Team des Zollamts Rheine geriet ins Schwärmen
Mit Rockgeschichte auf Tuchfühlung

Gronau -

Einen Termin mit hohem Seltenheitsfaktor hat jetzt das Zollamt Rheine erlebt: Denn im Gronauer Rock’n’Popmuseum sind gerade frisch Exponate von namhaften Rock- und Popgrößen eingetroffen. Die Lieferung stammt von der Stiftung „L’Unique Foundation“ mit Sitz in Basel. Bei der wertvollen Fracht geriet sogar das Team des Zollamts ins Schwärmen.

Freitag, 09.11.2018, 18:04 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 10:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 18:04 Uhr
Das Flightcase von Metallica war nur eines der neuen Exponate, die der Zoll Rheine vor Ort prüfen durfte. Auf dem Bild zu sehen: v. l. n. r.: Robert Grawe, Leiter des Zollamts Rheine, Julia Miller, Abfertigungsleiterin des Zollamts Rheine und Stefanie Hamann vom rock‘n‘popmuseum.
Das Flightcase von Metallica war nur eines der neuen Exponate, die der Zoll Rheine vor Ort prüfen durfte. Auf dem Bild zu sehen (v.l.): Robert Grawe, Leiter des Zollamts Rheine, Julia Miller, Abfertigungsleiterin des Zollamts Rheine, und Stefanie Hamann vom Rock‘n‘Popmuseum. Foto: RPM

Viele Rock- und Popmusik-Fans dürfte der Neid ereilen, wenn sie erfahren, welche wertvollen Stücke das Zollamt Rheine vergangene Woche begutachten durfte. Dabei waren etwa der Leopardenhut von David Bowie, die violetten Sonnengläser von Janis Joplin, ein Hemd von Kurt Cobain, eine Gitarre von AC/DC, die Maske von Marilyn Manson oder das Bühnenkostüm von The Who. Und die Liste ist hier noch nicht zu Ende. Sinn und Zweck des Zollbesuchs war die Prüfung der gelieferten Exponate. „Wir müssen schauen, ob sich das, was in den Protokollen steht, auch wirklich in den Kisten befindet“, erläutert Julia Miller, Abfertigungsleiterin des Zollamts Rheine. Ein Standardprozedere, denn viele Sendungen, die Deutschland aus nicht-EU-Staaten erreichen, werden nicht nur papiermäßig, sondern auch vor Ort vom Zoll geprüft.

Der Rest war für Julia Miller, Robert Grawe, Leiter des Zollamts Rheine und Britta Flothmann, Pressesprecherin des Hauptzollamts Münster, alles andere als Standard. „Gerade unser Zollamt beschäftigt sich in den allermeisten Fällen mit normalen Wirtschaftsgütern. Da ist die Lieferung heute schon eine schöne Sache, die man gerne intensiver beschaut“, so Grawe. Auch Julia Miller fühlt sich ein Stück in ihre Jugend versetzt: „Das Hemd von Kurt Cobain war mein persönliches Highlight, denn das war die Zeit, wo ich Abitur gemacht habe. Auf den ganzen Partys lief Nirvana rauf und runter.“

Robert Grawe, selbst Veranstalter von Konzerten in einer Bluesinitiative in Rheine, war besonders von einem Exponat angetan – dem Verstärker von Eric Clapton: „Ich bin 1953 geboren. Damals gab es im Fernsehen die Sendung Beatclub. Nachmittags um 15.30 Uhr durfte ich mir das immer angucken. Als ich 14 Jahre alt war, sah ich eine Liveübertragung aus London: Ein Typ spielte da Gitarre, wie ich es noch nie gesehen hatte – das war Jimi Hendrix. Seitdem war Gitarre für mich ein Thema. Und die Gitarrenklänge, die zu dieser Zeit aufkamen, dieses Verzerrte, das war total neu. Das fasziniert mich noch heute. Deshalb war der Verstärker für mich ein absolutes Highlight.“

Stefanie Hamann, Mitarbeiterin des Rock’n’Popmuseums und verantwortlich für die Exponate, zeigt sich zufrieden mit dem Termin: „Dass wir die Begutachtung hier vor Ort machen konnten, ist wirklich hilfreich. Denn bei dem Umgang mit Exponaten ist immer Vorsicht geboten. Da ist dann ein Lieferweg weniger schon sehr viel Wert. Und natürlich hat der Termin auch wieder gezeigt, dass Musik nahezu immer Erinnerungen und Gefühle weckt und so auch schnell persönliche und spannende Geschichten aufkommen.“

Das Team vom Zoll hat das Museum jedenfalls nicht zum letzten Mal gesehen. Alle drei wollen auch die neue Ausstellung besuchen – dann aber ganz privat.

Dieser Hut gehörte David Bowie.

Dieser Hut gehörte David Bowie. Foto: L'Unique Foundation

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