Kriminalitätsstatistik: Dinkelstadt weiterhin an der Spitze im Kreis
Polizei verzeichnet weniger Straftaten in Gronau

Gronau -

Der landesweite Trend schlägt auch in Gronau durch: Die Zahl der Straftaten ist 2018 zurückgegangen. Bislang stehen noch keine detaillierten Daten für die kreisangehörigen Kommunen zur Verfügung. Lediglich die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl konnte Carsten Berg, Direktionsleiter Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde, am Mittwoch vorstellen. Die Statistiker berechnen diesen Wert, um die Kriminalität in unterschiedlich großen Orten miteinander vergleichen zu können: Wie hoch wären die Deliktzahlen, wenn alle Kommunen 100 000 Einwohner hätten? In Gronau betrug dieser Wert laut Berg 11 227 nach 11 618 im Jahr 2017. Trotz des Rückgangs nimmt die Dinkelstadt weiterhin mit Abstand den Spitzenplatz unter den 17 Kommunen im Kreis ein. Zum Vergleich: Der 2018er-Wert für den gesamten Kreis lag bei 6022, für NRW bei 7168.

Mittwoch, 13.02.2019, 18:08 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 19:02 Uhr
Kriminalitätsstatistik: Dinkelstadt weiterhin an der Spitze im Kreis: Polizei verzeichnet weniger Straftaten in Gronau
Die Drogenkriminalität – wie der illegale Cannabisanbau – ist eine der wenigen Deliktarten mit steigenden Fallzahlen. Foto: Zollfahndung Essen

In fast allen Deliktarten ging kreisweit die Anzahl der Straftaten zurück – eine der wenigen Ausnahmen war die Drogenkriminalität. Dabei, erläuterte Landrat Dr. Kai Zwicker , spielt der postalische Versand von Drogenpaketen eine immer stärkere Rolle. Drogenbestellungen übers Darknet und der Versand über grenznahe Postkästen nehmen zu. Die Versender nutzen dabei als Absendeadressen Name und Anschrift real existierender Firmen. „Wenn bei diesen Unternehmen unzustellbare Lieferungen ankommen, die sie gar nicht abgeschickt haben, fällt das natürlich auf“, so Zwicker.

Gronau gerät wegen der Grenznähe oft in den Fokus der Ermittler. Zwischen verschiedenen Gruppen im niederländischen Drogenmilieu tobt ein Kampf um die Vorherrschaft. Der wird mit äußerst brutalen Mitteln geführt – und macht auch vor der Grenze nicht Halt. Spuren im Vierfachmord im November in Enschede und nach einem Anschlag auf einen Autofahrer in Gronau vom Mai 2017 führen ins Drogenmilieu.

Die Kooperation mit den niederländischen Behörden bezeichnete Zwicker als gut. „Ich beneide die Kollegen dort um ihre Möglichkeiten vor allem im Datenaustausch zwischen Ordnungsämtern, Polizei und Zollfahndung“, sagte er.

Auch weniger spektakuläre Drogendelikte schlagen auf die Gronauer Statistik durch: Denn jeder Kleinschmuggler, der hier auf der B 54 oder im Zug aus Enschede mit ein paar Gramm Haschisch erwischt wird, fließt in das Zahlenwerk ein.

Den Fall einer schweren Brandstiftung im Dezember 2017 in einem Wohn- und Geschäftshaus am Grenzübergang Glanerbrück wertet die Staatsanwaltschaft als versuchten Mord in sieben Fällen. Einer der Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft.

Andere Fälle beschäftigen die Polizei seit Langem. So wird die damals 51-jährige Jitka Streubelova seit Oktober 2017 vermisst. Die Suche blieb erfolglos. 

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