Engagement für den Goorbach
Kreisverwaltung frustriert Angler

Gronau -

Eine Gruppe engagierter Angler möchte sich um den Goorbach kümmern. Immer wieder haben sie – auf eigene Kosten – Maßnahmen durchgeführt, um die ökologische Gewässerstruktur zu verbessern. Vom Kreis indes fühlen sie sich ausgebremst.

Donnerstag, 08.11.2018, 08:20 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 08:11 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 08:20 Uhr
Anfang Oktober hatten Jessica Mach und Sascha Brütting bei einem Termin am ausgetrockneten Goorbach die Gelegenheit, persönlich miteinander zu sprechen.
Anfang Oktober hatten Jessica Mach und Sascha Brütting bei einem Termin am ausgetrockneten Goorbach die Gelegenheit, persönlich miteinander zu sprechen. Foto: Frank Zimmermann

Eine Gruppe engagierter Angler möchte sich um den Goorbach kümmern. Immer wieder haben sie – auf eigene Kosten – Maßnahmen durchgeführt, um die ökologische Gewässerstruktur zu verbessern. Einiges haben sie schon gemacht: Aale und Edelkrebse wurden ins Gewässer eingesetzt. Mit Kieselsteinen die Struktur verbessert.

Andere Aktionen befinden sich sozusagen noch in der Warteschleife. So sei schon 2015 bei einem Termin am Bach ein Maßnahmenbündel geschnürt worden. Bei diesem Gespräch, so versichert Angler und Landschaftswart Sascha Brütting, seien auch Vertreter des Kreises, der Wasser- und Bodenverbände und der Stadt dabei gewesen. Man sei sich bis in die Detailplanung einig gewesen. Aber: Grünes Licht vom Kreis Borken, der hier zuständige Behörde ist, sei nie gekommen.

Kommentar

Zentrales Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist es, den ökologischen Zustand von Gewässern systematisch zu verbessern.Nun gibt es in Gronau eine Handvoll engagierter Angler, die bei der Umsetzung dieses Ziels mithelfen wollen. Doch von der Kreisverwaltung werden sie eher gebremst als unterstützt, erhalten nicht mal eine zugesagte Rückmeldung zu einem ihrer Projekte. Die Verwaltung täte gut daran, zumindest ihre Kommunikation zu verbessern und ihr Vorgehen zu erklären. Frank Zimmermann

...

Darauf hat Sascha Brütting bei einem Ortstermin Anfang Oktober Jessica Mach von der Kreisverwaltung (Facheinheit Natur und Umwelt) angesprochen. Sie sicherte ihm zu, den Sachverhalt zu klären und zeitnah eine entsprechende Rückmeldung zu gegeben. Sie ist der Sache wohl auch nachgegangen: Demnach sei der Vorgang beim Kreis nicht aktenkundig und somit quasi nicht existent. Dies hat Jessica Mach – anders als zugesagt – den Anglern aber nicht mitgeteilt, sondern auf Nachfrage den WN.

Für die Angler passt dieses Vorgehen ins Bild. Denn sie haben das Gefühl, die Kreisverwaltung stoppe sie in ihrem Engagement und halte sie klein. Doch Aufgeben ist für Sascha Brütting trotzdem kein Thema. Im Gegenteil. Er hat gleich ein neues Projekt vorgeschlagen: Die Angler möchten Steine in den Goorbach einbringen dürfen, um ein sogenanntes Habitat (einen Lebensraum) für Mühlkoppen zu schaffen. Die Mühlkoppe war laut Brütting früher im Goorbach beheimatet, ist dort aber inzwischen nicht mehr zu finden.  

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