendiger Prozess wurde erfolgreich abgeschlossen“, erklären beide Vertragspartner.

Noch für Ende 2018 ist der Abschluss des gegenwärtig laufenden Bebauungsplanverfahrens vorgesehen. Bestandteil ist unter anderem ein städtebaulicher Vertrag, in dem zwischen Stadt und Investoren im Detail geregelt wird, wer für welche Teilmaßnahmen (von der Baustelleneinrichtung bis zum Parkhausbau) die Verantwortung und die Finanzierung übernimmt. Im Jahr 2019, so die Auskunft der Stadtverwaltung könnte demnach Baubeginn für das Drio-Projekt sein.

Die Arbeiten für den Abbruch der ehemaligen Hertie-Immobilie sind inzwischen – wie berichtet – angelaufen. Die Ingenieursgesellschaft Dr. Schleicher & Partner begleitet diese Arbeiten. „Die Entkernung ist fast abgeschlossen. Voraussichtlich ab Ende nächster Woche fallen die ersten Wände“, heißt es dazu in der Mitteilung von Stadt und Investoren.

Die Freude der Politiker über den jetzt erreichten „Meilenstein der Stadtentwicklung“ bekamen die Bürger am Mittwochabend übrigens nur mittelbar mit. Durch die geschlossene Tür des Ratssaales drang gegen 19.15 Uhr ein gedämpftes Geräusch: Die Ratsmitglieder beendeten mit einem Klopf-Konzert auf den Tischen offenbar ihre nichtöffentliche Beratung über den Verkauf des ehemaligen Hertie-Areals und angrenzender Flächen an die Investoren Hoff und Partner und List Develop Commercial. Knapp 40 Minuten hat der Rat zuvor über den millionenschweren Deal diskutiert – die meiste Zeit davon ging es nach Angaben von Insidern aber nicht um Vertragsinhalte, sondern um das Prozedere, ob und wie der Beschluss an die Öffentlichkeit gelangen soll. Die Entscheidung fiel am Ende für eine Sitzungsunterbrechung, in der Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Doetkotte und Stadtbaurat Frank Vetter mit einer knappen Erklärung die Entscheidung auf dem Rathaus-Flur kundtaten.

Ihr Publikum ist überschaubar: Nur eine Hoff-Mitarbeiterin und ein WN-Redakteur haben nach dem öffentlichen Teil der Ratssitzung ausgeharrt, um die Entscheidung aus erster Hand zu erfahren. Einen Fototermin mit den Investoren gibt es an diesem Abend nicht. Die sind gar nicht gekommen, nachdem in der Verwaltung unklar war, ob und wie der so wichtige Ratsbeschluss am Abend der Entscheidung kommuniziert werden sollte . . .

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