Prozess vorm Arbeitsgericht
Gegen Kündigung durch „Chance“ geklagt

Gronau/Ahaus -

Zweimal wurde der bei der Chance gGmbH in Gronau angestellten Frau F. fristlos gekündigt. Gegen die Kündigungen geht sie vor dem Arbeitsgericht vor. Am Dienstag fand die Verhandlung vor dem Gerichtstag in Ahaus statt.

Mittwoch, 23.01.2019, 09:30 Uhr

Im ersten Fall, der zu einer Kündigung führte, soll F. während ihrer Arbeitszeit in einer Kita der „Chance“ Unterschriften für die damals anstehende Wahl zum Aufsichtsrat gesammelt haben. In diesem Zusammenhang soll sie Vorwürfe gegenüber der Geschäftsführung geäußert und von Missständen in der Gesellschaft gesprochen haben. Sie könne belegen, dass den Kitas der Chance mehr finanzielle Mittel zustünden als sie erhielten. Es ginge um „tonnenweise Geld“, das für andere Zwecke ausgegeben werde.

F. hatte dieser Darstellung später widersprochen. Zwei Zeuginnen, Bedienstete des Kindergartens, bestätigten jedoch am Dienstag, dass F. sich entsprechend geäußert habe.

Mit der Kündigung wegen Verleumdung sprach die „Chance“ ein Hausverbot gegen F. aus. Doch Mitte August verschaffte sie sich Zutritt zu den Räumen, indem sie frühmorgens Reinigungspersonal bat, sie in die Büroräume hineinzulassen. Dort lud sie von ihrem Rechner eigene und Daten der Chance auf zwei USB-Sticks her­unter. Die Geschäftsführung erfuhr davon – und kündigte der Frau ein zweites Mal, da die erste Kündigung noch nicht rechtskräftig war.

F. hatte den Verstoß gegen das Hausverbot und den Datenklau zugegeben. Richterin Wanko machte deutlich, dass der unberechtigte Zugang und der Datenklau ein grober Vertrauensverstoß und damit ein Kündigungsgrund seien. Es sei lediglich zu klären, ob Fristen für eine sofortige Kündigung eingehalten worden seien. Die Kammer unterbreitete ein Vergleichsangebot, das F. jedoch ablehnte. Sie berief sich auf eine „Kurzschlusshandlung“. Sie habe niemanden schädigen wollen.

Das Gericht vertagte seine Entscheidung, da weitere Zeugen geladen werden sollen. Voraussichtlich wird der Termin im April stattfinden.

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