Nach Funden bei Urenco
Staatsanwälte ermitteln wegen Waffenrecht-Verstößen

Gronau -

Wie hat der 52-jährige Nordhorner die Waffenteile an den Sicherheitskontrollen vorbei in die Urananreicherungsanlage schmuggeln können? Diese Frage bleibt vorerst wohl unbeantwortet. Wenigstens für die Öffentlichkeit.

Dienstag, 21.08.2018, 20:51 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2018, 18:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.08.2018, 20:51 Uhr
Das Urenco-Areal in Gronau aus der Vogelperspektive.
Das Urenco-Areal in Gronau aus der Vogelperspektive. Foto: Kreis Borken/Geobasis NRW

Die polizeilichen Ermittlungen werden sich mit ziemlicher Sicherheit noch einige Wochen hinziehen. Das sagte der Pressedezernent der Staatsanwaltschaft Münster, Stefan Lechtape, auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten. Und solange diese Ermittlungen noch laufen, will das für die Atomaufsicht zuständige nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft und Energie in Düsseldorf keine Stellungnahme abgeben.

Dabei ist die Atomaufsicht die einzige Behörde, die sich zu den Konsequenzen für das Sicherheitskonzept der Urananreicherungsanlage äußern darf. Polizei und Staatsanwaltschaft – sowohl in NRW als auch in Niedersachsen – beschränken sich bei ihren Ermittlungen nämlich auf die Verstöße gegen das Waffenrecht. Der Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft, Dr. Alexander Retemeyer, sagte, dass seine Behörde sich nur mit den Waffenfunden in Nordhorn befassen wird.

Ermittlungsergebnisse stehen aus

Auch in Gronau laufen die Ermittlungen. Da jedoch der Großteil der Waffen in Nordhorn gefunden wurde, schließt Staatsanwalt Stefan Lechtape nicht aus, dass das Verfahren zu einem späteren Zeitpunkt gebündelt und in Osnabrück weiter verfolgt wird.

Auch das Unternehmen Urenco als Betreiberin der Anlage will die Ermittlungsergebnisse abwarten, bevor sie sich – wenn überhaupt – zu dem Thema Sicherheit äußert.

Informationen der WN zufolge hatte der Nordhorner die Waffenteile an seinem für alle zugänglichen Arbeitsplatz liegen, neben den Werkzeugen, die er täglich nutzte. Mitarbeiter der Nachtschicht wollten sich Werkzeug ausleihen. Dabei waren die Waffenteile zufällig aufgefallen. Die Kollegen seiner Abteilung sollen Kenntnis vom Treiben des Waffennarren gehabt, sich aber nicht daran gestört haben.

Zu den „nicht-autorisierten kleinen Teilen“ (so Dr. Burkhard Kleibömer, Leiter der Urananreicherungsanlage in seiner Stellungnahme), die gefunden wurden, gehörten offenbar Patronen und Patronenhülsen. Der Mitarbeiter soll Zugang zu den sensibelsten Teilen der Anlage gehabt haben.

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