Rocket-Innovations-Projekt „Antibakterielle Kunststoffe“
Keimfrei dank Erfindergeist

Gronau -

Im Gronauer Wirtschaftszentrum WZG an der Fabrikstraße ist die Nanobay – NB GmbH beheimatet. Hier entwickelt Prof. Dr. Gregor Luthe gemeinsam mit anderen kreativen Köpfen aus der Euregio neue Wege, um den sich immer mehr ausbreitenden Krankenhauskeimen und anderen resistenten Bakterien wirksam zu begegnen.

Dienstag, 20.11.2018, 22:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 20:30 Uhr
Beim Treffen der Kooperationspartner des Euregionalen Rocket-Innovations-Projektes „Antibakterielle Kunststoffe“ wurde eine Zwischenbilanz gezogen.
Beim Treffen der Kooperationspartner des Euregionalen Rocket-Innovations-Projektes „Antibakterielle Kunststoffe“ wurde eine Zwischenbilanz gezogen. Foto: Norbert Diekmann

Beim Treffen der Kooperationspartner des Euregionalen Rocket-Innovations-Projektes „Antibakterielle Kunststoffe“ wurde am Dienstag eine Zwischenbilanz gezogen.

Andreas Kwekkeboom, Tischlermeister und Zimmermann aus Heek, steht für das Enscheder Unternehmen Luftkurholz bv. Er produziert Korkfußböden und Wandverkleidungen, die das Raumklima und damit die Gesundheit der im Raum lebenden Menschen positiv fördern, weil sie flüchtige organische Verbindungen der Luft entziehen. Nebenher können diese neuartigen Werkstoffe die Atmosphäre von unangenehmen Gerüchen säubern. Zur Zeit laufen konkrete Vorbereitungen dafür, die bisherige Produktion, die auf rund 2000 Quadratmeter im Monat beschränkt war, an einer neuen Produktionsstätte erheblich auszuweiten.

Anderes Beispiel: Welcher Laie kann sich schon vorstellen, dass aus Kartoffelstärke ein Werkstoff für 3-D-Drucker entwickelt werden kann, der einerseits antibakteriell wirkt und andererseits biologisch abbaubar ist. Auf den Gegenständen, die ein 3-D-Drucker aus diesem Material herstellt, haben Krankenhauskeime keine Chance.

Beim Treffen im WZG wurde auch eine Kunststoff-Beschichtung vorgestellt, die Krankenhauskeime und andere multiresistente Keime abtötet, aber selbst nicht giftig ist. Bei seiner Erfindung macht Luthe sich die besonderen elektrostatischen Eigenschaften an der Oberfläche dieser „Keramik“ zu Nutze.

Immer wieder und immer schneller entwickeln sich neue Bakterienarten, denen die vorhandenen Antibiotika nichts anhaben können. Die pharmazeutische Forschung wird in absehbarer Zeit nicht mehr im gleichen Tempo neue Antibiotika entwickeln können. Wenn dieser Wettlauf für die Forschung verloren geht, werden die Patienten die Leidtragenden sein. Da kann es im Krankenhauswesen eine erhebliche Entlastung bedeuten, wenn die von Luthe und seinem Team entwickelte Kunststoff-Beschichtung die Oberflächen von Einrichtungsgegenständen und Geräten keimfrei macht. Um seine neueste Erfindung im Industrie-Maßstab produzieren zu können, bereiten Luthe und seine Mitstreiter die Gründung einer Aktiengesellschaft vor. Geplant ist, dass das Unternehmen in Rosendahl diese wie ein Lack aufzutragende Kunststoff-Beschichtung produzieren wird.

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