Fachausschüsse billigen Konzept für Drilandsee
„Den See zukunftsfähig machen“

Gronau -

Drei Ausschüsse, ein Thema und am Ende eine fast einhellige Entscheidung: Der Bauausschuss, der Verkehrsausschuss und der Sportausschuss haben am Dienstagabend in einer gemeinsamen Sitzung die geplanten Veränderungen im Erholungsgebiet Dreiländersee gebilligt.

Donnerstag, 06.09.2018, 07:10 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 07:05 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 07:10 Uhr
In vier Bauiabschnitten sollen Veränderungen im Bereich des Drilandsees vorgenommen werden.
In vier Bauiabschnitten sollen Veränderungen im Bereich des Drilandsees vorgenommen werden. Foto: Büro nsp

Drei Ausschüsse, ein Thema und am Ende eine fast einhellige Entscheidung: Der Bauausschuss, der Verkehrsausschuss und der Sportausschuss haben am Dienstagabend in einer gemeinsamen Sitzung die geplanten Veränderungen im Erholungsgebiet Dreiländersee gebilligt und dem Rat empfohlen, das Büro NSP (Hannover) mit der Weiterentwicklung der Planung zu beauftragen.

Christoph Schonhoff (NSP) stellte zu Beginn der Beratungen das von seinem Büro erarbeitete Konzept und die im Rahmen von zwei Workshops vorgenommenen Korrekturen und Ergänzungen vor. Vorgesehen sind demnach – wie bereits berichtet – Veränderungen in verschiedene Bereichen, um „Nutzungen, die heute funktionieren, in ihren Abläufen zu verbessern und den See zukunftsfähig zu machen“, wie Schonhoff betonte. Dabei gehe es darum, die verschiedenen Bereiche und ihre Nutzungen – Schonhoff sprach von „Charaktere“ – zu unterstreichen und haptisch erlebbar zu machen.

Im letzten Workshop war dazu bereits eine Prioritätenliste erarbeitet worden. Die sieht in einem ersten Bauabschnitt Verbesserungen im Eingangsbereich und am Strand des Badesees vor: Sanierung der Sanitäranlagen, Schaffung von Duschen, Ausbau der Promenade zwischen Strand und Liegewiese, attraktivere Gestaltung des Vorplatzes (Ruhebänke, Fahrradstellplätze) heißen hier die Stichworte. Schonhoff sprach davon, diesen Bereich „in den Zustand zu versetzen, wie man ihn heute haben möchte“. Auch der bestehende Kiosk sei dabei aufzuwerten und sollte künftig die Funktion einer „Strandbar“ übernehmen.

In einem zweiten Bauabschnitt sollten Optimierungen der Situation im Bereich des Hafens vorgenommen werden. Sanierung der Bootsstege, attraktivere Gestaltung des Hafenvorplatzes und der Zuwegung vom Parkplatz (Schonhoff: „Die heutige Schranke dort schafft keine einladende Situation“) stehen hier auf der To-do-Liste. Durch Verlegung des Rundweges (Promenade) in diesem Bereich könnten weitere Verbesserungen erreicht werden. Die an dieser Stelle vorhandene Gastronomie soll dichter an die Promenade und den See heranrücken.

Politische Debatte zum Drilandsee-Konzept

„Insgesamt eine runde Sache“, so Manfred Lenz (CDU), der sich auf dieser Basis die Detailplanung vorstellen konnte. Positive Signale auch aus der SPD: „Mit dem Ergebnis der Workshops sind wir sehr zufrieden“, so Werner Bajorath. „Wir können uns das so vorstellen.“ Kritische Stimmen gebe es in seiner Fraktion aber mit Blick auf den Radverkehr. Und auch die 3,50 Meter breite Promenade werde teils kritisch gesehen.Jörg von Borczyskowski (UWG) lobte den Prozess, der zu dem jetzt erzielten Ergebnis geführt habe. Erreicht worden seien Eingriffe, die den See „nicht verunstalten oder verschandeln“. Vielmehr gebe es – auch wenn nicht alle Einzelinteressen Berücksichtigung fänden – Verbesserungen, „die den See erlebnisreicher und transparenter gestalten“.Der Planer habe die Augen dafür geöffnet, „dass man an vielen Stellen wesentliche Verbesserungen herbeiführen kann“, lobte auch Herbert Krause (Pro Bürgerschft/Piraten). Genauer beleuchtet wissen will er aber die Fragen einer abendlichen Beleuchtung, die möglicherweise zum Probleme für Insekten werden könne. Schonhoff betonte, dass hier nicht an eine 24-Stunden-Beleuchtung wie in der Stadt gedacht sei, sondern an einen „behutsamen Einsatz von Beleuchtung“ in bestimmten Bereichen.Für die FDP lobte auch Ulrich Doetkotte das jetzt erreichte Ergebnis: „Es ist das Beste, was man hier herausholen konnte, ohne tief einzugreifen.“Robert Brandt (Die Linke) warb für eine Umsetzung von Bauabschnitt eins. Die Schneise durch den Hügel und Radverkehr am See sah er kritisch. Und ob „in fünf oder zehn Jahren“ eine Gastronomie komme, müsse die Entwicklung am See zeigen.Einzig Udo Buchholz (GAL) verweigerte dem Konzept am Ende seine Zustimmung. Er verwies auf diverse Punkte, die die Bürger nach seiner Meinung nicht wollen und kritisierte eine fehlendes Kostenplanung. Die werde in einem nächsten Schritt erarbeitet, nachdem jetzt der Rahmen abgesteckt sei, so die Verwaltung. Auch die GAL-Kritik, dass es keine konkrete Aussage zur neuen Gastronomie gebe, ließ Bauausschuss-Vorsitzender Sven Gabbe nicht gelten: Fakt sei, dass es heute am See Baurecht für eine weitere Gastronomie im Bereich der Wiesenlandschaft gebe. „Diese Fläche sollten wir nicht durch eine Änderung des Bebauungsplanes vernichten“, so Gabbe, weil die gegenwärtige Planungssituation dann nie wieder zu erlangen sei. Ob dahin wirklich eine Gastronomie kommt, „möge der Rat oder der Hauptausschuss zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden“.

...

Im dritten Bauabschnitt sieht Schonhoff Veränderungen im Bereich der Wiesenlandschaft und des dortigen Hügels am See. „Hier ist der Ort, wo sich zukünftig eventuell eine neue Gastronomie entwickeln könnte“, so Schonhoff. Die Entscheidung darüber habe die Politik später zu treffen. Schon jetzt warb der Planer aber dafür, einen Einschnitt in den Hügel zu schaffen, um eine Sichtachse zwischen Parkplatz und See zu schaffen.

Erste Überlegungen, den Campingplatz zum See hin zu öffnen, werden nicht weiter verfolgt. „Der Campingplatz muss eine geschützte Situation haben“, so Schonhoff. Dennoch gelte es, darüber nachzudenken, ob nicht statt des heutigen Maschendrahtzauns ein „vegetatives Element“ in Form einer Hecke für die Abgrenzung sorgen könne, der Platz durch solche Veränderungen aber zugleich selbstbewusster als Teil der Landschaft am See wahrnehmbar werde.

Für die Nordseite des Sees steht die Planung weiter unter dem Leitmotto „Natur erleben“. Zusätzlich soll es einzelne Punkte (Aussichtsturm, besondere Stellen im Wald und am Wasser) geben, die dieses Erleben intensivieren – ohne die Natur zu beeinträchtigen.

Zur Verkehrsführung machte Schonhoff deutlich, dass die befestigte Promenade – über deren Breite man reden könne – im Süden des Sees den Fußgängern vorbehalten sei, während er sich im nördlichen Bereich auch ein Miteinander von Fußgängern und Radfahrern vorstellen kann.

Zur Promenade machte Schonhoff während der politischen Debatte nach seiner Präsentation deutlich, dass die Breite „nicht gesetzt“ sei, sich aber mit Blick auf Begegnungsverkehr (Kinderwagen, Rollatoren) oder auch den Einsatz von Rettungsfahrzeugen anbiete. Im Bereich der Südseite des Sees geht er von einer befestigen Promenade aus, am Nordufer von Wegen im heutigen Ausbaustandard.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6029128?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Transparent am Dom
Ein riesiges Transparent hatten Unbekannte passend zum Wochenmarkt am Dom-Gerüst befestigt.
Nachrichten-Ticker