Kindertagespflege in Gronau
Ein Wachstumssektor

Gronau -

Was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeht, bekommt die Stadt Gronau seit Jahren keine Verbesserungen hin. „Wir müssten eigentlich mehr tun“, sagte Norbert Ricking (SPD) während der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Da wurde im Gremium die Bedarfsplanung der Betreuungsplätze für Kinder in Kitas und bei Tagesmüttern bis 2022 diskutiert.

Donnerstag, 18.10.2018, 08:01 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 07:58 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 08:01 Uhr
Eine junge Mutter arbeitet in einem Straßencafé am Laptop. Ihr schlafendes Kind liegt im Kinderwagen neben ihr. Wird das Kind älter, ist dieses Modell wahrscheinlich nicht mehr praktikabel. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind viel Eltern auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Dabei spielt auch die Kindertagespflege eine zunehmend wichtige Rolle.
Eine junge Mutter arbeitet in einem Straßencafé am Laptop. Ihr schlafendes Kind liegt im Kinderwagen neben ihr. Wird das Kind älter, ist dieses Modell wahrscheinlich nicht mehr praktikabel. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind viel Eltern auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Dabei spielt auch die Kindertagespflege eine zunehmend wichtige Rolle. Foto: Rainer Jensen/dpa

Dabei wurde deutlich, dass auch die Kindertagespflege – die zurzeit in Gronau ausschließlich von Tagesmüttern angeboten wird – eine feste Größe in den Kalkulationen der Jugendhilfeplaner darstellt. So sollen für die Betreuung der unter Dreijährigen in den nächsten fünf Jahren insgesamt 25 neue Plätze in der Kindertagespflege entstehen. So sieht es die Bedarfsplanung der städtischen Jugendhilfeplanung vor.

Kindertagespflege in Gronau

In Gronau ist für den Aufgabenbereich seit zehn Jahren ein Trägerverbund aus Diakonie und SkF zuständig. Dort arbeiten zurzeit Mechthild Glandorf (SkF, volle Stelle) sowie Magda Agten und Angelika Pflugrad (beide Diakonie, 30-Stunden). Die drei Frauen sind Ansprechpartnerinnen für Eltern, die einen Betreuungsplatz suchen, für die Tagespflegepersonen und für Personen, die Tagespflegeperson werden möchten. Weitere Infos gibt es unter anderem auf der Internet-Seite des Jugendamts. 

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In gleicher Sitzung stellte sich auch der Trägerverbund aus Diakonie und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) vor, dem die Stadt vor zehn Jahren die Aufgabe Kindertagespflege übertragen hat. Dass die Kindertagespflege ein Wachstumssektor ist, belegen auch die Zahlen, die Mechthild Glandorf (SkF) und Angelika Pflugrad (Diakonie) präsentierten. Wurden im Jahr 2008 63 Kinder von Tagesmüttern betreut, so waren es im Juni 2018 schon 260 Kinder, davon 123 unter Dreijährige. Die Zahl der Tagesmütter ist von 32 im Jahr 2008 auf 71 im Juni 2018 gestiegen.

Auf Nachfrage informierte Mechthild Glandorf auch darüber, was Tagesmütter, die freiberuflich und in der Regel in den eigenen vier Wänden tätig sind, verdienen. 5,50 Euro bekommt eine Tagesmutter pro Stunde für die Betreuung eines Kinder unter drei Jahren, für ältere sind es 5,20 Euro. In dieser Summe ist allerdings schon eine Sachkostenpauschale von 1,90 Euro enthalten. Für Betreuung in Randzeiten und am Wochenende kommen noch mal zwei Euro pro Kind und Stunde obendrauf. Für Kinder mit Handicap gibt’s den doppelten Stundensatz. „Das entspricht ja nicht mal dem Mindestlohn“, merkte Maria Strestik (Pro Bürgerschaft/Piratenpartei) an.

Das wollte Mechthild Glandorf so nicht stehenlassen, denn in der Regel würden die Frauen mehrere Kinder betreuen und somit auch ein höheres Stundeneinkommen erzielen. Außerdem würden – je nach Betreuungsumfang – sogenannte Verfügungsstunden für die Vor- und Nachbereitung sowie die Bildungsdokumentation bezahlt.

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