Zwölf Monate auf Bewährung
Gronauer stiehlt Medikamente

Gronau/Ochtrup/STeinfurt -

Wiewohl der Richter am Amtsgericht Steinfurt am Dienstagmorgen einen 31-Jährigen Gronauer wegen schweren Diebstahls im Ochtruper Pius-Hospital zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt hatte, lobte er die Entscheidung des Medikamentenabhängigen, sich zwischenzeitlich in eine mehrmonatige stationäre Therapie begeben zu haben.

Mittwoch, 20.02.2019, 10:00 Uhr
Tatort Pius-Hospital Ochtrup.
Tatort Pius-Hospital Ochtrup. Foto: Anne Eckrodt

Der junge Mann hatte in einer Mainacht des vergangenen Jahres nicht nur wichtige Schlüssel im Ochtruper Krankenhaus gestohlen, sondern zudem aus einem verschlossenen Schrank Beruhigungs- und Schlafmittel sowie weitere drogenverwandte Tabletten im Wert von rund 250 Euro entwendet.

Zeugen mussten nicht gehört werden, weil der Gronauer die Tat gestand und bedauerte. Immer wieder war er in den vergangenen Jahren wegen seiner Medikamentenabhängigkeit mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach Fachabitur und einer Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer lebt der aktuell Arbeitslose von Hartz IV. Bisherige Versuche aus dem Drogenteufelskreis herauszukommen, hatten letztlich nie richtig gefruchtet. Sowohl ein Gutachter der Entzugsklinik, in der sich der Angeklagte seit Oktober 2018 aufhält, als auch sein Verteidiger und sein Bewährungshelfer hoben die Chancen der stationären Maßnahme hervor.

Der Staatsanwalt wollte die Tat aber nicht als „reine Beschaffungsdiebstahl“ gewertet wissen, sondern hob ihre Schwere hervor. Er hielt nach der Entzugsklinik eine weitere ambulante Nachsorge und Betreuung für den Bewährungszeitraum von drei Jahren für erforderlich. Die Gesamtstrafzeit wurden mit einer vorhergehenden Verurteilung auf zwölf Monate angesetzt. „Das ist ihre letzte Chance. Vielleicht kommen sie ja auch beruflich wieder auf die Füße. In jedem anderen Falle landen sie im Gefängnis“, so der Richter abschließend.

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Bisher keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung
 
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