Interreg-Projekte
5,4 Millionen Euro Zuschuss aus Brüssel

Gronau -

Europa kostet nur und bringt nichts? Gerade die Grenzregionen profitieren von finanziellen Mitteln, die die Europäische Union zur Verfügung stellt. Zum Beispiel für Interreg-Projekte in der hiesigen Euregio.

Samstag, 02.02.2019, 15:00 Uhr
Rund 40 deutsche und niederländische Mitarbeiter der neuen Interreg-Projekte trafen sich am Dienstag in Gronau zum Startgespräch. Das Programmmanagement der Euregio informierte die Teilnehmer über praktische Fragen zur Projektdurchführung und zum Abruf der bereitgestellten Fördermittel.
Rund 40 deutsche und niederländische Mitarbeiter der neuen Interreg-Projekte trafen sich am Dienstag in Gronau zum Startgespräch. Das Programmmanagement der Euregio informierte die Teilnehmer über praktische Fragen zur Projektdurchführung und zum Abruf der bereitgestellten Fördermittel. Foto: Euregio

Europa kostet nur und bringt nichts? Gerade die Grenzregionen profitieren von finanziellen Mitteln, die die Europäische Union zur Verfügung stellt. Zum Beispiel für Interreg-Projekte in der hiesigen Euregio. Aktuell sind das 5,4 Millionen Euro für sechs neue Projekte.

Das Prinzip dabei ist einfach: Partner aus zwei Ländern arbeiten an einer Aufgabe zusammen. Was innerhalb eines Landes reibungslos funktioniert, stößt an nationalen Grenzen oft auf Hindernisse. Unterschiedliche Gesetze und Regelungen, auch die verschiedenen Sprachen verursachen Reibungsverluste. Grenzregionen geraten dadurch oft wirtschaftlich ins Hintertreffen. Dabei gibt es zahllose Gebiete, auf denen eine grenzüberschreitende Kooperation eigentlich unerlässlich ist. Zum Beispiel im Hochwasserschutz. Durch den Klimawandel leiden Städte im Grenzgebiet immer häufiger unter Überschwemmungen, Wassermangel, Hitzestress und einer schlechten Wasserqualität. Unter dem Namen „Wasserrobuste Städte“ arbeiten Zutphen, Hengelo, Bocholt und Münster mit den niederländischen Wasserverbänden „Rijn en Waterschap IJssel“ und „Vecht­stromen“ an Lösungen, um Überflutungen in Städten zu bekämpfen. Die Partner werden zwölf Maßnahmen umsetzen, um die Städte robuster gegen Wasser zu machen. Die mit diesem Ansatz erworbenen Erfahrungen, Kenntnisse und Einsichten werden nach drei Jahren in einem Leitfaden gebündelt, der für alle Gemeinden und Städte in der Euregio und darüber hinaus gedacht ist.

Der Klimawandel steht auch in den Interreg-Projekten „WiEfm 2.0“ und „Bio-Tec H2“ als Thema im Mittelpunkt. In beiden Projekten arbeiten Unternehmen aus der Region mit Forschungseinrichtungen zusammen, um die Nutzungsmöglichkeiten von Restwärme und Wasserstoff zu untersuchen.

In dem Projekt „Nachhaltige Umweltbildung BildungsBerkel“ werden schulpädagogische Aktivitäten an der Berkel miteinander verknüpft. Zudem sollen Teile der alten Dorfschule in der Nähe der Biologischen Station Zwillbrock renoviert werden. Dadurch entsteht auf deutscher Seite eine Unterkunft, die von Schulklassen genutzt werden kann. Auf niederländischer Seite wird in Eibergen ein Informationspavillon für die Umweltbildung errichtet.

Diese vier Projekte sind von einem Lenkungsausschuss geprüft und für gut gefunden worden. Das bedeutet aber nicht, dass die EU die Kosten zu 100 Prozent übernimmt. Brüssel zahlt lediglich die Hälfte. Nationale Partner – die Provinzen Gelderland, Overijssel und Drenthe, das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium und das niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten – leisten ebenso Beiträge wie auch die Projektpartner selbst.

Neben den vier Projekten, die sich auf die nachhaltige Entwicklung des Grenzgebietes richten, beschäftigen sich zwei mit dem regionalen Tourismus. „GTI 2“ schließt an das Projekt „Grenzüberschreitende Touristische Innovation“ an. Die beiden bestehenden Plattformen „Das andere Holland“ und „Geheim over de grens“ werden im Rahmen einer Digitalisierungsoffensive erneuert. Ziel ist es, die Zahl der Besucher und Übernachtungen sowie die Umsätze von Gästen aus dem Nachbarland weiter zu steigern, indem Unternehmer und touristische Organisationen für grenzüberschreitende Herausforderungen fit gemacht werden.

Im deutsch-niederländischen Interreg-Programmgebiet gibt es seit Anfang 2016 zwei „Unesco Global Geoparks“: De Hondsrug in den Niederlanden und im Landkreis Osnabrück der Park „Terra vita“. Diese Geoparks zeichnen sich durch ihre geologischen, archäologischen, ökologischen und kulturellen Besonderheiten aus. Im Interreg-Projekt „Geopark Cooperation“ arbeiten beide Parks zusammen, um ihre Bekanntheit zu vergrößern und mehr Besucher anzulocken.

Die sechs genehmigten Projekte erhalten im Rahmen des Interreg-Programms „Deutschland-Nederland“ zusammen rund 5 435 000 Euro EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). 2,4 Millionen Euro tragen Provinzen und Länder bei. Zusammen mit dem eigenen Beitrag der Projektpartner werden bis 2022 insgesamt gut 10 870 000 Euro im Euregio-Gebiet investiert.

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