„Woche der Erinnerung“ – Kooperationsgemeinschaft stellt Programm vor
Mit einem verbalen Stolperstein

Gronau -

„Grüße aus Theresienstadt“ – so lautet der Titel eines Konzerts im Rahmen der „Woche der Erinnerung“. Damit wollen die Organisatoren das Gedenken der Novemberpogrome von 1938 wachhalten. Aber passt denn eine Formulierung, die am ehesten auf Ansichtskarten zu finden ist, zu einem Konzentrationslager? „Sie passt“, meinen die Organisatoren, die sich bewusst für diesen verbalen Stolperstein als Überschrift entschieden haben.

Donnerstag, 01.11.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 01.11.2018, 09:00 Uhr
Das Banner hat schon einen Wiedererkennungswert. In den Reihen der Organisatoren finden sich neben erfahrenen Mitstreitern auch neue Gesichter: (v.l.) Steffen Smit, Lisa Vogler, Barbara Engbrink, Marion Röber, Anne Grothe und Rudi Nacke.
Das Banner hat schon einen Wiedererkennungswert. In den Reihen der Organisatoren finden sich neben erfahrenen Mitstreitern auch neue Gesichter: (v.l.) Steffen Smit, Lisa Vogler, Barbara Engbrink, Marion Röber, Anne Grothe und Rudi Nacke. Foto: Frank Zimmermann

Auch wenn mit Bettina Roth-Tyburski eine wichtige Protagonistin fehlt, hat die Kooperationsgemeinschaft „Woche der Erinnerung“ ein beachtliches Programm zusammengestellt. Es beginnt am Samstag (3. November) mit einer Illumination der Alten Synagoge Epe (Wilhelmstraße) von 17 bis 22 Uhr. „Damit wird die Synagoge ins Licht gerückt“, sagt Rudi Nacke vom Förderkreis Alte Synagoge Epe. Während der Illumination werden Ansprechpartner des Förderkreises vor Ort sein. Am Sonntag (4. November) bietet Rudi Nacke ab 15 Uhr eine Führung auf dem jüdischen Friedhof in Gronau (Vereinsstraße 72a) an.

In der Zeit vom 5. bis 8. November säubern Schüler der Fridtjof-Nansen-Realschule und der Euregio-Gesamtschule Epe Stolpersteine.

„Woche der Erinnerung“

Die „Woche der Erinnerung“ ist eine Kooperation der Ev. Kirchengemeinde Gronau, der Kath. Kirchengemeinde St. Agatha Epe, der Fridtjof-Nansen-Realschule Gronau, der Euregio-Gesamtschule Epe und des Förderkreises Alte Synagoge Epe. Die Pfarrerin Bettina Roth-Tyburski war über viele Jahre eine feste Größe im Team der Organisatoren. Durch ihren Weggang nach Japan sei eine spürbare Lücke entstanden, versicherten ihre ehemaligen Mitstreiter bei der Programmvorstellung.

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Am 9. November, dem zentralen Gedenktag, legen Schüler der Euregio-Gesamtschule um 10 Uhr einen Kranz an der Alten Synagoge in Epe nieder. Um 17 Uhr treffen sich dann die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in Gronau am Alten Rathausturm. Von dort aus gehen sie zum Platz der ehemaligen Synagoge auf dem Kurt-Schumacher-Platz, wo unter anderem Schüler der Fridtjof-Nansen-Realschule Texte vortragen.

Und dann kommt am 10. November (Samstag) das kulturelle „Schmankerl“ des Programms unter der Überschrift „Grüße aus Theresienstadt“. Tatsächlich hat es im Konzentrationslager Theresienstadt viele kulturelle Aktivitäten gegeben. „Die Kulturelite wurde dorthin deportiert. Die Freizeitgestaltung diente der Unterhaltung der KZ-Leitung, aber auch dem Trost der Insassen“, erklärt Marion Röber die ambivalente Situation, die in dem Konzentrationslager in Tschechien geherrscht haben muss. Und genau diese Widersprüchlichkeit greift der Titel „Grüße aus Theresienstadt“ auf.

Die Musikerin und Chorleiterin Marion Röber aus Enschede ist ein neues Mitglied im Organisationsteam für die „Woche der Erinnerung“. Beim Konzert mit Liedern und Texten von Ilse Weber sowie Werken von Viktor Ullmann, Ernest Bloch und Maurice Ravel wirkt Röber als Sängerin mit. Außerdem treten Dora Raykova (Violine) und Svetlana Huck (Klavier) auf. Über die 1903 geborene Ilse Weber erzählt Röber, dass sie eine charismatische Frau gewesen sein muss. Sie schrieb Gedichte und leitete die Kinderkrankenstation in Theresienstadt.

Ihren Abschluss findet die „Woche der Erinnerung“ traditionell mit einem ökumenischen Gottesdienst am 11. November (Sonntag) um 11 Uhr in der Evangelischen Kirche in Epe mit Pfarrer Ingo Stein und dem Frauenchor Bella Donna.

► Zu allen Veranstaltungen laden die Organisatoren herzlich ein. Der Eintritt bzw. die Teilnahme ist kostenlos, Konzertbesucher werden um eine Spende gebeten.

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