Spielplatzpaten gesucht
Kinder vor die Tür locken

Gronau -

Kinder spielen weniger draußen als früher und haben nicht selten motorische Defizite. Eine erschreckende Erkenntnis. Die Steuerungsgruppe Spielleitplanung will dem jetzt etwas entgegensetzen.

Mittwoch, 03.10.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 09:00 Uhr
Ein Kind hüpft über einen selbst gemalten Kreide-Parcours. In Gronau laut Jugendplanerin ein Bild mit Seltenheitswert.
Ein Kind hüpft über einen selbst gemalten Kreide-Parcours. In Gronau laut Jugendplanerin ein Bild mit Seltenheitswert. Foto: Frank Zimmermann

Es waren große Worte, die Brigitte Amshoff in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses gelassen aussprach: „Kinder bewegen sich nicht mehr frei in ihrem Wohngebiet. Sie spielen nicht mehr draußen. Viele Kinder können zum Beispiel gar nicht mehr hinkeln oder rückwärts laufen.“ So leitete die städtische Jugendhilfeplanerin ihre Ausführungen zum Thema Spielplatzpatenschaften ein.

Hintergrund: In Gronau gibt es zwar Spielplatzpaten, das System sei aber nicht aktiviert. Das sei auch trotz einiger Bemühungen nicht gelungen, erklärte Amshoff. Nun will die Verwaltung aber einen neuen Anlauf starten, um das Spielen im Freien wieder spannend zu machen. Angesichts der motorischen Defizite vieler Kinder habe das auch etwas mit Gesundheits- und Entwicklungsförderung zu tun, betonte Brigitte Amshoff.

Dem Jugendhilfeausschuss hat die Steuerungsgruppe Spielleitplanung nun einen Konzeptentwurf für die Wiederbelebung der Spielplatzpatenschaften vorgelegt. Darin ist aufgeführt, welche Aufgaben die Spielplatzpaten übernehmen sollen: Sie sollen den Spielplatz regelmäßig besuchen, ihn anschauen und Schäden und Verschmutzungen an die Zentralen Bau- und Umweltdienste der Stadt melden. Vor allem sollen die Paten ihren Spielplatz aber wieder lebendig machen, zum Beispiel durch neue Spielideen, Spielplatzfest, und indem sie für den Spielplatz in der Nachbarschaft die Werbetrommel rühren. Ausdrücklich nicht zu ihren Aufgaben soll es dagegen gehören, Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten durchzuführen oder als Ordnungshüter aufzutreten.

Für ihr Ehrenamt bekommen die Paten auch etwas von der Stadt: einen Ausweis samt dazugehöriger Urkunde, ein breites Unterstützungsangebot durch städtische Institutionen und eine Einladung zum Dankeschön-Empfang (alle zwei Jahre).

Der Konzeptentwurf traf im Ausschuss auf breite Zustimmung. Er soll nun umgesetzt werden. Außerdem soll nach zwei Jahren ein Erfahrungsbericht verfasst und dem Gremium zur weiteren Beratung vorgelegt werden.

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