Aus nach 22 Jahren
Vorhang für Circusfestival gefallen

Enschede -

Internationale Stars der Manege gaben sich mehr als 20 Jahre lang beim „Internationalen Circusfestival Enschede“ in der Manege die Ehre. Jetzt ist der Vorhang gefallen: Eine 23. Auflage des Festivals wird es nicht geben.

Sonntag, 26.08.2018, 17:32 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 25.08.2018, 08:53 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 26.08.2018, 17:32 Uhr
Internationale Stars der Manege gaben sich mehr als 20 Jahre beim Circusfestival in Enschede ein Stelldichein. Jetzt ist der Vorhang gefallen – eine 23. Auflage wird es nicht geben.
Internationale Stars der Manege gaben sich mehr als 20 Jahre beim Circusfestival in Enschede ein Stelldichein. Jetzt ist der Vorhang gefallen – eine 23. Auflage wird es nicht geben. Foto: Hartmut Springer/blende-64.de.

Internationale Stars der Manege gaben sich mehr als 20 Jahre lang beim „Internationalen Circusfestival Enschede“ in der Manege die Ehre. Jetzt ist der Vorhang gefallen: Eine 23. Auflage des Festivals wird es nicht geben. Diese Entscheidung hat in dieser Woche die skandinavische Zirkus-Direktion getroffen. Als Gründe werden die hohen Kosten und zugleich rückläufige Zuschauerzahlen genannt.

„Es gelingt uns nicht, in Enschede ein Circusfestival zu etablieren, das all unseren eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht“, zitiert die Enscheder Zeitung TC Tubantia Lasse Norager aus Dänemark, der zusammen mit seinem Geschäftspartner Kalle Jerström aus Finnland im vergangenen Jahr das mehrtägige Festival in Enschede organisierte.

Bram van der Weide aus Wierden hob vor mehr als zwei Jahrzehnten das Circusfestival aus der Taufe und schuf damit ein Event in der Weihnachtszeit, bei dem das Publikum internationale Artisten von Weltruf sehen konnten, die unter anderem auch bei Circusfestivals in Monaco oder Paris in die Manege traten. Eine Fachjury entschied jeweils am Ende darüber, welche Artisten mit dem bronzenen, silbernen oder goldenen Artisten ausgezeichnet wurden. Auch die Zuschauer wurden in die Bewertung der gezeigten Leistungen eingebunden – sie entschieden über die Vergabe des Publikumspreises.

In den ersten Jahren fand das Festival in einem Zeltkomplex am Boulevard 1945 in Enschede statt. Dann folgte der Umzug – immer noch mit Zelt – in den Enscheder Volkspark, ehe Bram van der Weide und die Artisten schließlich in der Veranstaltungshalle „Go Planet“ am Twente-Stadion ein neues Zuhause fanden. Van der Weide gelang es, in der dortigen Halle trotzdem eine Zirkus-Atmosphäre zu schaffen, die den Zuschauern das Gefühl vermittelte, immer noch in einem Zirkuszelt rund um die Manege zu sitzen. In den Spitzenjahren zog das Programm in mehr als zwei Dutzend Vorstellungen rund 25 000 Zuschauer, darunter auch viele deutsche Gäste – an.

Weltweit anerkannte Stars, wie etwa Clown Oleg Popov, das Motorrad-Stuntshow-Team „Diorio‘s“ aus Brasilien oder der Hochseil-Artist Werner Guerrero aus Kolumbien zeigten dabei in Enschede ihr Können und bescherten dem Festival in Zirkuskreisen eine gute Reputation. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sprangen dann Sponsoren ab, Zuschauer blieben aus. Bram van der Weide verkaufte daraufhin 2016 das Festival an den Belgier Emmanuel Horwood. 2017 folgten Norager und Jernström, die wegen kurzer Vorlaufzeit, fehlender Sponsoren, zu geringen Verkaufszahlen und auch aufgrund von Unkenntnis des niederländischen Marktes nicht den erwünschten Erfolg hatten. Inzwischen wurde der Mietvertrag zwischen der Veranstaltungshalle „Go Planet“ und den Festivalmachern aufgelöst.

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