Bundesweite Aktionswoche zum Schutz vor Kohlenmonoxid
„Stiller Mörder“ lauert fast überall

Gronau/Berlin -

Allein in den ersten sechs Wochen in diesem Jahr sind in Deutschland laut Medienberichten bereits 72 Menschen durch Kohlenmonoxid verletzt worden – CO-Fälle in Shisha-Bars nicht mitgerechnet. Fünf Personen sind an einer CO-Vergiftung verstorben, darunter ein älteres Ehepaar in der Oberpfalz.

Montag, 18.02.2019, 08:54 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 09:00 Uhr
Ob Therme im Bad oder Heizung im Keller – die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung lauert an vielen Stellen. Mit einer bundesweiten Aktionswoche sollen Menschen dafür sensibilisiert werden.
Ob Therme im Bad oder Heizung im Keller – die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung lauert an vielen Stellen. Mit einer bundesweiten Aktionswoche sollen Menschen dafür sensibilisiert werden. Foto: Initiative zur Prävention von Kohlenmono

Allein in den ersten sechs Wochen in diesem Jahr sind in Deutschland laut Medienberichten bereits 72 Menschen durch Kohlenmonoxid verletzt worden – CO-Fälle in Shisha-Bars nicht mitgerechnet. Fünf Personen sind an einer CO-Vergiftung verstorben, darunter ein älteres Ehepaar in der Oberpfalz. Das farb-, geruch- und geschmacklose Gas wird auch als „stiller Mörder“ bezeichnet, weil das Atemgift nicht wahrnehmbar ist und die Betroffenen daran innerlich ersticken. Die neu gegründete Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen startet deshalb von heute bis zum 24. Februar ihre erste bundesweite Aktionswoche. Sie will auf die gesundheitsgefährdenden Gefahren von Kohlenmonoxid hinweisen und helfen, die Zahl der CO-Vergiftungen zu reduzieren.

Zu den Mitgliedern der Initiative zählt auch der Deutsche Feuerwehrverband. Die durch ihn vertretenen Feuerwehren sind täglich mit den Gefahren von Kohlenmonoxid konfrontiert. Auch in Gronau: Im vergangenen Jahr rückte die Feuerwehr aus, weil eine defekte Warmwasser-Therme in einem Wohnhaus an der Eichenallee für einen CO-Austritt sorgte. Pressesprecher Martin Bültmann: „Bei diesem Einsatz wurden mehrere Bewohner des Hauses mit Verdacht auf eine CO-Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.“ Ein anderer Fall liegt länger zurück, Bültmann und die Kollegen haben ihn aber noch gut in Erinnerung. Damals rückte die Wehr aus, nachdem die Bewohnerin eines Haues im Haus einen Holzkohlen-Grill entzündet hatte. Lebensgefährlicher Leichtsinn nennen so etwas die Feuerwehrleute.

„Kohlenmonoxid ist als Gesundheitsrisiko kaum bekannt. Die meisten Men-schen kennen nicht einmal die Quellen des gefährlichen Atemgiftes. Dabei können bereits technische Defekte oder verstopfte Abluftrohre von Gasthermen, Ölheizungen oder Kaminöfen Auslöser für CO-Vergiftungen sein. Mit der Aktionswoche möchten wir die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und über geeignete Vorsorgemaßnahmen wie regelmäßige Heizungswartung informieren“, erläutert Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrver-bandes (DFV) und ergänzt: „Doch selbst wenn alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden: eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Kohlenmonoxid kann daher im Ernstfall nur mit einem CO-Melder zuverlässig aufgespürt werden.“

Ein Kohlenmonoxid-Melder in den eigenen vier Wänden überwacht permanent die CO-Konzentration der Umgebungsluft und erkennt bereits geringe Mengen des Atemgiftes. Kohlenmonoxid-Melder sollten in Aufenthalts-und Schlafräumen sowie mindestens in Räumen mit brennstoffbetriebenen Geräten installiert werden. „Wenn ein CO-Melder Alarm auslöst oder es einen Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung gibt, sollte man schnell reagieren und sofort das Haus verlassen. Danach bitte die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren“, empfiehlt Ziebs.

Gerade in der kalten Jahreszeit treten vermehrt CO-Vergiftungen auf. Potenzielle Gefahrenquellen sind unzureichend gewartete oder defekte Gasthermen, Heizungsanlagen oder ein Abgasrückstau durch blockierte Abluftrohre. Auch der unsachgemäße Gebrauch von Heizpilzen oder Grills in geschlossenen Räumen stellt eine häufige Unfallursache dar. Experten warnen davor, dass die Gefahr hoher Kohlenmonoxid-Konzentrationen in modernen Haushalten wächst: Gut gedämmte Häuser und luftdichte Fenster treffen auf leistungsstarke Ablufthauben in der Küche. Die Lagerung nachhaltiger Brennstoffe wie Holzpellets sowie der Trend zu Kaminöfen und Ethanol-Brennern bergen zusätzliche Kohlenmonoxid-Gefahren. Darüber hinaus kann das Gas mühelos durch Wände oder Fußböden dringen und so auch in Räumen auftreten, in de-nen sich keine potenzielle CO-Gefahrenquelle befindet.

Mehr zu den Gefahren von Kohlenmonoxid unter www.co-macht-ko.de und auf Facebook unter „CO-macht-KO“ . Auf der Website der Initiative finden Verbraucher Hintergrundinformationen und Empfehlungen, wie sie sich zu Hause vor einer CO-Vergiftung schützen können, sowie einen Informationsflyer.

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