Back-AG an der Georgschule erstellt Rezeptsammlung
Beim Backen darf genascht werden

Epe -

Seit fünf Jahren gibt es die Back-AG im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS). „Gebacken wurde in der Schule traditionell in der Weihnachtszeit – das kam allerdings so gut an, dass wir das Angebot fest in unser Betreuungsangebot integriert haben“, erklärt Leiterin Martina Theis.

Donnerstag, 27.09.2018, 10:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 27.09.2018, 10:00 Uhr
Mit kleinen Gruppen bereitet Rosi Glasmacher nachmittags in der Back-AG leckere Speisen zu.
Mit kleinen Gruppen bereitet Rosi Glasmacher nachmittags in der Back-AG leckere Speisen zu. Foto: Guido Kratzke

Gemeinsam mit Rosi Glasmacher bereitet eine kleine Gruppe von Kindern den Teig zu. Sie kneten ihn, fügen geschnittenes Obst hinzu und formen aus dem Quark-Öl-Teig mit Zimt und Zucker abgeschmeckte Apfelballen. Und zwar für alle 32 Kinder, die das Betreuungsangebot nutzen. „Und wir hoffen natürlich, dass uns die Kinder auch probieren lassen“, schmunzelt Glasmacher, die wie eine gute Großmutter mit den Nachwuchsbäckern fleißig ist. „Wenn etwas übrig bleibt, dann freuen sich manchmal auch die Raumpflegerinnen darüber, wenn sie noch etwas zu probieren bekommen.“

Die Rezepte, die im Laufe der vergangenen Jahr von den Kindern gesammelt wurden, kommen ohnehin gut an. Nach einem ersten Backbuch, das von den Schülern selbst geschrieben wurde, gibt es mittlerweile eine Neuauflage als Koch- und Backbuch. „Davon haben wir bereits einige Exemplare verkaufen können“, berichtet die Leiterin. Einige Mütter haben mit ihren Kindern verschiedene Speisen nachgebacken und -gekocht. „Das kleine Heftchen wird aber auch gerne an Tanten, Onkel oder Großeltern verschenkt.“ Schließlich haben die OGS-Schüler einen besonderen Bezug zum Produkt und profitieren auch vom Verkauf. „Aus den Erlösen wird beispielsweise Spielzeug gekauft.“ Ein kleiner Teil der Auflage befindet sich aktuell noch im Fundus.

„Ich habe schon mal ein eigenes Brot gebacken“, gibt sich Lena als Kennerin der Materie zu erkennen. Allerdings sei die Mischung der Zutaten nicht optimal gewesen. „Backen macht einfach Spaß“, betont sie und ist gerne in der kleinen Arbeitsgruppe dabei.

Mychelle ist im Besitz des ersten Backbuchs. „Das habe ich von meinem Bruder“, erklärt sie stolz. Allerdings hat sie sich zu Hause damit noch nicht in die Küche getraut.

Keinen Ku-chen, aber eine türkische Pizza hat Emre schon selber mit Zutaten belegt. „Die heißt Lahmacun“, verweist er auf den Namen des dünn ausgerollten Gebäcks.

Auch Linda berichtet davon, dass in der heimischen Küche der Backofen genutzt wird – und beim Erzählen von Mamas Apfelkuchen läuft ihr ganz augenscheinlich das Wasser im Munde zusammen. Oder ist das etwa die Aussicht aufs Naschen von Teigresten. Denn während nach dem Teigformen sich die beiden Jungen der Arbeitsgruppe schnell in Richtung Bad begeben und dort die Finger reinigen – während die Bällchen im Ofen langsam braun werden, kann natürlich gespielt werden – haben die drei Mädchen eine ganz andere Idee. „Dürfen wir den Rest naschen?“, fragen sie ihre Küchenfee mit einem treuen Augenaufschlag. „Ach, der schmeckt doch so eigentlich gar nicht“, versucht Rosi Glasmacher sie noch von der Idee abzubringen – wohl wissend, dass das Kosten des Rohmaterials fast genau so viel Spaß macht wie das Essen der fertigen Backwaren. Und wenn nach dem Ablecken der Finger auch noch das ganze Gesicht teigverschmiert ist, dann lohnt sich das Waschen auch erst richtig. Und das gilt dann auch für die Schürzen, die direkt in die Waschmaschine wandern.

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