Baumfällungen an der Losserstraße
Wurden artenschutzrechtliche Bestimmungen beachtet?

Gronau -

Kritik an der Verwaltung hat GAL-Ratsmitglied Udo Buchholz im Zusammenhang mit Baumfällungen auf einem Grundstück an der Losserstraße (WN berichteten) geäußert. Insbesondere bedauert er, „dass die Gronauer Verwaltungsspitze nicht eigenständig zu klären versucht, ob bei den Fällungen an der Losserstraße die artenschutzrechtlichen Bestimmungen beachtet wurden“.

Donnerstag, 07.03.2019, 07:37 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 07:50 Uhr
Die abgeholzte Fläche an der Losserstraße.
Die abgeholzte Fläche an der Losserstraße. Foto: Klaus Wiedau

Buchholz bezieht sich dabei auf ein Schreiben der Bürgermeisterin. Zuvor hatte er Fragen zur Rodung des Grundstücks gestellt – unter anderem auch die nach der Beachtung von artenschutzrechtlichen Bestimmungen.

In ihrem Antwortschreiben habe Bürgermeisterin Sonja Jürgens mitgeteilt, dass der Stadtverwaltung nicht bekannt sei, „ob die artenschutzrechtlichen Bestimmungen bei diesen Fällungen auf Privateigentum eingehalten wurden oder nicht“. Zudem sei der Verwaltung nicht bekannt, „ob auf den Grundstücken ggf. Begehungen u./o. andere Überprüfungen durch Naturschutz-Sachkundige, ggf. im Auftrag des privaten Eigentümers stattgefunden haben“.

Die Beachtung der entsprechenden Bestimmungen hat jeder Grundstückseigentümer selbst zu verantworten, die Kontrolle liegt nicht bei der Stadt, sondern bei der Unteren Landschaftsbehörde (Kreis Borken).

Aus dem Schreiben der Bürgermeisterin gehe weiter hervor, dass die Fällung der Bäume nicht mit dem zuständigen regionalen Förster abgestimmt worden sei. Allerdings seien Kahlschläge unter zwei Hektar (20 000 Quadratmeter) – im vorliegenden Fall seien es „nur“ ungefähr 2655 Quadratmeter Waldfläche – nach dem Landesforstgesetz allerdings auch weder verboten noch genehmigungspflichtig. Auch eine Anzeigepflicht gegenüber dem Forstamt bestehe dafür nicht. Es gelte allerdings für den Waldbesitzer ein Wiederaufforstungsgebot innerhalb von zwei Jahren.

Wie Buchholz weiter unter Hinweis auf das Schreiben aus dem Rathaus ausführt, sei der Stadt die künftige geplante Nutzung der Fläche unbekannt. Im Schreiben der Bürgermeisterin heiße es dazu: „Was der Eigentümer künftig mit den Grundstücken beabsichtigt, ist der Stadt Gronau letztlich nicht bekannt. Sofern er allerdings künftig eine andere als eine forstliche Nutzung planen sollte, bräuchte er dafür zuvor eine Umwandlungsgenehmigung gemäß § 39 (1) des LFoG NRW von der zuständigen Forstbehörde. Außerdem gehören die Grundstücke zum Geltungsbereich des Landschaftsplans ‚Gronau – Ahaus-Nord‘, der dort keine Bebauung vorsieht. Derzeit sind der Stadt Gronau keine Bebauungsabsichten bekannt.“

Ob Aufforstungen in Gronau geplant seien, sei der Stadt ebenso nicht bekannt, so die Stadt auf eine weitere Frage von Buchholz. Entsprechende Planungen gebe es lediglich für eine 0,5 Hektar große Fläche in Epe.

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