Urananreicherungsanlage Urenco
Konsequenzen nach Fund von Waffenteilen: Trennung von Mitarbeiter

Gronau -

Der Waffenteilefund in der Gronauer Urananreicherungsanlage hat zu ersten Konsequenzen geführt. Der Mitarbeiter, der die Teile in die Anlage geschmuggelt hat, ist inzwischen offenbar nicht mehr Urenco beschäftigt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Fragen des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Die Linke) hervor.

Freitag, 07.09.2018, 19:41 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 07.09.2018, 18:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 07.09.2018, 19:41 Uhr
Nach dem Fund von Waffenteilen in der Gronauer Urananreicherungsanlage wurden jetzt offenbar erste Konsequenzen gezogen. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung an MdB Hubertus Zdebel (Die Linke) hervor.
Nach dem Fund von Waffenteilen in der Gronauer Urananreicherungsanlage wurden jetzt offenbar erste Konsequenzen gezogen. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung an MdB Hubertus Zdebel (Die Linke) hervor. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Bundesregierung bezieht sich dabei auf eine Auskunft des für die atomrechtliche Aufsicht zuständigen NRW-Wirtschaftsministeriums. Wörtlich heißt es: „Das Arbeitsverhältnis mit dem Mitarbeiter sei inzwischen beendet worden.“

Der Mitarbeiter war laut Bundesregierung seit 1999 im Unternehmen tätig und bislang unauffällig. Und: „Die in der Werkstatt aufgefundenen Gegenstände wären nicht zu einer scharfen Waffe montierbar gewesen.“

"Keine Schokoladenfabrik"

Ferner teilte die Bundesregierung Zdebel mit, dass nach Auskunft von Urenco inzwischen weitere Maßnahmen ergriffen worden seien, um in Zukunft einen ähnlichen Fall verhindern zu können. Das NRW-Wirtschaftsministerium prüfe und bewerte aktuell diese Maßnahmen, so die Bundesregierung. Um welche Maßnahmen es sich dabei handelt, teilte die Bundesregierung aber nicht mit.

Zdebel: „Das ist unbefriedigend. Ich erwarte, dass die Vorgänge vollumfänglich aufgeklärt werden und das Bundesumweltministerium dem Bundestag einen Bericht und eine Stellungnahme vom NRW-Wirtschaftsministerium zu den Konsequenzen vorlegt. Auch nach der Entlassung des Mitarbeiters stellen sich weiterhin viele Fragen, insbesondere danach, wie die Waffenteile überhaupt unentdeckt in die Anlage gelangen konnten. Dabei würde mich auch interessieren, ob feste Mitarbeiter/innen die Metallschleusen bei der Pförtnerei passieren müssen oder mussten. Die Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes für die Anlage ist unumgänglich. Eine firmeninterne Untersuchung der Vorgänge reicht überhaupt nicht aus.“

Ermittlungen nicht abgeschlossen

Der Abgeordnete sieht Urenco, ihre Anteilseigner Eon und RWE, die Düsseldorfer Atomaufsicht, aber auch die Bundesregierung in der Pflicht, ein neues Sicherheitskonzept für den gesamten Betrieb der Anlage vorzulegen. Schließlich handle es sich bei der Urenco-Anlage nicht um eine „Schokoladenfabrik“.

Die Staatsanwaltschaft in Münster hatte am Donnerstag auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten mitgeteilt, das ihre Ermittlungen in dem Verfahren noch nicht abgeschlossen sind.

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