Fachtag des Netzwerks Frühe Hilfen
Wenn Mama psychisch krank ist

Gronau -

Selbst wenn Kinder kerngesund auf die Welt kommen, hängt ihr Leben in den ersten Monaten und sogar Jahren an einem dünnen Faden. Sie sind auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass die Erwachsenen in ihrem engen Umfeld sich liebevoll um sie kümmern, sie versorgen und schützen. Aber was tun, wenn Eltern das nicht können, weil sie psychisch oder Suchtkrank sind?

Samstag, 01.12.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 01.12.2018, 16:16 Uhr
Prof. Dr. Albert Lenz versorgte die Teilnehmer des Fachtages am Vormittag mit Informationen zum Thema. In gemischt-professionellen Kleingruppen haben sie die Gronauer Fachkräfte am Nachmittag intensiv zum Thema ausgetauscht.
Prof. Dr. Albert Lenz versorgte die Teilnehmer des Fachtages am Vormittag mit Informationen zum Thema. In gemischt-professionellen Kleingruppen haben sie die Gronauer Fachkräfte am Nachmittag intensiv zum Thema ausgetauscht. Foto: Rainer Hülskötter

Genau um diese Frage drehte sich der jüngste Netzwerktag des Netzwerks Frühe Hilfen im Walter-Thiemann-Haus. Organisiert wurde er vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem Jugendamt der Stadt Gronau. Als Referent war Prof. Dr. Albert Lenz eingeladen, der auf diesem Themenfeld als ausgewiesener Experte gilt. Er hat unter anderem ein vorbeugendes Gruppenprogramm zur Stärkung von Ressourcen psychisch erkrankter und suchtkranker Eltern entwickelt. Dieses stellte er den Teilnehmern des Fachtags vor.

Das Interesse der Gronauer Fachkräfte war groß: Die Teilnehmerzahl war auf 50 Personen beschränkt. „Angefragt hatten aber deutlich mehr“, so Claudia Mersmann vom SkF. Schließlich vertraten die 50 Teilnehmer beim Fachtag zehn verschiedene Professionen. Das Spektrum reichte vom Sozialarbeiter bis zum Arzt und von der Hebamme bis zum Polizisten. Dass die Teilnehmer mit dem Fachtag sehr zufrieden waren, hätten die schriftlich abgefragten Rückmeldungen ergeben, berichtet Rainer Hülskötter, Sachgebietsleiter Soziale Dienste des Jugendamtes.

Neben der großen Nachfrage verdeutlichen auch einige Zahlen von Prof. Lenz die Bedeutung des Themas: Deutschlandweit seien rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen, darunter 500 000 bis 600 000 Säuglinge und Kleinkinder. Rechnet man diese Zahlen auf Gronau runter, so kommt man auf bis zu 400 Kinder, für die Frühe Hilfen in diesem Bereich relevant wären.

Neben dem geballten fachlichen Input zum Thema erbrachte der Fachtag ein zweites Resultat: Es hat sich eine 16-köpfige, multiprofessionelle Arbeitsgruppe gebildet, die weiter an dem Thema arbeiten möchte. Im Frühjahr 2019 soll ein erstes Gruppentreffen stattfinden. Die Mitglieder wollen das Thema aus dem Blickwinkel ihrer jeweiligen Profession heraus analysieren und einen gemeinsamen Arbeitsansatz entwickeln, wie man damit in Gronau umgehen kann.

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