Bürgermeisterwahl in Gronau
Zwei strahlende Gewinner und eine enttäuschte Amtsinhaberin

Gronau -

Rainer Doetkotte geht aus dem ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl als Gewinner hervor. Zeitweise sah es sogar so aus, als bräuchte es keine Stichwahl in zwei Wochen. Auch ein Politik-Neuling durfte strahlen. Währenddessen gibt sich die Amtsinhaberin kämpferisch. [Mit Videos]

Sonntag, 10.03.2019, 20:43 Uhr aktualisiert: 10.03.2019, 23:13 Uhr
Mit großem Interesse verfolgten Politiker und Bürger im Wahlstudio die Bekanntgabe der Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken. Um 18.52 Uhr ist das erste Rennen gelaufen – am 24. März folgt die Stichwahl.
Mit großem Interesse verfolgten Politiker und Bürger im Wahlstudio die Bekanntgabe der Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken. Um 18.52 Uhr ist das erste Rennen gelaufen – am 24. März folgt die Stichwahl. Foto: Guido Kratzke

Das Freudengeheul aus der Ecke der CDU-Anhänger im Sitzungssaal kommt zu früh. Erst knapp ein halbes Dutzend Bezirke sind gegen 18.30 Uhr ausgezählt, als Doetkotte-Fans seine ersten Ergebnisse bejubeln. 

Am Ende sollen sie aber Recht behalten: CDU-Kandidat Rainer Doetkotte geht aus dem ersten Wahlgang als Gewinner hervor. „Heute haben wir ein Etappenziel erreicht, am 24. März gewinnen wir das Rennen“, sagt er wenig später angesichts eines deutlichen Stimmenvorsprungs vor Amtsinhaberin Sonja Jürgens sichtlich stolz und selbstbewusst.

Doetkotte zwischenzeitig über 50 Prozent

Für kurze Zeit sieht es zu Beginn des Abends im Wahlstudio so aus, als würde das passieren, was CDU-Fraktionschef Sebastian Laschke schon vor Bekanntgabe der ersten Zahlen orakelt: „Wir schaffen das heute – ohne Stichwahl.“

Bis auf 52 Prozent klettert der Stimmenanteil von Doetkotte beim Gesamtergebnis – aber nur vorübergehend. Am Ende pendelt sich sein Resultat bei 48,52 Prozent ein, nachdem Mitbewerber Christoph Leuders in Eper Wahlbezirken zwischendurch gute Quoten einfährt – in zwei Fällen mehr als 30 Prozent.

Jürgens gibt sich kämpferisch

Dass es am Ende 21,14 Prozent vom Stimmenkuchen sind, die der Polit-Neuling erhält, lässt ihn strahlen – auch ohne in der Stichwahl zu sein. Seine politische Zukunft lässt er auf Fragen offen. Interesse ja, Zeit eher nicht.

Bürgermeisterwahl: Rainer Doetkotte im Interview

Sonja Jürgens ist die Enttäuschung über ihr Abschneiden anzumerken. Auch wenn es nur ein Zwischenergebnis ist. Aber: „Ich bin mit mir im Reinen“, macht sie mit Blick auf den Wahlkampf und das während ihrer Amtszeit Erreichte deutlich.

Bürgermeisterwahl: Fragen an Sonja Jürgens

„Wir müssen jetzt noch mal 14 Tage alles geben“, sagt sie den Fans und Anhängern, die am Wahlabend zu ihr kommen, um ihr weiter Unterstützung zuzusichern. Die Gesten dabei haben etwas von Trost – entschieden ist aber noch nichts. Jürgens gibt sich kämpferisch: „Abgerechnet wird zum Schluss.“

 

Bürgermeisterwahl: Christoph Leuders über seinen Achtungserfolg

 

Kommentar

Respekt! Da fährt der Polit-Novize Christoph Leuders auf Anhieb über 20 Prozent ein. Ein Ergebnis, das die wenigsten vorher so auf dem Zettel gehabt haben dürften. Gemessen an vielen Prognosen ist das mehr als nur ein Achtungserfolg.

Auch wenn Leuders jetzt aus dem Rennen ist, kann er stolz sein auf das Ergebnis. Bleibt abzuwarten, ob das Nachwuchs-Talent dieses Wähler-Votum als Startrampe für eine weitere politische Karriere nutzt. Eigentlich sollten ihm die politischen Gruppen vor Ort dafür den roten Teppich ausrollen.

Der große Zuspruch, den der Newcomer erhielt, ist zugleich auch ein klares Signal an die verbleibenden Bewerber (und deren Parteien): Viele Wähler – und offenbar nicht nur junge – sind inzwischen von bestehenden Strukturen, aber auch vom gefühlten Stillstand in wichtigen politischen Fragen – berechtigt oder nicht – so enttäuscht, dass sie sich sogar einen kommunalpolitischen Lehrling auf dem Chefsessel im Rathaus vorstellen konnten.

Wer künftig tatsächlich auf diesem sitzen wird, werden wir in 14 Tagen wissen. CDU-Kandidat Rainer Doetkotte liegt aktuell klar in Führung, zeitweise schien es am Wahlabend, als würde er das Rennen ohne Stichwahl machen. Aber abgerechnet wird erst am 24. März. Und bis dahin bleibt spannend, ob und wie es Jürgens und Doetkotte in der Verlängerung schaffen, beim Wähler zu punkten und sie am 24. März erneut an die Wahlurnen zu locken.

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