Außengruppe der Kita „Wurzelkinder“
Zur Nachahmung empfohlen

Epe -

Auf einer ehemaligen Pferdeweide hat das Team der Waldorf-Kita „Wurzelkinder“ in rund viereinhalb Jahren mit zwei Bauwagen und einer hölzernen Hütte ein wunderbares Refugium für 20 Kita-Kinder mitten in der Natur geschaffen. Ein Vorzeigeprojekt.

Samstag, 13.10.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 09:00 Uhr
Das kleine Bild entstand beim offiziellen ersten Spatenstich im März 2014. Es ist beeindruckend, was das Kita-Team in diesen viereinhalb Jahren aus dem Gelände gemacht hat.
Das kleine Bild entstand beim offiziellen ersten Spatenstich im März 2014. Es ist beeindruckend, was das Kita-Team in diesen viereinhalb Jahren aus dem Gelände gemacht hat. Foto: Frank Zimmermann

Mit dem Betreten der „Hütte“ steigt dem Besucher gleich der Duft von Holz in die Nase. Der erste Blick fällt auf den nostalgischen Herd, in dem ein Feuer knistert. „Darin backen wir auch Brötchen“, erzählt Sarah Rombach. Die Erzieherin ist von Beginn an in der Außengruppe der Waldorf-Kita „Wurzelkinder“ im Einsatz. In der Hütte hat sie aber nur kurz zu tun, denn die „Wiesenkinder“ tummeln sich alle draußen.

Was nach einem Behördenmarathon mit dem ersten Spatenstich Mitte März 2014 begann, hat sich inzwischen zu einem Vorzeigeprojekt gemausert. Die einstige Pferdeweide an der Straße Beim Bungert in Epe hat das Team der Kita Stück für Stück in einen Natur-Erlebnisbereich für die älteren Kinder der Kita umgestaltet. „Ganz zu Beginn haben wir zur Straße hin einen kleinen Wall aufgeschüttet. Dann kamen die beiden Bauwagen. Die haben wir gebraucht von einem Hort aus Holland übernommen“, erzählt Kita-Leiterin Regina Stender-Vogel. Nach und nach kamen Beete dazu, eine Sandkuhle, Spielgeräte, ein kleiner Gemüseacker, Gänge und Lauben aus Weidengeflecht. Inzwischen gibt es auch überdachte Terrassen vor den Bauwagen. Und die Schutzhütte – die den Kindern mit einer Fläche von rund 35 Quadratmetern zum Beispiel für das gemeinsame Frühstück und Mittagessen dient. Was es dagegen nicht gibt: Strom und Wasser. Im Winter sorgen Solar-Lampen für das nötige Licht. „Wasser müssen wir mitbringen“, sagt Stender-Vogel. Und auch an die Trockentoiletten haben sich die Kinder längst gewöhnt.

Hier wird Natur zum Erlebnis

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  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann
  • Im März 2014 war hier noch eine Pferdeweide. Seitdem hat das Team der Waldorf-Kita das 2000 Quadratmeter große Grundstück in eine wunderschöne Außengruppe verwandelt. Foto: Frank Zimmermann

Während die Kita-Leiterin den Besucher von der Presse über das 2000 Quadratmeter große Gelände führt, spielen einige Wiesenkinder, andere matschen in feuchtem Lehm. Ein Junge schnitzt, angeleitet von einer Erzieherin, an einem kleinen Dreschflegel. Zwei Mädchen pflanzen mit einer anderen Erzieherin Salatpflänzchen in ein Beet. Die Atmosphäre ist ausgesprochen entspannt. An diesem goldenen Oktobertag ist die Außengruppe ein regelrechtes Idyll. Doch auch bei schlechtem Wetter, so versichert Stender-Vogel, ist die Aufenthaltsqualität auf den Gelände sehr hoch. „Die Kinder sind gerne draußen, das Wetter ist ihnen piepegal.“ Und wenn es draußen mal so richtig fies ist, dann ist es in den Bauwagen und der Hütte umso gemütlicher.

„Tatsächlich hat uns das Projekt viel Zulauf gebracht“, sagt Stender-Vogel. Gleichzeitig verzeichne sie einen Rückgang des elterlichen Engagements. „Ich kann das verstehen. Die Eltern sind heute ganz anders eingebunden als in der Gründungszeit unserer Initiative Mitte der 90er-Jahre.“ Dementsprechend geht sie den Ausbau der Außengruppe langsam an, auch wenn sie noch reichlich Ideen hat. Ein paar Hühner oder gar Schafe könnte sie sich auf dem Gelände gut vorstellen, sagt sie und blickt dabei auf eine angrenzende Wiese.

Trotz des großen Aufwands – „Die anderthalb Jahre vor der Einrichtung der Gruppe war ich mehr auf dem Bauamt als in der Kita.“ – ist Regina Stender-Vogel von der Außengruppe ganz begeistert und würde vielleicht sogar noch die Gründung einer zweiten in Angriff nehmen, „wenn ich nicht schon so alt wäre“. Stattdessen möchte sie anderen Kita-Trägern Mut machen, vielleicht ein ähnliches Projekt in Angriff zu nehmen. „Ich würde mich auch gerne als Beraterin anbieten“, sagt sie. Dann könnte sie zum Beispiel den Tipp geben, dass es für eine sogenannte Waldkita-Gruppe jährlich 15 000 Euro Zuschuss vom Land gibt. Und mit dem örtlichen Jugendamt, sagt Stender-Vogel aus eigener Erfahrung, könne man gut zusammenarbeiten.  

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