Förderkreis Alte Synagoge Epe tagte
Die Arbeit auf eine breite Basis stellen

Epe -

Heinz Krabbe, Vorsitzender des Förderkreises Alte Synagoge Epe e.V., und sein Stellvertreter Rudolf Nacke konnten anlässlich der Mitgliederversammlung gut ein Jahr nach der Vereinsgründung auf eine beeindruckende Liste von Aktivitäten zurückblicken.

Montag, 26.11.2018, 07:29 Uhr
Zu Beginn der „Woche der Erinnerung“ wurde an der ehemaligen Eper Synagoge ein besonderes Zeichen gesetzt: Eine Lichtinstallation verwandelte das Haus und erinnerte an unterschiedliche Zeiten seiner wechselvollen Geschichte.
Zu Beginn der „Woche der Erinnerung“ wurde an der ehemaligen Eper Synagoge ein besonderes Zeichen gesetzt: Eine Lichtinstallation verwandelte das Haus und erinnerte an unterschiedliche Zeiten seiner wechselvollen Geschichte. Foto: Klaus Wiedau

Heinz Krabbe, Vorsitzender des Förderkreises Alte Synagoge Epe e.V., und sein Stellvertreter Rudolf Nacke konnten anlässlich der Mitgliederversammlung gut ein Jahr nach der Vereinsgründung auf eine beeindruckende Liste von Aktivitäten zurückblicken. Beeindruckend sei, so der Vorsitzende, die engagierte Beteiligung zahlreicher Menschen bei der Gründung des Vereins gewesen, darunter auch viele Angehörige der Familie Pagener, die ihre Wurzeln in Epe hat.

Franz-Josef Terlinde hat für den Verein ein gut durchdachtes Logo entwickelt, Robert Keul zügig einen Internetauftritt gestaltet, Martin Dust als Architekt ehrenamtlich wichtige Überlegungen zur künftigen Nutzung des Gebäudes beigesteuert. Krabbe präsentierte im Rahmen seines Jahresrückblicks einige Schlaglichter aus der Geschichte der Synagoge an der Wilhelmstraße vom Bau 1907 über die Zerstörungen in der Pogromnacht bis zu den „Umnutzungen“ nach 1938. Dankbar konnte er berichten, dass der Landschaftsverband auf seine Kosten eine bauhistorische und archäologische Untersuchung des Hauses veranlasst habe, die zu der Empfehlung geführt habe, die Alte Synagoge als Denkmal unter Schutz zu stellen. Dabei hob Krabbe die Freilegung des rituellen Tauchbades, der Mikwe, besonders hervor. Entsprechend der Empfehlung des Landschaftsverbandes hat die Stadt den Denkmalwert des Gebäudes beschlossen. Die alte Synagoge sei nicht nur als frühere Synagoge ein Denkmal, sondern wegen der mit dem Haus verbundenen Erinnerung an die Ortsgeschichte in den folgenden Jahrzehnten.

Krabbe und Nacke berichteten ausführlich darüber, wie Mitglieder des Vorstandes durch Besichtigungen von ehemaligen Synagogen in Twente, zum Beispiel in Borculo und Haaksbergen, und Westfalen, u.a. in Petershagen und Stadthagen, sich sachkundig gemacht haben. „Wir haben da ganz unterschiedliche Anregungen bekommen, die wir jetzt bei den weiteren Überlegungen nutzen können.“ Für die weitere Arbeit sei, so Krabbe, besonders hilfreich, dass es dafür eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den in der Stadtverwaltung für die Denkmalspflege verantwortlichen Mitarbeitern gebe.

Nachdem vor einigen Wochen die störenden Anbauten durch fleißige Helfer vom Schützenverein abgebaut werden konnten, gelte jetzt das Hauptaugenmerk des Vereins der Gewinnung von Förderern für die geplante Nutzung der Alten Synagoge als „Ort der Erinnerung und des Lernens.

Krabbe konnte berichten, dass es eine sehr positive Reaktion von einzelnen Bürgern, aber auch von Institutionen und Unternehmen gebe, die sich bereit erklärt haben, die Arbeit des Förderkreises zu stützen. Auch mit Kirchengemeinden, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gebe es erste Absprachen für die künftige Nutzung der Alten Synagoge. Neben der Euregio-VHS haben auch die Gremien der Agatha-Gemeinde konkrete Ideen entwickelt, wie sie z.B. die Alte Synagoge künftig in ihre Arbeit einbeziehen könne. So gebe es Überlegungen, bei Firmvorbereitungskursen die Alte Synagoge zu berücksichtigen. Auch hinsichtlich der Kooperation mit Schulen gebe es erste Gespräche.

Norbert Lüttmann verwies auf die Möglichkeit, den Bereich der Lehrerfortbildung zu berücksichtigen. Bevor es aber zu einer konkreten Nutzung komme, müsse die Alte Synagoge entsprechend renoviert und hergerichtet werden. Dazu gab es eine angeregte Diskussion.

Da der Verein gerade auf das erste Jahr seines Bestehens zurückblicken kann, fiel der Kassenbericht, den Schatzmeister Manfred Hinrichsen erstattete, noch überschaubar aus. Die Einnahmen setzten sich aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden zusammen. Ausgaben habe es, da alle Arbeit ehrenamtlich geleistet werde, eigentlich noch keine gegeben. Kein Wunder, dass die Versammlung dem Vorstand auf Vorschlag von Kassenprüfer Josef Brefeld einstimmig Entlastung erteilen konnte.

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