Fast 14 000 Mahlzeiten seit 2012 ausgegeben
„Tischlein deck dich“ beendet das Angebot und löst sich auf

Gronau -

Die Nachricht kam für alle Anwesenden überraschend: „Wir können das Preisgeld leider nicht annehmen“, erklärte Günter Jaeger bei der Verleihung des Integrationspreises am Dienstagabend. Ursprünglich hatten der Vorsitzende des Vereins „Tischlein deck dich“ und seine Vorstandskollegen nach ihrer nächsten (und letzten) Sitzung Ende Februar mit der Information an die Öffentlichkeit gehen wollen. Der Plan der Projektgruppe Stadtteilfest, ihnen das gewonnene Preisgeld zu überlassen, brachte sie in Zugzwang.

Donnerstag, 14.02.2019, 07:27 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 07:30 Uhr
Schatzmeisterin Anne Möhring und Günter M. Jaeger von „Tischlein deck dich“ gaben die Auflösung des Vereins bekannt.
Schatzmeisterin Anne Möhring und Günter M. Jaeger von „Tischlein deck dich“ gaben die Auflösung des Vereins bekannt. Foto: Christiane Nitsche

„Die Nachfrage unseres Angebots ist ins Stocken geraten“, informierte der Vorstand die Vereinsmitglieder jüngst per Brief. Weil viele Schulen immer mehr Angebote in den Nachmittag verlegen und die Schüler selbst mit Mittagessen versorgen, blieben immer mehr Kinder vom Mittagstisch des Vereins fern – oft ohne Abmeldung. Pläne der Bundesregierung , ab dem Schuljahr 2019/20 flächendeckend ein kostenloses Schulessen anzubieten, täten ein Übriges, so Jaeger im Gespräch mit der Redaktion. Zuletzt kamen noch ca. 20 Kinder. Tendenz schwindend. „Der Kostenaufwand für Miete und Nebenkosten war höher als das, was wir fürs Essen gebraucht haben.“

Seit seiner Gründung 2012 hat der Verein 13 781 Mahlzeiten an Kinder ausgegeben, die sonst – aufgrund familiärer oder finanzieller Probleme – keines bekommen hätten. Bürgermeisterin Sonja Jürgens lobte im Rahmen der Preisverleihung noch einmal ausdrücklich das besondere Engagement des Vereins. „Das war viel mehr als nur Mittagessen, was Sie den Kindern geboten haben“, sagte sie. „Das war Wärme, Nähe, Gespräch.“

Der Verein wird nun voraussichtlich bei der für 21. Februar einberufenen Sitzung seine Auflösung beschließen. Das noch verbliebene Restvermögen des Vereins soll dann – ein entsprechendes Votum vorausgesetzt – an eine andere Institution in Gronau gehen, die Notleidenden hilft. Jaeger: „Das könnte vielleicht ‚Menschen in Not‘ sein, oder ‚Die Hummel‘.“

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