Fundamente reichen bis unter die Konrad-Adenauer-Straße
Hertie wehrt sich gegen Abbruch

Gronau -

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich die Reste des ehemaligen Hertie-Gebäudes gegen ihren Abbruch wehren. Das letzte Aufbäumen ist nicht von schlechten Eltern: „Da haben uns die Vorväter ein starkes Erbe hinterlassen“, berichtete Joachim Krafzik, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, am Mittwochabend im Bauausschuss.

Freitag, 07.12.2018, 07:31 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 07:40 Uhr
Zur Konrad-Adenauer-Straße hin zeigen sich die Hertie-Fundamente hartnäckig: Sie gehen bis zu fünf Meter tief in die Erde und ragen unter die Straße. Wie hier ein Rückbau erfolgen kann, ohne Straße und Versorgungsleitungen zu beschädigen, wird derzeit von Fachleuten unter die Lupe genommen.
Zur Konrad-Adenauer-Straße hin zeigen sich die Hertie-Fundamente hartnäckig: Sie gehen bis zu fünf Meter tief in die Erde und ragen unter die Straße. Wie hier ein Rückbau erfolgen kann, ohne Straße und Versorgungsleitungen zu beschädigen, wird derzeit von Fachleuten unter die Lupe genommen. Foto: Klaus Wiedau

Denn: Die Baggerfahrer des Abbruch-Unternehmens sind in der letzten westlichen Ecke der Baustelle auf Fundamente gestoßen, „mit denen nicht zu rechnen war“, so Krafzik. Sie reichen nicht nur bis rund fünf Meter tief in die Erde, sondern auch bis unter die Konrad-Adenauer-Straße. Mit der Folge, dass beim erforderlichen Rückbau an der Grundstücksgrenze besondere Vorsicht walten muss, um den Straßenkörper und die darin verlegten Leitungen (Gas, Strom) nicht zu beschädigen. Krafzik sprach in diesem Zusammenhang von Überlegungen, diese Fundamente zu durchtrennen und sie im Straßenbereich unter der Erde zu lassen. Dafür sind zuvor aber Untersuchungen erforderlich, wie der Schutz von Straße und der Versorgungsleitungen erfolgen kann.

Für den östlichen Bereich des Abbruch-Geländes habe der Kampfmittelräumdienst inzwischen eine „eingeschränkte Freigabe“ erteilt. Die Einschränkung beziehe sich darauf, dass an dieser Stelle im Boden viele Fremdeinflüsse enthalten seien, die eine Kampfmittelsondierung erschweren. Gleichwohl sollen in diesem Bereich in der kommenden Woche „mit der gebotenen Vorsicht“ (Krafzik) die archäologischen Untersuchungen durch Denkmalpfleger beginnen. Sie hoffen darauf, dass der Untergrund noch historischen Geheimnisse preisgibt, die für die Nachwelt dokumentiert werden können. Die Experten, so Krafzik, würden bei ihren Untersuchungen aber nicht mit „Pinsel und Kelle“ anrücken, sondern mit einem Bagger des Abbruchteams Bodenschichten „vorsichtig abtragen“. Wie Krafzik den Ausschussmitgliedern weiter berichtete, hat inzwischen auch ein von den Drio-Investoren beauftragtes Unternehmen mit Baugrunduntersuchungen am Hertie-Standort begonnen. Bekannt sei, dass der Baugrund an dieser Stelle nicht besonders tragfähig ist. Die Untersuchungen sollen Hinweise darauf liefern, wie an dieser Stelle die Gründung für ein neues Gebäude erfolgen sollte.

In Sachen Freiflächenplanung – also die im Zuge der Innenstadterneuerung notwendigen Neugestaltung von Straßen, Wegen und Plätzen – haben erste Informationsveranstaltungen (Kaufleute, Bündnis für Familie, Arbeitskreis Spielleitplanung) bereits stattgefunden. Für den 22. Januar ist laut Krafzik eine große Veranstaltung zur allgemeinen Bürgerbeteiligung in der Bürgerhalle geplant.

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