Konzert von Agatissimo und „Audio Quattro“ in der St.-Agatha-Kirche
Stimmen und vier Holzblasinstrumente

Epe -

Die Plätze in der wahrlich nicht kleinen St.-Agatha-Kirche Epe reichten am Sonntagnachmittag nicht aus, um allen Konzertbesuchern einen Sitzplatz zu bieten. Aber auch die Gäste, die nur einen Stehplatz ergattert hatten, lauschten andächtig bis zur letzten Zugabe dem Programm von Agatissimo. Als Partner hatte der Chor unter der Leitung von Jürgen Etzrodt das Saxofonquartett „Audio Quattro“, bestehend aus den Westmünsterländern Josef Rickers, Christoph Schley, Jürgen Mönkediek und Tobias Brügge eingeladen. „Eine Besonderheit von ‚Audio Quattro‘ ist der Verzicht eines Sopransaxofons zugunsten einer Klarinette. Die ist aufgrund ihres größeren Tonumfangs flexibler und rundet den Gesamtklang nach oben hin ab“, wie in einem Bericht über einen früheren Auftritt der Gruppe zu lesen war.

Mittwoch, 02.01.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.01.2019, 16:44 Uhr
Agatissimo mit seinem Leiter Jürgen Etzrodt.
Agatissimo mit seinem Leiter Jürgen Etzrodt. Foto: Norbert Diekmann

Der Chor präsentierte vor allem neuere Weihnachtslieder, angefangen mit „One Candle“ mit den Solistinnen Melanie Poll , Gaby Kreplin und Charlotte Büscher, über „African Noel“ bis hin zu „Es werde Licht“ von Udo Jürgens, vom Chorleiter Etzrodt für den Chor arrangiert. Gekonnt führte Andrea Fleuth durch das Programm. Bei dem Titel „Jerusalem“ von Stephen Adams und Fritz Ihlau übernahm Etzrodt die Solopartie, am Piano wurde er von Eva Gröner vertreten, das Dirigat übernahm Gertrud Warning. Karin Voges überzeugte ebenso wie die anderen Mitwirkenden als Solistin in „Where are you Chrismas“.

Der Chor wechselte sich ab mit dem Saxofon-Quartett. Die vier jungen Männer spielen seit 2012 gemeinsam, in letzter Zeit versuchen sie sich vor allem an der Bearbeitung von Musik aus Barock und Klassik für ihre Instrument. Als der Belgier Sax seine Erfindung 1846 zum Patent einreichte, schrieb er in der Begründung, dass ein Instrument fehle, das klanglich zwischen dem „wärmend-biegsamen“ Klang der Klarinette und dem eher durchdringenden, näselnden Sound der Oboe liege. Ein solches Instrument stand also 1717 bei der Erstaufführung von Händels „Wassermusik“ noch nicht zur Verfügung. Der Komponist wäre vermutlich begeistert gewesen, wenn er jetzt in der Agatha-Kirche hätte hören können, wie gut der Klang des Saxofons zu seiner Melodie passt. Die Zuhörer bei Konzert waren jedenfalls überzeugt, wie ihr Beifall deutlich machte.

Zum Schluss überraschten die Sängerinnen und Sänger ihren Dirigenten zum fünfjährigen Chorbestehen mit einem musikalischen Dankeschön, ergänzt um einige humorig vorgetragene Einblicke in die Probenarbeit, bei denen es vor allem um die Spontaneität des Dirigenten ging: „Wir machen das doch anders . . .“

„Jürgen, Du hast viel Geduld mit uns gehabt, und wir . . .“ Das amüsierte Publikum konnte spüren: Die Chemie zwischen Chorleiter und Chor stimmt. Den Solopart bei der abschließenden Zugabe übernahm Daan Mekking, der noch an den Folgen eines Unfalls laboriert. Dass er dennoch am Auftritt von Agatissimo teilnahm, ist deshalb besonders hervorzuheben, ist ein weiterer Beweis für den Zusammenhalt der Gesangsgemeinschaft.

Audio Quattro

Audio Quattro Foto: Norbert Diekmann

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6291956?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Nachrichten-Ticker