Vergabe der Gastronomie im Rock’n’Popmuseum
„Wir haben uns nichts vorzuwerfen“

Gronau -

Hat es bei der Vergabe der Gastronomieleistungen im Rock’n’Popmuseum Unregelmäßigkeiten gegeben? Dieser Verdacht ist an die WN-Redaktion herangetragen worden.

Mittwoch, 30.01.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 18:52 Uhr
Das Rock’n’Popmuseum hat nach der Wiedereröffnung die gastronomischen Leistungen vergeben. In diesem Zusammenhang ist der Vorwurf laut geworden, es habe keine Ausschreibung gegeben.
Das Rock’n’Popmuseum hat nach der Wiedereröffnung die gastronomischen Leistungen vergeben. In diesem Zusammenhang ist der Vorwurf laut geworden, es habe keine Ausschreibung gegeben. Foto: Wilfried Gerharz

Hintergrund des Verdachts: Mit der Wiedereröffnung des Rock’n’Popmuseums hatte ein ortsansässiger Caterer den gastronomischen Betrieb im Museum übernommen: sowohl im Café im Foyer des Hauses als auch im Musikclub Turbine. Der Vorwurf lautet nun: Die Vergabe ist ohne Ausschreibung erfolgt.

Diesen Vorwurf weisen Thomas Albers sowie die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Marita Wagner , ihr Stellvertreter Bernhard Grote, und Mitglied Lydia Bajorath einmütig zurück. Bei dem jetzigen Modell handele es sich um einen auf 18 Monate begrenzten Versuch. Es sollen Erfahrungswerte gesammelt werden, aufgrund derer die künftige Ausschreibung erfolgen soll.

„De facto handelt es sich um eine Partnerschaft zwischen einer öffentlichen Einrichtung und einem Wirtschaftsunternehmen“, so Grote. Der Caterer übernimmt neben der Gastronomie zusätzliche Aufgaben: Die Mitarbeiter sind für die Einlasskontrolle, den Kartenverkauf und den Museumsshop zuständig. Außerdem übernehmen sie den Schließdienst nach Veranstaltungen. Wichtig ist Albers der Hinweis, dass für die Vermietung der „Turbine“ allein das Museum zuständig ist. Mieteinnahmen fließen dem Museum zu.

Der Caterer zahlt dem Museum eine Pacht. Dieser Einnahme steht eine Kostenbeteiligung des Museums zugunsten des Caterers für die anteilig anfallenden Personalkosten gegenüber. Das Museum beschäftigte bis zur Schließung wegen des Umbaus zwei Vollzeitkräfte plus eine 450-Euro-Kraft für Kasse, Einlass und Shop. Die Kosten für dieses Personal fallen im Museumsetat weg. „Insgesamt sparen wir dadurch einen fünfstelligen Eurobetrag jährlich“, so Albers.

Negative Folgen für die Betroffenen hatte das übrigens nicht: Eine Mitarbeiterin ist in Rente gegangen, die beiden anderen sind weiterhin – in anderer Funktion – im Museum beschäftigt.

Das Modell hatte im Aufsichtsrat einstimmige Zustimmung erhalten. „Ich hatte schon im Vorfeld mit mehreren potenziellen Anbietern im Ort gesprochen, ob sie Interesse hätten“, so Albers. Der Zuschlag für die Testphase ging an den einzigen, der zusagte.

Die Erfahrungswerte in Bezug auf Besucherzahlen, Sonderveranstaltungen, Einnahmen und Ausgaben sollen als Grundlage für die Ausschreibung dienen, die in gut einem Jahr ausgearbeitet wird. „Die Daten von vor dem Umbau eignen sich dazu nicht“, erläutert Albers. „Das Café damals war ja mehr ein Behelfskonstrukt mit geringen Einnahmen.“

Dass aber nach dem Umbau ein attraktives Café entstehen sollte, darüber war sich der Aufsichtsrat einig. „Der Eingangsbereich muss etwas hermachen“, so Marita Wagner. Im Vorfeld hatte das Museum Expertise beim Deutschen Museumsbund eingeholt, außerdem Kontakt zu bundesweit vertretenen Gastronomieketten gesucht. Die Kritik an dem Vorgehen geht daher Wagner zufolge ins Leere: „Wir haben uns nichts vorzuwerfen.“

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