Lokale Pulse-of-Europe-Gruppe macht mobil für die Europawahl am 26. Mai
Der Traum von der blauen Stadt

Gronau -

Es geht um viel. „Frieden“, schreibt Threes Koberg auf eine Karteikarte, „Freiheit“ auf eine zweite. Dann noch „Zusammenhalt“ und schließlich: „Europa“. Mit ihr am Tisch sitzen Mechthild Wiedau, Mira Oonk und Brigitte Hansen. Die Karten dienen zum „Warmwerden“: Stichworte sammeln für die Arbeit der kommenden Wochen. Gemeinsam mit Ursula Siegers, die beim heutigen Treffen nicht dabei sein kann, haben sich die vier Frauen von der Gronauer „Pulse of Europe“-Gruppe bis zum Europa-Wahlsonntag am 26. Mai einiges vorgenommen: Mobil machen für Europa.

Samstag, 09.03.2019, 10:45 Uhr aktualisiert: 09.03.2019, 10:50 Uhr
Die Gronauer „Pulse-of-Europe“-Aktionsgruppe (v. l.): Mechthild Wiedau, Threes Koberg, Mira Oonk und Brigitte Hansen. Nicht im Bild: Ursula Siegers
Die Gronauer „Pulse-of-Europe“-Aktionsgruppe (v. l.): Mechthild Wiedau, Threes Koberg, Mira Oonk und Brigitte Hansen. Nicht im Bild: Ursula Siegers Foto: Christiane Nitsche

Es werde eine „Schicksalswahl“, so Brigitte Hansen. Warum so viel auf dem Spiel steht, erklärt Threes Koberg : Nicht alle Parteien, die sich für das Europaparlament zur Wahl stellen, sind der Europäischen Union wohlgesonnen. Und ein Erstarken der rechtspopulistischen Parteien bedeutet Gefahr für die europäische Idee. „Das ist eine große Gefährdung“, erklärt Threes Koberg, „weil die im Block vieles verhindern können.“

Dagegen zu halten, bedeutet für die Pulse-of-Europe-Frauen: „Wähler motivieren, zur Wahl zu gehen und sich pro Europa zu entscheiden“, so Koberg.

Bei einem Netzwerktreffen in Essen haben sich die Gronauerinnen mit reichlich Material, aber auch selbst mit Motivation eingedeckt. Und das längst nicht nur wegen des bevorstehenden Brexits oder der rechtsnationalen Strömungen im eigenen Land. „Da war eine kleine Gruppe aus Ungarn, Polen und Tschechien“, erzählt Threes Koberg. „Die haben uns dringend gebeten, für sie mit aktiv zu werden, denn die trauen sich kaum mehr auf die Straße.“ Mechthild Wiedau nickt. „Die sagen, dass sie vor Jahren nicht für möglich gehalten hätten, dass das wieder möglich sei.“ Die Botschaft der Aktionsgruppen aus jenen europäischen Ländern, in denen die Regierung primär nationale Interessen verfolgt, ist eindringlich. Mechthild Wiedau: „Die haben uns gewarnt, wie schnell eine Demokratie in autoritäre Herrschaft kippen kann.“

Dass es auch ganz anders geht, hat Mira Oonk als junge Frau erfahren: Sie schöpft ihre Motivation aus den positiven Erlebnissen im kroatisch-italienischen Grenzraum, wo sie aufwuchs. „Die waren damals schon richtig weit damit.“ 2017 hatten sich die fünf Frauen dem Netzwerk „Pulse of Europe“ angeschlossen und unter dem Eindruck einer wachsenden rechtsnationalen Strömung an den sonntäglichen Kundgebungen der pro-europäischen Bewegung teilgenommen (WN berichteten).

Für die Wochen bis zur Europawahl wollen die Frauen wieder verstärkt in der Öffentlichkeit erscheinen – bei Veranstaltungen, auf Märkten, in Diskussionsrunden, wie etwa am vergangenen Mittwoch im Driland-Kolleg. „Wir werden uns vor dem Gymnasium aufbauen, um Erstwähler anzusprechen“, erklärt Threes Koberg. Ein speziell für Gronau konzipierter Flyer sei in Arbeit. „Und wir werden uns bei den Schulen anbieten für Informations- und Diskussionsrunden.“ Gerade die Mobilisierung junger Wähler sei ihnen ein Anliegen, betonen die Frauen immer wieder.

„Aber wir wollen auch den Cityring ansprechen“, so Mechthild Wiedau. „Beim Thema Europa sollten sich eigentlich alle Geschäftsleute angesprochen fühlen.“ Threes Koberg nickt: „Die hängen davon ab, dass Europa bleibt.“

Viele empfänden das, was Europa bedeute, als selbstverständlich, hat sie festgestellt: „Aber es ist eine Selbstverständlichkeit, die auf dem Spiel steht.“ Sie wünsche sich, dass der europäische Gedanke in Gronau sichtbar werde: „Die blaue Stadt in der grünen Aue“.

Dazu suchen die Frauen nicht nur Mitbürger, die mit ihnen gemeinsam bei Veranstaltungen und Kundgebungen die Europa-Fahne hochhalten: Auch Spenden sind willkommen, und helfende Hände bei Veranstaltungen, „besonders junge Menschen“, wie Mechthild Wiedau erklärt. Schließlich geht es nicht nur ums Verteilen von Aufklebern und Buttons. Threes Koberg: „Es geht um alles.“

► Zum Internationalen Frauentag am 8. März hatte die Gruppe gestern einen Stand auf dem Eper Wochenmarkt, heute sind sie beim Markt in Gronau. Morgen wollen sie bei der Bürgermeisterwahl im Rathaus präsent sein. Weitere Aktionen, darunter auch beim Jazzfest oder beim Frühlingsfest in Epe, sind in Planung. Eine eigene Facebook-Seite ist in Arbeit.

Kontakt per Mail an:

gronau@pulseof­europe.eu

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