Bundestagsabgeordnete besuchen Urenco
„Kein angereichertes Uran aus Gronau für Doel und Tihange“

Gronau -

Die belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange erhalten keinen Brennstoff mehr aus der Urananreicherungsanlage in Gronau. Das habe das Unternehmen intern beschlossen, sagten am Dienstagabend die beiden Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen) und Hubertus Zdebel (Die Linke). Sie hatten sich am Nachmittag mit dem Geschäftsführer der Urenco Deutschland, Dr. Joachim Ohnemus, und weiteren Vertretern der Urenco in Gronau getroffen. Hintergrund des Gesprächs ist ein Antrag im Bundestag, mit dem die Stilllegung der Urananreicherungsanlage und der Brennelementefertigungsanlage in Lingen durchgesetzt werden soll. Am 17. Oktober findet eine Anhörung dazu im Bundestag statt.

Dienstag, 02.10.2018, 19:35 Uhr aktualisiert: 03.10.2018, 08:40 Uhr
 
  Foto: Jürgen Peperhowe

Die beiden Abgeordneten zeigten sich von der Technik der Anlage beeindruckt. Auch die 280 Arbeitnehmer in der Anlage leisteten super Arbeit. „Doch es wird halt ein Scheißdreck hergestellt“, so die Grünen-Abgeordnete. „Und es ist Teil des atomaren Karussells.“

Kotting-Uhl und Zdebel bezeichneten das Gespräch mit den Urenco-Vertretern als sehr offen und sachlich. „Auch wenn wir uns in der Sache selbst nicht nähergekommen sind.“

Dass die Regierung rechtlich die Möglichkeit hat, die Anlagen zu schließen, sehen die beiden Bundestagsabgeordneten als gesichert an. Die Verfassungsmäßigkeit des Atomausstiegs habe das Bundesverfassungsgericht 2016 bejaht. Es stehe der Regierung offen, eine Lage neu zu bewerten, wenn in der Öffentlichkeit ein Gefühl von Unsicherheit herrsche und Risiken als zu hoch erachtet würden.

Auch das Umweltministerium habe in der vergangenen Legislaturperiode Gutachten auf den Tisch gelegt, die der Politik den Spielraum eröffneten, Anlagen zu schließen. „Und den wollen wir nutzen“, so Zdebel.

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