Stadtwerke veröffentlichen Stellungnahme zu Behauptungen
„Maß an Ungereimtheiten ist voll“

Gronau -

Die Stadtwerke wehren sich, „weil das Maß an Ungereimtheiten – vielleicht auch Unverschämtheiten – einfach voll ist“, wie es in einer Stellungnahme des Unternehmens heißt.

Donnerstag, 08.11.2018, 19:06 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 16:02 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 19:06 Uhr
Die Geschäftsführung der Stadtwerke hat jetzt zu den Behauptungen, die im Zusammenhang mit den Unterschlagungen bei den städtischen Bädern gemacht werden, eine Stellungnahme veröffentlicht.
Die Geschäftsführung der Stadtwerke hat jetzt zu den Behauptungen, die im Zusammenhang mit den Unterschlagungen bei den städtischen Bädern gemacht werden, eine Stellungnahme veröffentlicht. Foto: Martin Borck

Die Stadtwerke wehren sich, „weil das Maß an Ungereimtheiten – vielleicht auch Unverschämtheiten – einfach voll ist“, wie es in einer Stellungnahme des Unternehmens heißt. „Wir können die Unwahrheiten, die vornehmlich über die Aktionsgruppe um Frau Meyer verbreitet werden, nicht länger unkommentiert stehen lassen. Mittlerweile werden Realitäten verdreht und Rollen wahllos vertauscht: Das geschädigte Unternehmen soll zum Täter gemacht und eine Täterin zum Opfer umgedeutet werden.“

Zu den „Falschbehauptungen“ nehmen die Stadtwerke im Einzelnen Stellung. Nachfolgend der Text im Wortlaut der Presseerklärung.

„1. Wann erhielt die Geschäftsführung (GF) Kenntnis von möglichen Unterschlagungen? Die GF der Stadtwerke Gronau wurde erst am 3. Februar 2015 erstmals von möglichen Unregelmäßigkeiten in Kenntnis gesetzt. Am gleichen Tag erfolgte die Beauftragung einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die sofort ihre Arbeit aufnahm. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erhielt den Auftrag größtmöglicher Aufklärung ohne jede Eingrenzung auf bestimmte Personen.

2. Wurde nur einseitig gegen Frau Meyer ermittelt? Nein. In gleicher Weise – ohne Beschränkung auf bestimmte Personen – haben die Stadtwerke Gronau die aufgekommenen Verdachtsmomente in ihrer Strafanzeige gegen Unbekannt an die Staatsanwaltschaft Münster übermittelt. Ohnehin ermittelt die Staatsanwaltschaft von Amts wegen gegen jeden möglichen Verantwortlichen und hat es auch in diesem Fall getan.

3. Ist Frau Meyer unschuldig? Nein, bei allen Angaben der ehemaligen Mitarbeiterin Iris Meyer darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Frau Meyer über Jahre hinweg Abrechnungsbelege vorsätzlich manipuliert, unrichtige Kassenabrechnungen gefertigt und damit die Feststellung von Kassenfehlbeträgen bewusst verschleiert hat, bis hin zu mehr als 2000 Euro Fehlbetrag im Einzelfall. Soweit sie behauptet, dabei das fehlende Geld nicht selbst an sich genommen zu haben, hat sie in jedem Fall hierbei mindestens eine strafbare Urkundenunterdrückung begangen und mit ihren Manipulationen und Falschabrechnungen das Fehlverhalten Dritter bewusst gedeckt. Sie wusste ferner seit Jahren als Kassenverantwortliche(!) von Fehlbeträgen und Unterschlagungen, hat dies jedoch nie in geeigneter Form gemeldet. Es ist somit falsch, dass Frau Meyer sich lediglich als Betroffene bezeichnet. (. . . )

4. Falsch ist die Behauptung, Frau Meyer hätte bereits im Dezember 2014 gegenüber dem neuen Bäderleiter ausführliche Hinweise über fehlende Schwimmkursgelder geäußert, die die Stadtwerke dann außer Acht gelassen hätten. Genau das hat Frau Meyer nicht getan. Es gab in besagtem Gespräch gerade keine Hinweise von ihr auf mögliche Unregelmäßigkeiten, die die Stadtwerke zu diesem Zeitpunkt hätten verfolgen können.

5. Falsch ist weiter die Behauptung, dass Frau Meyer gegenüber dem von uns beauftragten Wirtschaftsprüfer im Februar 2015 an der Aufklärung der Kassendifferenzen aktiv mitgearbeitet hätte. Sie hat dem Wirtschaftsprüfer gegenüber vielmehr nur dann etwas zugegeben, wenn man es ihr anhand von Unterlagen beweisen konnte.

6. Falsch ist weiterhin, dass man Frau Meyer nicht genügend zur Mithilfe bei der Aufklärung gebeten haben soll. Sie hat insgesamt sechs Einladungen zu Anhörungen vor der Geschäftsleitung erhalten. Teilweise ist sie dabei Erklärungen schuldig geblieben, teilweise hat sie sich auf Erinnerungslücken berufen.

7. Falsch ist weiterhin, dass nicht weitere Schwimmmeisterinnen als Zeugen befragt worden seien. Im Gegenteil wurden schon zu Beginn der Untersuchungen im Februar 2015 und auch im weiteren Verlauf fortlaufend neben Frau Meyer viele weitere Mitarbeiter/innen der Stadtwerke, insbesondere aus dem Bäderteam sowohl von uns als auch der Polizei/Staatsanwaltschaft befragt. Die Befragungen ergaben jedoch keine weiterführenden Hinweise, insbesondere auch keine Hinweise zur Problematik der Schwimmkurse. Diese Problematik der gesonderten Kasse für Schwimmkurse ist der GF erst im September 2017 aufgrund gezielter Nachprüfungen durch die Stadtwerke zur Kenntnis gelangt.

8. Dass es daneben möglicherweise auch Verfehlungen anderer, ehemaliger Mitarbeiter im Bäderbereich der Stadtwerke Gronau GmbH gegeben haben kann, die seitens der Wirtschaftsprüfer und der Staatsanwaltschaft nicht mehr genügend sicher ermittelt und bewiesen werden konnten, hat keinen Einfluss auf die Feststellung der Verantwortlichkeit von Frau Meyer für von ihr unterschriebene manipulierte Abrechnungen und ihr Fehlverhalten dabei.“

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