„Morgensonne“ leistet frühe Hilfen für Familien
Davon haben alle was

Gronau -

Die „Morgensonne“ hat sich in Gronau fest etabliert. Seit zwölf Jahren schon bietet der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF, Dekanat Ahaus-Vreden) das Projekt im Auftrag der Stadt an. Als dritter Projektpartner ist seit zehn Jahren das St.-Antonius-Hospital mit im Boot. An dieser Konstellation wird sich wohl auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Denn: Alle Beteiligten sind gut zufrieden mit der Zusammenarbeit.

Montag, 13.08.2018, 06:00 Uhr

Der Austausch führte die Teilnehmer auch in den Kreißsaal: (v.l.) von der Stadt: Sandra Cichon (Erste Beigeordnete), Rainer Hülskötter (Fachbereichsleiter im Jugendamt), Doris Ströing (Jugendamtsleiterin); vom SkF: Judith Tasche (Familienhebamme), Martin Mehring (Geschäftsführer) und Claudia Mersmann (Fachbereichsleiterin Frühe Hilfen); vom St.-Antonius-Hospital: Hebamme Ruth Hendriks, Dr. Wilhelm Steinmann ( Ärztlicher Leiter der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe) und Kinderkrankenschwester Claudia Andres.
Der Austausch führte die Teilnehmer auch in den Kreißsaal: (v.l.) von der Stadt: Sandra Cichon (Erste Beigeordnete), Rainer Hülskötter (Fachbereichsleiter im Jugendamt), Doris Ströing (Jugendamtsleiterin); vom SkF: Judith Tasche (Familienhebamme), Martin Mehring (Geschäftsführer) und Claudia Mersmann (Fachbereichsleiterin Frühe Hilfen); vom St.-Antonius-Hospital: Hebamme Ruth Hendriks, Dr. Wilhelm Steinmann ( Ärztlicher Leiter der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe) und Kinderkrankenschwester Claudia Andres. Foto: Frank Zimmermann

Die Mitarbeiterinnen der „Morgensonne“ beraten werdende und frisch gebackene Eltern – wenn diese das möchten. Sie vermitteln Informationen und bei Bedarf auch Unterstützung. Dabei haben sie ein breites Spektrum von möglichen Problemen im Blick: von der Gesundheit von Mutter und Kind über Geldsorgen bis hin zu Beziehungsproblemen und Fragen rund um die Versorgung des Säuglings und/oder der Geschwisterkinder.

Die „Morgensonne“ ist dabei ein Bindeglied zwischen den Familien und anderen Einrichtungen, unter anderem dem Hospital und dem Jugendamt.

Am Donnerstag kamen Vertreter der drei Institutionen zusammen, um sich über die Zusammenarbeit auszutauschen. Einhelliges Fazit: Es läuft gut und nützt allen. Beim SkF seit den Anfängen dabei und inzwischen Fachbereichsleiterin für Frühe Hilfen ist Claudia Mersmann. Zum Gronauer Team gehören aktuell Judith Tasche (Familienhebamme), Jutta Nyssen (Familienkinderkrankenschwester) und Silke Uelsmann (Diplom-Pädagogin). Kontinuierlich konnten die Frauen ein Netzwerk knüpfen und ihr Angebot in der Stadt bekannt machen.

Eine Besonderheit bei ihrer Arbeit: Obwohl das Projekt von der Stadt finanziert wird, bleiben ihre Klienten gegenüber den Ämtern anonym. „Darum beneiden uns viele Kolleginnen“, hat Judith Tasche unlängst bei einer internationalen Fortbildung erfahren. „Und wir kommen auch zu einem guten Zeitpunkt in die Familien, wenn das Kind schon geboren, aber noch nichts passiert ist“, sagt Tasche.

Das ist ein Aspekt, der auch für das Jugendamt wichtig ist. Einerseits sind viele Menschen einem freien Träger der Jugendhilfe gegenüber unbefangener als gegenüber dem Jugendamt. Andererseits kann die vorbeugende Hilfe der „Morgensonne“ auch dazu beitragen, dass das Amt gar nicht erst tätig werden muss. Und wenn es in der Familie doch zu einer Kindeswohlgefährdung kommen sollte, informieren die Frauen von der „Morgensonne“ die Kollegen vom Jugendamt – immer mit dem Wissen ihrer Klienten. Denn „Transparenz ist bei unserer Arbeit ganz wichtig“, betont Claudia Mersmann.

Auch im Krankenhaus übernehmen die Frauen von der „Morgensonne“ wichtige Aufgaben: Sie sind Ansprechpartnerinnen für das Personal und bieten auch Fortbildungen zu Themen aus dem Jugendhilfebereich an. Und sie übernehmen gegebenenfalls die Betreuung einer jungen Mutter, wo das Krankenhaus spätestens mit der Entlassung der Frau aus dem Geschäft ist. „Diese niederschwelligen Angebote werden sehr gut angenommen“, hat Dr. Wilhelm Steinmann, Chefarzt der Geburtshilfe des St.-Antonius-Hospitals, festgestellt.

Damit die Frauen von der „Morgensonne“ aktiv werden können, sind sie darauf angewiesen, dass sie mit Familien in Kontakt kommen, die ihre Hilfe brauchen könnten. Natürlich können sich diese selbst bei der „Morgensonne“ melden. Oft werden die SkF-Mitarbeiterinnen aber auch von anderen Helfern – zum Beispiel Ärzten, Jugendamtsmitarbeitern oder Flüchtlingshelfern – auf Familien hingewiesen. In den zehn Jahren der Zusammenarbeit mit dem St.-Antonius-Hospital haben die Frauen 381 Fälle betreut. Auf 91 davon wurden sie durch Krankenhausmitarbeiter aufmerksam gemacht.  

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