Expertise des Landschaftsverbandes liegt der Stadt vor
Das Pastorat ist kein Denkmal

Gronau -

Jetzt ist es (denkmal)amtlich: Das Pastorat der Pfarrgemeinde St. Agatha ist kein Denkmal. Zu dieser Einschätzung kommen die Denkmalexperten des Landschaftsverbandes in einem Schreiben an die Stadt Gronau.

Freitag, 07.09.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 07.09.2018, 08:00 Uhr
Das Eper Pastorat (rechts) ist kein Denkmal, das Haus Gronauer Straße 1 in Epe aber schon.
Das Eper Pastorat (rechts) ist kein Denkmal, das Haus Gronauer Straße 1 in Epe aber schon. Foto: Rupert Joemann/Klaus Wiedau

Darin heißt es – auszugsweise – nach Angaben der Verwaltung: „Wohl wird man dem Pastorat eine ortsgeschichtliche Bedeutung für Epe nicht absprechen können, jedoch erlangt die erhaltene Bausubstanz keinen ausreichenden Zeugniswert weder in architektonischer, volkskundlicher oder sozialgeschichtlicher Hinsicht  . . . Durch die vollständige Erneuerung des Inneren ergibt sich ohnehin keine hinreichend überlieferte bauliche Schicht des späten 19. Jahrhunderts für das Gesamtgebäude.“

Noch keine Einschätzung der Fachleute gibt es indes für die mögliche Denkmaleigenschaft der Gebäude Oststraße 21 bis 25. Für die drei Häuser liegen bei der Stadt noch keine Unterlagen mit Entscheidungen der Denkmalpfleger vor. Dazu Joachim Krafzik, im Rathaus zuständig für Fragen des Denkmalschutzes, im Bauausschuss: „Die halten sich noch sehr bedeckt.“ Werner Tillmann (CDU) gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden. Er wollte wissen, ob es bereits Schätzungen der Kosten gebe, die auf die Stadt zukommen, wenn für die Häuser an der Oststraße tatsächlich eine Denkmaleigenschaft festgestellt werde und im Bau befindliche Rossmann-Markt dann ohne Zufahrt zum Parkplatz dastehe. Die sollte nämlich genau dort entstehen, wo die drei Gebäude stehen.

In Sachen Kosten verwies Stadtbaurat Frank Vetter auf den nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Mit Blick auf die Zuwegung zum Parkplatz forderte Vetter auf, „die Dinge nicht immer so schnell schon so kritisch zu sehen“.

Klar ist hingegen, dass ein weiteres Eper Gebäude in die Denkmalliste der Stadt eingetragen wird – es handelt sich um das Haus Gronauer Straße 1. „Das Gebäude ist ein in seltener Vollständigkeit und Geschlossenheit erhaltenes Beispiel eines gehobenen Wohn- und Geschäftshauses der 1920er-Jahre. . .“ heißt es dazu in einer Stellungnahme der Denkmalpfleger. Und: „Die innere Ausstattung namentlich der Wohnung im ersten Obergeschoss . . . ist von gediegener Qualität und Anspruch. Sie ist überdies vollumfänglich erhalten“.

Geprüft wird, so die Stadt, derzeit in Münster noch die Denkmaleigenschaft der Kapelle Markenfort am Prozessionsweg in Gronau und die Frage, ob das Gebäude des ehemaligen Textil-Ausbildungswerkes Gronau (TAW, eröffnet 1935, heute Standort der Praxis Woltering in Mühlenmathe) ein Denkmal ist.

  Foto: Guido Kratzke

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