Abschied von Pfarrer Alfons Frye
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Epe -

Die Totenglocke der St.-Agatha-Kirche läutete am Samstagvormittag für einen Geistlichen, der vier Jahrzehnte lang in der Pfarrgemeinde Seelsorger gewesen war: Alfons Frye. Am 12. Januar war er im Alter von 85 Jahren gestorben. Eine Woche später wurde er zu Grabe getragen.

Samstag, 19.01.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 20.01.2019, 17:32 Uhr
In einem Trauergottesdienst in der St.-Agatha-Kirche haben Angehörige und die Pfarrgemeinde Abschied von Pfarrer em. Alfons Frye genommen. Anschließend begleiteten sie ihn auf seinem letzten Weg zum Friedhof.
In einem Trauergottesdienst in der St.-Agatha-Kirche haben Angehörige und die Pfarrgemeinde Abschied von Pfarrer em. Alfons Frye genommen. Anschließend begleiteten sie ihn auf seinem letzten Weg zum Friedhof. Foto: Martin Borck

Pfarrer Thorsten Brüggemann stellte im Seelenamt den Primizspruch Fryes aus dem Markus-Evangelium „Alle suchen Dich“ und das „Wer suchet, findet“ aus dem Lukas-Evangelium in den Mittelpunkt seiner Trauerpredigt. Diese Worten seien Kompass und Orientierungspunkt für Frye gewesen.

Die Aussage in einem Interview, „Es gibt keinen Menschen, der Gott nicht sucht“, habe er, Brüggemann, als mutig erfahren. Zumal in einer Zeit, da „der Grundwasserspiegel unseres Glaubens immer mehr absinkt“, in der Menschen ihre Individualität und ihre Freiheit betonten und sich von nichts und niemandem etwas vorschreiben lassen wollen.

„Hat er das vielleicht provozierend gemeint?“, fragte Brüggemann daher – und brachte somit eine Eigenschaft Fryes in Erinnerung: „Er konnte an der ein oder anderen Stelle durchaus provozieren.“ Für ihn sei die Aussage aber eher ein Zeichen des Zutrauens, so Brüggemann: „Dass die Gottsuche den Menschen eingegeben ist und es Aufgabe eines Priesters ist, sie auf dieser Suche zu begleiten. Das hat Alfons in den 55 Jahren seines Priesterseins getan. Dafür dürfen wir dankbar sein.“

Alfons Frye habe das Gesicht der Agatha-Pfarrgemeinde geprägt. Von 1974 bis 1995 war er hier Pfarrer, danach Vicarius Cooperator in St. Antonius Epe , seit 2005 emeritierter Pfarrer in Epe. Bis zum vergangenen Sommer hatte der Geistliche die Eucharistie in der Kapelle des St.-Agatha-Domizils gefeiert. Seine aus den neutestamentarischen Leitlinien „Alle suchen Dich“ und „Wer suchet, findet“ folgende pastorale Überzeugung „Kirche ist Gemeinschaft“ habe sich durch seine Zeit als Priester in Epe gezogen. Dabei ging er auch seinen eigenen Weg. Wobei er immer Menschen hatte, die ihn unterstützten, so Brüggemann.

Dass am Samstag die Krippe noch in der Kirche stand (deren Anschaffung Frye angeregt hatte) sei – bei aller Traurigkeit – ein tröstlicher Gedanke, so Brüggemann. An der Krippe habe sich eine illustre Gemeinschaft versammelt. Menschen – von Hirten bis zu Königen – , die auf der Suche nach Jesus waren. Auch deshalb sei Alfons Frye diese Krippe so wertvoll gewesen: weil sie ihn an seinen Primizspruch erinnerten.

Den Gottesdienst, der vom Kirchenchor begleitet wurde, zelebrierten neben Brüggemann Pfarrer Jestin Sam, Pfarrer Ludger Reckers, Diakon Heinz Ruhne und Dechant Jürgen Lürwer. Als Vertreter des Bischof geleiteten drei Domkapitulare Alfons Frye zur letzten Ruhestätte. Die Bannerträger der katholischen Verbände, der Messdiener, der Schützen- und anderer Vereine erwiesen dem Verstorbenen die Ehre.

Nach dem Seelenamt zog die Trauergemeinde in einer Prozession zum Friedhof, wo Pfarrer Alfons Frye beigesetzt wurde.

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