Änderungen bei Seniorenehrungen und Ehejubiläen geplant
Geschenk als Mitbringsel – doch wichtiger ist das Gespräch

Gronau -

Die Ehrung von betagten Menschen an ihrem Geburtstag und die Gratulation zu besonderen Ehejubiläen gehören zu den Aufgaben der Bürgermeisterin und ihrer Stellvertreter. Zu diesen Ereignissen kommen die Repräsentanten der Stadt nicht mit leeren Händen. Bisher gab es je nach Anlass einen Blumenstrauß oder eine Flasche Wein, bei bestimmten Terminen (90. Geburtstag oder 105. Geburtstag) zu den Blumen auch noch einen 30-Euro-Geschenkgutschein. Bei den Ehejubiläen gab es – gestaffelt nach Anlass – Präsentkörbe im Wert von 30 oder 40 Euro.

Samstag, 10.11.2018, 10:40 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 10:31 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 10.11.2018, 10:40 Uhr
Einen großen Blumenstrauß bringt die Bürgermeisterin bei besonderen Geburtstagen mit.
Einen großen Blumenstrauß bringt die Bürgermeisterin bei besonderen Geburtstagen mit. Foto: Andrea Warnecke/ dpa

Ab Jahresbeginn soll – vorausgesetzt der Rat stimmt zu – eine Neuregelung der Präsente erfolgen. Der Hauptausschuss legte dafür die neue Messlatte fest. Erarbeitet worden ist das zeitgemäßere Geschenk-Paket von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit Vertretern des Seniorenbeirates.

Künftig gibt es zum 80. Geburtstag (wie bisher) ein Glückwunschschreiben der Stadt, vom 81. bis 89. Geburtstag erfolgt keine Ehrung (ist auch heute so). Zum 90. Geburtstag dürfen sich die Senioren künftig auf einen großen Blumenstrauß freuen, der beim Besuch von Bürgermeisterin (oder Vertreter) überreicht wird. Vom 91. bis 99. fällt er etwas kleiner aus, zum runden 100. und 105. Geburtstag gibt es wieder den „großen“ und dazwischen die kleinere Variante. Bei den Hochzeitsjubiläen dürfen sich die Geehrten künftig auf Blumen und einen 30-Euro-Geschenk-Gutschein freuen.

„Wir haben nach einer praktikablen Lösung gesucht“, machte Detlev Hollenborg (Innere Verwaltung) deutlich. Vor allem die Lösung mit den Präsentkörben sei wenig praktisch gewesen und habe zudem bisweilen auch den Geschmack der Senioren verfehlt. Auch Wein sei nicht überall das passende Geschenk gewesen.

Der bereits vor Jahren von der Fraktion „Pro Bürgerschaft/Piraten“ eingebrachte Vorschlag, Jubilare zu einer gemeinsamen Feierstunde mit Vertretern der Stadt einzuladen, fand auch nach einem erneuten Anlauf von Stephan Strestik keine Mehrheit. Dabei warb Strestik sehr charmant dafür: „Wir haben ja in unserer Fraktion auch etwas Reichweite im gehobenen Alter!“

Gerade der persönliche Besuch und das Gespräch werde von vielen Senioren als „Wertschätzung“ empfunden, berichtete Bürgermeisterin Sonja Jürgens aus ihrer Erfahrung. Das würde bei einer Großveranstaltung zu kurz kommen. Stellvertretender Bürgermeister Rainer Doetkotte pflichtete ihr bei: „Viele empfinden das Gespräch als sehr wertvoll – wertvoller als jedes Präsent.“ Auch Martha Bösing (Seniorenbeirat) machte deutlich, dass die persönliche Begegnung, das aktive Zuhören und das Zeit geben wichtiger seien als das Geschenk. Bei einer zentralen Veranstaltung stelle sich neben der Frage, wer sie organisieren soll, auch das Problem, dass die fehlende Mobilität älterer Menschen die Teilnahme gar nicht zulasse.

Für nachhaltige Geschenke warb Udo Buchholz (Gal). Seine Anregung: Statt des Blumenstraußes eine Topfblume mitzunehmen. Auch dafür konnte sich der Ausschuss nicht begeistern, zumal Jürgens darauf hinwies, dass die Seniorenehrung biweilen auch im Krankenhaus stattfinde, wo eine Topfblume nicht zulässig sei.

Am Ende beschloss der Hauptausschuss die neue Regelung einstimmig – bei einer Enthaltung. Die Verwaltung machte deutlich, dass damit jährlich Mehrkosten von 3000 Euro gegenüber der bisherigen Regelung verbunden sind.

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