Wahlkampf beim Stadtjugendring
Zwölfjähriger bricht das Eis

Gronau -

Jugendlich-unbekümmert näherten sich die Mitglieder des Stadtjugendrings am Freitagabend den drei Kandidaten für das Amt des Gronauer Bürgermeisters. Doch bei vielen angesprochenen Themenkomplexen ähnelten sich die Antworten der Kandidaten.

Sonntag, 24.02.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 25.02.2019, 17:56 Uhr
Stellten sich den Fragen der Jugendlichen: die Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Christoph Leuders, Sonja Jürgens und Rainer Doetkotte.
Stellten sich den Fragen der Jugendlichen: die Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Christoph Leuders, Sonja Jürgens und Rainer Doetkotte. Foto: Norbert Diekmann

Jugendlich-unbekümmert näherten sich die Mitglieder des Stadtjugendrings am Freitagabend den drei Kandidaten für das Amt des Gronauer Bürgermeisters. Miriam Hülsmann begrüßte die Wahlkämpfer als „Noch-Bürgermeisterin Sonja Jürgens , BM-Kandidat Rainer Doetkotte und Überraschungskandidat Christoph Leuders “. Nach Regularien wie Geschäft- und Kassenbericht sowie einem Rückblick übernahm Kai Feldhaus als Moderator die Kandidatenbefragung.

Beim Auswürfeln der Reihenfolge für die Eingangsstatements gab es ein Patt zwischen Jürgens und Leuders. Feldhaus wollte zur „Stichwürfelei“ schreiten, da hatten die beiden mit „Schnick, Schnack, Schnuck“ die Sache schon geklärt.

Wenig überraschend: In den Eröffnungsbeiträgen der drei Kandidaten gab es im Vergleich zu vorherigen Veranstaltungen kaum Neues. Routiniert spulten die drei Bewerber ihre Rück- und Ausblicke herunter. Für die nachfolgende Befragung hatten die Veranstalter Themenblöcke vorgegeben, die von Feldhaus zur Diskussion gestellt wurden. Spannender Moment: Wer stellt die erste Frage? Wer traut sich? Diesmal war es der Zwölfjährige Hagit, der den „Eisbrecher“ machte: Und er drehte das vorgegebene Thema „Innenstadtentwicklung“ sofort einmal um: Mit „Was passiert mit der Außenstadt?“ mahnte er an, die Entwicklung in den Wohnbezirken nicht aus dem Auge zu verlieren.

Leuders ging in seiner Antwort auf fehlende Freizeitangebote und die Entwicklung in Epe ein. Doetkotte stellte in den Vordergrund, dass es auch Aufgabe der Wirtschaftsförderung sei, Unternehmen anzuwerben, die die Freizeitangebote bereichern. Ebenso ging er auf die geplante Verbesserung am Drilandsee und die Dorfkernentwicklung in Epe an. Zur Drio-Planung erläuterte Jürgens, dass es nicht nur um Einzelhandel gehe. Die Innenstadt solle auch mehr Raum für Praxen, Wohnen, Gastronomie erhalten. „Wir wollen in den Schumacherplatz eine Maßstäblichkeit reinbringen, damit man sich dort wohlfühlen kann“.

Bei vielen angesprochenen Themenkomplexen ähnelten sich die Antworten der Kandidaten. Etwa beim Thema Landschaftsverbrauch durch Straßenbau. Leuders sprach von einer verbesserten Freiflächenplanung, in der die Stadt als Lebensraum für die Natur vorkomme. Aber auch die anderen Kandidaten sahen das Problem und stellten ihre Lösungsansätze vor. Jürgens etwa sprach von der Wiederbelebung von Industriebrachen.

Beim Thema Bildungspolitik und Digitalisierung hob Doetkotte hervor, dass in den Gronauer Schulen „die Kreidezeit zu Ende“ gehe. Jürgens verwies auf bisherige Erfolge und weitere Pläne und ging in diesem Zusammenhang auf die Kitas ein. Über einen altersgerechten Zugang zur Digitalisierung sei nachzudenken. Leuders erinnerte daran, dass die Lehrpläne der Schulen Landessache seien. Da sei die Verantwortung der Landesregierung gefragt.

Mehrere Fragen betrafen Inklusion und Integration. In der Zielsetzung war zwischen den Kandidaten aber kaum ein Unterschied zu erkennen, was auch bei weiteren Themen wie das Dieselfahrverbot deutlich wurde. Außerdem verwies Wolfgang Lobjinski auf die Forderung des Stadtjugendrings nach einer besseren Finanzierung der Spielplatzunterhaltung. Die Reaktion: einhellige Zustimmung der Kandidaten.

Mit der Frage von Feldhaus: „Was können Sie besser als die anderen Kandidaten?“ ging es in die Schlussrunde. Rainer Doetkotte will nach eigenen Angaben, dass in der Stadtpolitik künftig schneller gehandelt wird. Sonja Jürgens sagte, sie möchte Dinge, die in Schwung gekommen sind, weiter nach vorne bringen. Christoph Leuders versprach ein anderes, innovatives Denken für eine generationenverträgliche Politik und bedankte sich dafür, dass er in dieser Veranstaltung die fairste Diskussion erlebt habe.

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