Hertie-Abbruch
Wenn es wummert und wackelt

Gronau -

„Ich hoffe, das Haus nimmt keinen Schaden.“ Hilda Grebe wohnt seit 23 Jahren in ihrer kleinen, gemütlichen Wohnung an der Pumpenstraße. Von ihrem Balkon aus kann sie täglich den Fortgang der Abrissarbeiten bei Hertie beobachten. Ein wenig nachdenklich wohl, aber ohne Beschwerden. „Das muss doch gemacht werden“, sagt sie. „Ich verstehe das.“

Donnerstag, 25.10.2018, 08:18 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 25.10.2018, 07:20 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 25.10.2018, 08:18 Uhr
So unspektakulär, wie sich das Abrissareal vom Obergeschoss des Gebäudes Schulstraße 8 zeigt, sind die Messwerte der Seismografen.
So unspektakulär, wie sich das Abrissareal vom Obergeschoss des Gebäudes Schulstraße 8 zeigt, sind die Messwerte der Seismografen. Foto: Christiane Nitsche

„Ich hoffe, das Haus nimmt keinen Schaden.“ Hilda Grebe wohnt seit 23 Jahren in ihrer kleinen, gemütlichen Wohnung an der Pumpenstraße. Von ihrem Balkon aus kann sie täglich den Fortgang der Abrissarbeiten beobachten. Ein wenig nachdenklich wohl, aber ohne Beschwerden. „Das muss doch gemacht werden“, sagt sie. „Ich verstehe das.“

Das – das ist im Einzelnen für die Bewohner und Berufstätigen, die rund um das Abrissareal vom ehemaligen Hertie-Kaufhaus wohnen und arbeiten unterschiedlich: Manche werden morgens früh – wie Hilda Grebe – mit dem Einschalten des Generators wach, manche finden bei der Heimkehr von der Arbeit am Abend eine täglich wechselnde Szenerie vor.

Und manchen treibt das donnernde Aufprallen von Abrissteilen, das Schlagen von Metall auf Metall oder wie vor zwei Tagen das andauernde Wummern der Presslufthämmer um.

Besonders betroffen sind dabei die Mitarbeiter in der Deutsche-Bank-Filiale, die Bewohner der Häuser Schulstraße 8 und Pumpenstraße 3, die nur der Bauzaun von der Abrissstelle trennt. „Die ersten Tage war viel Lärm und Staub“, erinnert sich Hilda Grebe. Wer hier wohnt oder arbeitet, hat es aber nicht nur mit Lärm und Staub zu tun, sondern auch mit Erschütterungen und Vibrationen.

Abbruch ehemaliges Hertie-Haus Gronau

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  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche
  • Auch nach außen sind jetzt die Abbrucharbeiten am ehemaligen Hertie-Haus sichtbar: Wie ein stählener Dinosaurier „frisst“ sich ein 70-Tonnen-Bagger in das Gebäude. Mühelos knackt die Abbruch-Schere dabei große Stücke aus den Betondecken. In vier Wochen, so schätze Polier Horst Priesmeier, dürfte fast alles weg sein. Foto: Klaus Wiedau, Martin Borck und Christiane Nitsche

Mit genau diesen beschäftigt sich Jörg Littek. Der Essener Diplom-Ingenieur ist von der Stadt Gronau als Gutachter eingeschaltet worden, um Schäden, die durch die Abrissarbeiten verursacht werden, zu dokumentieren – gemäß DIN-Norm 4150, Teil drei: „Schäden an Gebäuden“. Sein Büro hat Seismografen an drei neuralgischen Punkten aufgestellt, die nicht nur rund um die Uhr alle Erschütterungen aufzeichnen – je einen in den Redaktionsräumen der WN an der Pumpenstraße, einen bei der Geschäftsstelle der Bank und einen im Jagdfachgeschäft Oldenkotte.

Beim Überschreiten so genannter Triggerwerte bekommen sowohl der Bauleiter des Abrissunternehmens als auch der zuständige Bauleiter bei der Stadt eine Nachricht – vollautomatisch per SMS. Wird ein „Alarmwert“ überschritten, erfolgt die Meldung umgehend, damit die Bagger entsprechend „sanfter“ vorgehen können und Schäden womöglich vermieden werden.

Der Triggerwert liegt laut Littek bei 3,0 Millimeter pro Sekunde Schwinggeschwindigkeit, der Alarmwert bei 9,0. Vergleiche mit der Richter-Skala, die die Stärke von Erdbeben misst, will der Fachmann nicht ziehen. „Das ist nicht vergleichbar“, sagt er. Auch sei nicht automatisch von einem bestimmten Wert aus eine Schlussfolgerung auf Schäden möglich. „Jedes Gebäude reagiert anders.“

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Aus der Vogelsperspektive betrachtet: die Gronauer Innenstadt mit dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus. Foto: Ralf Kötter

Bislang seien die Gronauer Werte weitestgehend im grünen Bereich. „Da gibt es nichts Spektakuläres“, versichert er. Zwar gebe es immer wieder mal Werte, die über die besagten Schwellen hinaus gingen. „Am vergangenen Freitag hatten wir sieben oder acht Meldungen.“ An einzelnen Tagen gab es Ausschläge – mal eine 6,32 am 10. Oktober, mal eine 13,42 am 11. September. Am 1. August, zu Beginn der Arbeiten sogar an einem Messpunkt eine 19,9, wobei einer der anderen zeitgleich 0,56 maß. „Es kann auch mal sein, dass jemand einen Koffer neben dem Gerät abstellt oder Ähnliches“, mutmaßt der Experte. Insgesamt rechne er nicht mit Schlimmerem. „Mit Schäden ist eigentlich nicht zu rechnen“, so Littek. „Für die Bausubstanz waren die Erschütterungen nicht schädlich.“

Abschließend festgestellt und protokolliert werden mögliche Schäden allerdings erst „nach Abschluss der abrissrelevanten Arbeiten“, wie Littek erklärt. Wann das genau sei, stehe noch nicht fest – möglicherweise im November.

Bleiben die strapazierten Nerven und Ohren der Anlieger. Die fallen unter DIN-Norm 4150, Teil zwei: „Beeinträchtigung für Menschen“. Da helfen nur die Strategien, die die Leidgeprüften mittlerweile entwickelt haben: Telefonieren, während die Bauarbeiter Pause machen, Kopfhörer als Lärmschutz tragen, Putzen allenfalls am Wochenende. Und Hilda Grebe macht die Fenster zu. „Die halten dicht, da höre ich nichts.“

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