Vortrag des Stadtarchivars
Blütezeit einer Industriestadt

Gronau -

Stadtarchivar Gerd Lippert präsentiert die Geschichte Gronaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die damalige Dynamik des historischen Wandels (Kaiserreich-Weltkrieg-Weimarer Republik) erlaubt uns heute einen intensiven und farbigen Einblick in eine Zeit, in der die Stadt Gronau als solche im wahrsten Sinne des Wortes „gemacht“ wurde.

Mittwoch, 05.12.2018, 09:21 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 09:50 Uhr
Einige Gebäude – wie hier das Wirtschaftszentrum Gronau, die frühere Baumwollspinnerei Gerrit van Delden – erinnern auch heute noch an die Blütezeit der Dinkelstadt.
Einige Gebäude – wie hier das Wirtschaftszentrum Gronau, die frühere Baumwollspinnerei Gerrit van Delden – erinnern auch heute noch an die Blütezeit der Dinkelstadt. Foto: Klaus Wiedau

Wer im heutigen Gronau auf die Suche nach den Spuren der Geschichte dieser Stadt geht, stößt zunächst einmal auf die denkmalgeschützten Gebäude der Textilindustrie. Auch andere Denkmäler wie Sakralbauten und Versorgungseinrichtungen, Schulen und ganze Siedlungen verweisen auf die Entstehungs- und Blütezeit Gronaus, die 1898 mit der Stadtwerdung begann.

Nachdem durch kaiserlichen Erlass das kleine Städtlein flächenmäßig um ein Vielfaches erweitert und mit der Städteordnung versehen worden war, stand der Amtmann und Bürgermeister August Hahn nun auf einem soliden Fundament, um Gronau zu einer „echten“ Stadt zu gestalten. Ihm verblieb bis zu seinem allzu frühen Tod im Jahr 1907 kaum ein Jahrzehnt, die dafür notwendigen Strukturen zu schaffen und innerhalb dieser die wichtigsten städtischen Einrichtungen und Institutionen zu realisieren. Tatsächlich hinterließ er seinem Nachfolger Maximilian Hagedorn ein gut geordnetes Gemeinwesen, welches dieser in seiner dann 24-jährigen Amtszeit erfolgreich ausbaute.

Die Periode von 1898 bis 1931 kann in der Entwicklungsgeschichte Gronaus als Blütezeit gesehen werden. In diesen drei Jahrzehnten war nicht nur die Textilindustrie durch ein rasantes Wirtschaftswachstum (mit Höhen und Tiefen) geprägt, auch die Stadt selbst verzeichnete, parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung, einen starken Zuwachs der Einwohnerzahl. Geprägt durch die industrielle Arbeitergesellschaft, durch die hier recht patriarchalisch-familiär engagierte Unternehmerschaft und ein gleichfalls vor Ort entstehendes, besonders in den Bereichen Bahn und Schule zunehmendes Beamtentum entstand in dieser Zeit eine städtische Kultur, deren teils sehr fortschrittliche Eigenheiten auch den grenzüberschreitenden Vergleich nicht scheuen mussten.

Mit einem kostenfreien Vortrag im Stadtarchiv, Bahnhofstraße 40 (IZG) präsentiert Stadtarchivar Gert Lippert am Dienstag (11. Dezember) ab 16.30 Uhr die Geschichte Gronaus in einer auf die ersten drei Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts begrenzten Periode. Deren Dynamik des historischen Wandels (Kaiserreich-Weltkrieg-Weimarer Republik) erlaubt uns heute einen intensiven und farbigen Einblick in eine Zeit, in der die Stadt Gronau als solche im wahrsten Sinne des Wortes „gemacht“ wurde. Anmeldungen nimmt die Euregio-Volkshochschule unter ✆ 02562 12666 oder online entgegen.  

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