Gestohlene Bronzefigur lag im Gebüsch
Kleine Udo-Lindenberg-Figur ist wieder da

Gronau -

Marina Suuck glaubt zuerst, da sei was Schreckliches passiert: „Da liegt einer“, ist der erste Gedanke, als die K+K-Verkäuferin hinter dem Supermarkt an der Grünstiege über den Zaun auf das verwilderte Grundstück nebenan schaut. 

Mittwoch, 29.08.2018, 18:39 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.08.2018, 17:51 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 29.08.2018, 18:39 Uhr
Udo am Kran eines Abschleppwagens: „Das ich mal sonnen Prominenten auf dem Auto habe, das hätt´ ich nicht gedacht“, sagt Fahrer Jörg Herdering.
Udo am Kran eines Abschleppwagens: „Das ich mal so ‘nen Prominenten auf dem Auto habe, das hätt´ ich nicht gedacht“, sagt Fahrer Jörg Herdering. Foto: Klaus Wiedau

„Bis wir gesehen haben, wie das glänzt“, ergänzt Marktleiter Volker Klinkmann. Der zweite Blick bringt Gewissheit. Suuck: „Da habe ich das Mikro in der Hand gesehen und gewusst: Da liegt Udo im Gebüsch!“

„In Gronau im Gebüsch“ – ein typischer Satz, den Udo oft und gern gebraucht, wenn er über die Heimatstadt spricht. Mittwochnachmittag liegt er tatsächlich dort: Bequem auf dem Rücken, leicht mit Brombeer-Ranken bedeckt, den Blick nach oben – fast sieht die Szene wie ein „Interview mit Gott“ aus . . .

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Stabile Seitenlage für die kleine Statue. Foto: Klaus Wiedau

Eigentlich wollten Suuck und Klinkmann dem Wildwuchs am Zaun auf die Dornen rücken: „Da willst Du Brombeeren wegschneiden und dann findest Du Udo“, wundern sich die beiden auch nach der Entdeckung über ihren Fund, den sie sofort der Polizei melden.

"Lindenzwerg" landet sanft

Minuten später hat Udo „Personenschutz“, wie einer der Polizisten schmunzelnd betont, die die Fundstelle begutachten. Wenig später rückt ein Abschleppwagen von AdV in Ahaus mit Kran an. „Och, doar ligg he, wat mäk he dann doar?“, lässt Fahrer Jörg Herdering seinen Gefühlen beim Blick über den Zaum auf Plattdeutsch freien Lauf. Mit elegantem Hüftschwung schwebt Udo kurz danach aus den Rabatten. Stramm hängt er in den Gurten, nix da mit „Wenn Du durchhängst!“ Ein paar Kinder schauen aufmerksam zu: „Ist das der Udo vom Kreisverkehr?“, fragt ein Junge. „Nein, das ist sein kleiner Bruder“, klärt ihn die Polizei auf.

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Ein paar Meter Flug für die Nachtigall. Foto: Klaus Wiedau

Ein paar Meter Flug nur sind es für die Nachtigall. In stabiler Seitenlage. Keine Sternenreise. Dann ist es vollbracht: Sanft landet der „Lindenzwerg“, wie Volkes Stimme ihn taufte, auf der Ladefläche des Abschleppers. Herdering ist begeistert: „Das ich mal so ‘nen Prominenten auf dem Auto habe, das hätt´ ich nicht gedacht. . .“

Im Gebüsch an der Grünstiege

Danach sind Show und Personenkult vorbei: Auf der Polizeiwache ist Udo Minuten später nur noch eines: Diebesbeute. „Die Spurensicherung wird ihn sicher noch mal unter die Lupe nehmen“, sagt einer der Polizeibeamten zum weiteren Verfahren.

Wie Udo ins Gebüsch an der Grünstiege gekommen ist, darauf gibt es am „Tatort“ noch keine Antwort. Lange liegen kann er dort – den Spuren nach zu urteilen – noch nicht. Dabei war die 1,30 Meter große und rund 41 Kilo schwere Udo-Plastik (Wert: 3000 Euro) knapp zwei Monate verschwunden.

Unbekannte Täter hatten sie mit brachialer Gewalt Anfang Juli vom Sockel auf dem Kreisverkehr an der Ochtruper Straße gerissen. Dort stand der „Lindenzwerg“ eigentlich nur ersatzweise. Der „große Bruder“ war zuvor demontiert worden, weil in der Skulptur Risse festgestellt wurden. Die sollen jetzt in einem speziellen Verfahren gelötet werden, ehe der große Udo auf den Sockel zurückkehrt.

Da sage noch einer, „ein Herz kann man nicht reparieren“. . .

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Lindenberg-Denkmal abgebaut

 

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