Verfahren in Eigenverwaltung - aber:
Nellen & Quack und TGL stellen Insolvenzantrag

Gronau -

Die Nellen & Quack GmbH und die zur selben Firmengruppe zugehörige TGL Transport Logistik GmbH haben am 12. bzw. 13. Juli Insolvenzanträge gestellt. Das bestätigte das Unternehmen jetzt auf Anfrage der WN-Redaktion.

Samstag, 04.08.2018, 06:00 Uhr

Die Nellen & Quack GmbH und die zur selben Firmengruppe zugehörige TGL Transport Logistik GmbH haben am 12. bzw. 13. Juli Insolvenzanträge gestellt. Das bestätigte das Unternehmen jetzt auf Anfrage der WN-Redaktion. Betroffen sind rund 70 Mitarbeiter von Nellen & Quack an den Logistikstandorten Gronau und Ochtrup sowie weitere 85 Mitarbeiter von TGL Transport Logistik am Standort Schüttorf.

„Aufgrund der sehr guten Sanierungschancen haben die zuständigen Insolvenzgerichte für beide Unternehmen vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet. Das bedeutet, dass beide Firmen unverändert vom bisherigen Geschäftsführer Uwe Brehm geleitet und durch einen vom Gericht bestellten Sachwalter (Rechtsanwalt Stephan Michels) kontrolliert werden“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Unternehmens.

Zur Verstärkung des Managements sei zudem der Münchener Sanierungsexperte Rechtsanwalt Frank Jaeger engagiert worden. Unverändert seien auch Axel Wienandts und Gaby Verbeek Gesellschafter der Firmengruppe.

Wie das Unternehmen betont, hätten „mehrere unvorhersehbare Ereignisse die Liquidität der betroffenen Unternehmen zunehmend eingeschränkt“. Zu den Hauptursachen dafür zählten demnach die Insolvenz eines Geschäftspartners, mit dem Nellen & Quack 2015 für 3,5 Millionen Euro in Schüttorf eine Stückgutumschlag-Anlage errichtet hatte.

Nach dem Ausfall des Partners habe Nellen & Quack als alleiniger Gesellschafter sämtliche Kosten der Investitionen in das operative Geschäft tragen müssen. Die positiven Wirkungen der sofort danach eingeleiteten Sicherungsmaßnahmen seien teilweise zu spät eingetreten, heißt es weiter.

„In der vorläufigen Insolvenz mit Eigenverwaltung haben wir die Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und die bereits eingeleitete Sanierung zu einem guten Ende zu bringen“, betont Geschäftsführer Uwe Brehm. Und: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihre Löhne und Gehälter pünktlich erhalten und stehen loyal zu ihren Arbeitgebern.“ In einem Schreiben an die Gläubiger, das den WN vorliegt, formuliert Brehm es drastischer: „. . .und auch deswegen sichergestellt ist, dass sich alle Mitarbeiter – vom Lagerhelfer bis zum Geschäftsführer – im Sinne unserer Kunden und Lieferanten in der vor uns liegenden Zeit nicht nur ein Bein ausreißen werden!“

Auch im Hinblick auf die Gläubiger würden, so das Unternehmen, sämtliche nach den Insolvenzstichtagen eingegangenen Verpflichtungen „pünktlich und in vollem Umfang erfüllt“. Forderungen, die vor dem 12. bzw. 13. Juli entstanden sind, können nach Eröffnung der eigentlichen Insolvenzverfahren angemeldet werden. Zahlungen für Forderungen zu leisten, die vor dem 12. Juli entstanden seien „ist uns aufgrund zwingenden Rechts verboten“, heißt es im Schreiben an die Gläubiger. Andernfalls würde sich der Geschäftsführer nicht nur strafbar machen, sondern auch die Eigenverwaltung im laufenden Verfahren würde aufgehoben.

Wichtige Dienstleister und Lieferanten haben nach Angaben der Firmenleitung ihre weitere Zusammenarbeit bereits zugesichert. Vor diesem Hintergrund laufe der Geschäftsbetrieb voll weiter und die vorläufigen Insolvenzverfahren hätten keinen negativen Einfluss auf die bestehenden Kundenbeziehungen.

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung böten den Gläubigern in der Regel bessere Chancen zu einer Unternehmenssanierung und damit für zukünftiges Geschäft. Das ebenfalls zur Firmengruppe zugehörige Transportunternehmen Plietker Transportlogistik sei von dem Verfahren nicht betroffen, so das Unternehmen weiter.

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