Ausschuss begrüßt Nutzungskonzept
Neues Leben in der Alten Synagoge

Gronau -

Lob und Anerkennung für den „Förderkreis Alte Synagoge Epe“: Der für Denkmalschutz zuständige Ausschuss hat das von dem Verein erarbeitete Nutzungskonzept am Dienstagabend einhellig begrüßt. Auf der Grundlage des Konzepts soll nun die Stadtverwaltung einen Vorschlag zur Umsetzung erarbeiten. Dabei werden neben den Inhalten auch organisatorische und finanzielle Fragen geregelt werden müssen.

Mittwoch, 16.01.2019, 19:00 Uhr
Die freigelegte Mikwe in der Alten Synagoge Epe (auf dem Bild mit dem LWL-Mitarbeiter Dr. Michael Huyer).     
Die freigelegte Mikwe in der Alten Synagoge Epe (auf dem Bild mit dem LWL-Mitarbeiter Dr. Michael Huyer).      Foto: Martin Borck

Aber der Reihe nach: Heinz Krabbe (Vorsitzender des Förderkreises) und Rudolf Nacke (Vorstand) stellten die Ziele dar, die das Haus künftig erfüllen soll: Als „Haus der Erinnerung“ soll es jüdische Kultur und jüdisches Leben in Epe museal aufbereiten. Eine überregionale Vernetzung wird angestrebt. Führungen auf den Spuren jüdischen Lebens in Epe sollen angeboten werden. Als „Haus des Lernens“ will das Projekt ein Zeichen für Demokratie setzen, und jungen Menschen soll der Gedanke von Toleranz und Mitmenschlichkeit nahegebracht werden.

Als „Haus der Begegnung“ soll es Gemeinschaftsgefühl und soziale Bindungen der Bürgerschaft stärken. Auch grenzüberschreitende Treffen und Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Religionen sind geplant. Schließlich soll es als „Haus der Kultur“ dienen, mit Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen.

Durch bauliche Maßnahmen innen und außen soll das Gebäude als Synagoge wieder erkennbar werden. Architekt Martin Dust hat ehrenamtlich eine erste Planung entworfen. Im früheren Gebetsraum würde der ehemalige Standort des Thoraschreins gekennzeichnet werden. Der Raum soll Platz für Unterricht oder Vorträge (mit entsprechender Möblierung) bieten. Eventuell könnte die Frauenempore wieder aufgebaut werden. Die ursprünglichen Fensterfronten sollten wiederhergestellt werden. „Doch auch die Geschichte des Gebäudes nach der Pogromnacht soll man ablesen können“, erläuterte Krabbe. So könnte das Tor, das nach der Übernahme des Gebäudes durch die Feuerwehr angebracht und später wieder zugemauert wurde, kenntlich gemacht werden. Der derzeit weiße Putz könnte einer roten Farbgebung weichen.

Die Mikwe – das rituelle Bad – soll nicht in ihren ursprünglichen Zustand zurückgebaut werden, sondern konserviert und den Besuchern hinter einer Glasfläche präsentiert werden.

All diese Planungen müssen mit den Fachleuten vom Landschaftsverband abgestimmt werden, machte Rudolf Nacke deutlich.

Der Förderkreis will eine Dauerausstellung aufbauen, Führungen und kulturelle Veranstaltungen anbieten, Personal für drei Jahre stellen und die Hälfte der voraussichtlichen Betriebskosten für zunächst fünf Jahre übernehmen. Der Verein steht wegen finanzieller Förderung bereits in Kontakt zu verschiedenen Institutionen. Unter anderem wurde eine Anfrage auf Zuschüsse aus dem Heimatförderprogramm NRW gestellt. Außerdem haben sich zahlreiche Partner bereiterklärt, das Projekt zu unterstützen – von den Kirchengemeinden über Schulen, Vereine (72-Stunden-Aktion der Landjugend) und Banken bis hin zur jüdischen Gemeinde Twente/Enschede und privaten Sponsoren.

Die Politiker zeigten sich sehr angetan von dem Vortrag. „Beeindruckend“, sagte Herbert Krause (Pro Bürgerschaft/Piraten). In Bezug auf den WN-Bericht über sakrale jüdische Gegenstände aus dem Besitz der aus Epe stammenden Familie Pagener sagte er: „Durch die Mitwirkung der Familienangehörigen erhält das Ganze erst ein Gesicht.“

Robert Brandt (Linke) dankte für die präzise Ausarbeitung, Jörg von Borczys­kowski (UWG) lobte die baulichen Ideen, deren Pläne nun vorlägen. Unterstützung signalisierten zudem Werner Bajorath (SPD) und Markus Busen (FDP), Martin Dust und Manfred Lenz (beide CDU) und Udo Buchholz (GAL).

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