Gronaus neuer Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick führt in Velen durchs Hotel
Ein letzter Gang durchs Sportschloss

Velen -

Eine schwere hölzerne Tür, die krachend ins Schloss fällt, gibt es im Velener Schloss nicht. Stattdessen schließt sich leise die gläserne Schiebetür des Hauptgebäudes und setzt so einen stummen Schlusspunkt unter die Ära Sportschloss Velen. Bevor die Öffentlichkeit künftig aus dem Gebäude-Komplex ausgeschlossen wird, hat der Generalbevollmächtigte der Landsbergschen Verwaltung, Ralf Groß-Holtick, zu einer letzten Schloss-Führung eingeladen.

Donnerstag, 27.12.2018, 12:00 Uhr
Schwer werde es Ralf Groß-Holtick fallen, Abschied vom Hotel Sportschloss zu nehmen, sagt der Generalbevollmächtigte der Landsbergschen Verwaltung. Er hat jetzt zu einer letzten Führung durch das Schloss eingeladen, bevor es im neuen Jahr nicht mehr öffentlich zugänglich sein wird. Seinen Generalschlüssel muss er auch bald abgeben.
Schwer werde es Ralf Groß-Holtick fallen, Abschied vom Hotel Sportschloss zu nehmen, sagt der Generalbevollmächtigte der Landsbergschen Verwaltung. Er hat jetzt zu einer letzten Führung durch das Schloss eingeladen, bevor es im neuen Jahr nicht mehr öffentlich zugänglich sein wird. Seinen Generalschlüssel muss er auch bald abgeben. Foto: Johann-Krone

Eine Menge Geschichte und Geschichten stecken in den Räumen des Schlosses, dessen Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen. Die Porträts in den Fluren und in den großen Räumen des Schlosses zeigen die Vorfahren des Grafen Jakob Landsberg-Velen.

„Ein Sandhaufen, drumherum Wasser und ein Holzgebäude. Mehr war das damals nicht“, berichtet Ralf Groß-Holtick von den Anfängen des Schlosses im 13. Jahrhundert. Immer wieder begegnen Groß-Holtik beim Gang über das Gelände und durch die Zimmer Mitarbeiter. Jeden begrüßt er mit Handschlag und Namen und fragt, wie es gehe.

Die beiden hölzernen Schwanensessel im Eingangsbereich des heutigen Schlosses sind zwei markante Elemente, die von einer besseren Zeit im Hause Landsberg-Velen zeugen. Zwei Jahre lang seien sie jüngst restauriert worden. „Als das Gutachten der Textilrestauratorin vorlag, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Wir sollten die Stühle in völliger Dunkelheit, bei 20 Grad und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit lagern“, berichtet Groß-Holtick. Dem Rat der Expertin folgte der Graf nicht, stellte die Stühle aus.

Im Balkonzimmer im ersten Stock des Hauptgebäudes dominiert der blaue Teppich. Stühle und Tisch sind aus dunklem Holz gefertigt. Draußen ist der Innenhof zu sehen. In den vergangenen Jahren sind hier etliche Ehen geschlossen worden. Groß-Holtick erinnert sich aber auch an die Verhandlungen mit der kroatischen Nationalmannschaft in diesem Raum. „Wir waren uns schon einig, dass die Mannschaft während der WM 2006 hier unterkommen würde. Dann kam die Auslosung. Kroatien hätte bis ins Halbfinale kommen müssen, um zum ersten Mal in NRW spielen zu können. Die Mannschaft kam nicht.“

Auf rund 6000 Eichenpfählen stehe das Wasserschloss Velen, berichtet Groß-Holtick. „Dass jährlich Taucher kommen würden, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist, ist allerdings ein Gerücht.“ Taucher habe er am Schloss noch nicht gesehen.

Johann Conrad Schlaun hatte die Orangerie Mitte des 18. Jahrhunderts geplant. Sein Mitarbeiter Gerhard van der Giese veränderte diese Pläne jedoch. Darum hat das Gebäude, für Orangerien ungewöhnlich, zwei Geschosse. Moderne Technik und alte Kunst treffen heute in der Orangerie aufeinander. Unterhalb des Gartens wurde vor einigen Jahren ein großes Blockheizkraftwerk eingebaut. Das versorgt Orangerie, Vor- und Hauptgebäude. Im Inneren dominieren Stuck und alte Zeichnungen von Pflanzen, die früher in der sogenannten Zitronenburg überwinterten. Dass das Gebäude alt ist, ist auch am Knarzen des Dielenbodens zu hören.

„Für mich ist es eine Zäsur. Ich bin seit 1996 in Velen. Als Bürgermeister und jetzt als Generalbevollmächtigter. In beiden Funktionen konnte ich einiges im Ort umsetzen. Von daher blutet das Herz, wenn ich gehe. Ich habe die Zeit geliebt“, blickt Groß-Holtick zurück. „Wenn ich hier abschließe, benötige ich sicher ein paar Taschentücher.“

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