Klangpralinen-Konzert
Der Sturm „spielte“ mit

Gronau -

Das Voirinquartett spielte am Sonntag vor einem dankbaren Publikum im Paul-Gerhardt-Heim ein beeindruckendes Konzert. Die Besucher erlebten eine besondere Stunde der Kammermusik, geprägt von hoher Präzision und Spielfreude, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter.

Dienstag, 12.03.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 18:40 Uhr
Mitglieder des Voirinstreichquartetts: Karl Sousa (Violine I), Cordula Kocian (Violine II), Lucie Stepanova (Violoncello) und Mara Smith (Viola).
Mitglieder des Voirinstreichquartetts: Karl Sousa (Violine I), Cordula Kocian (Violine II), Lucie Stepanova (Violoncello) und Mara Smith (Viola). Foto: Tamas Szöcs

Das Voirinquartett spielte am Sonntag vor einem dankbaren Publikum im Paul-Gerhardt-Heim ein beeindruckendes Konzert. Die Besucher erlebten eine besondere Stunde der Kammermusik, geprägt von hoher Präzision und Spielfreude, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Kantor Dr. Tamás Szőcs begrüßte die Mitglieder des Quartetts, das Publikum – das sich vom Sturm nicht abschrecken ließ – und den Komponisten Henning Schmidt , der zu der Uraufführung seines Streichquartetts angereist war.

Anfangs gab es leichte, gefällige Kost, ein freundliches, glasklares und unterhaltsames Werk des spanischen Komponisten de Arriaga, der zwar 30 Jahre nach Mozarts Tod geboren wurde und mit bedeutendem geografischen Abstand zu Wien lebte, doch seine Klänge erinnerten sehr an die Leichtigkeit der Wiener Klassik und Mozarts Kompositionsstil.

Der junge Komponist des zweiten Werkes, Henning Schmidt, erläuterte anschließend den programmatischen Hintergrund seiner Komposition „In schwarzer Nacht“: das ideengebende Lied von Alinde, die Suche nach der Liebe bei Mond- und Sternenlicht, die Begegnung mit dem Tod und mit dem Jäger. In dem ausgedehnten Werk galt es, all diesen Elementen zu horchen, sie in den Klängen und freudigen bis mürrischen Stimmungen zu entdecken. Insgesamt erinnert das Werk an einen Streifzug durch acht Jahrhunderte Musikgeschichte und Kompositionsstile: Klänge der Renaissance, Anspielungen barocker Polyphonie, Anklänge der Klassik und Klangexperimente des frühen 20. Jahrhunderts. Was dem vor kurzem komponierten Werk fehlte, war das eigentlich Zeitgenössische – der Mut, aus den Traditionen auszubrechen und wirklich Neues zu wagen.

Die vier Musiker meisterten die musikalische Reise durch die Jahrhunderte mit großer Sorgfalt, hielten sich genau an die Anweisungen des Komponisten, erzeugten mit weichem Bogen, mit aggressiven Pizzicato oder mit Glasharfenklängen die jeweilige Stimmung einer schwarzen Nacht. Der Sturm, der draußen tobte, mischte sich als fünfter Darsteller hervorragend und wie bestellt in die Stimmung des Stückes mit ein.

Höhepunkt des Abends war ein besonderes Streichquartett von Tschaikowsky, komponiert in einer der entlegensten und traurigsten Tonarten es-moll (mit sechs b-Vorzeichen), die den Musikern technische Raffinesse und ein besonders feines Gehör abverlangten. Neben dem musikalischen Genuss dieses reifen Werkes war ebenso erfüllend auch zu sehen, wie die Musiker – wie vier Synchronschwimmer – aufeinander eingespielt und eingestimmt, im gleichem Atemzug den Bogen ansetzten und mit hoher Konzentration auch die Kinder im Publikum in den Bann zogen. Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus bei den Musikern.

In der Pause gab es Wein und Klangpralinen zugunsten des Orgelprojektes der Ev. Kirchengemeinde. Aus dem Publikum gab es viele würdigende Worte für den anwesenden Komponisten Schmidt, aber auch für die Atmosphäre des Paul-Gerhardt-Heimes und für den akustisch so hervorragenden Raum, der seit Jahren die Kammermusikreihe unter der künstlerischen Leitung von Dr. Tamás Szőcs beherbergt.

Das nächste Konzert in der Reihe „Klangpralinen” findet am 16. Juni (Sonntag) mit Werken von Mozart und Schumann für Streicher und Klavier statt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6466977?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Nähe zum Sport bleibt im Dunkeln
Im Zuge des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs an zwei Kindern wird auch die Nähe des Beschuldigten zum Sport diskutiert. Hier eine Beispielszene eines A-Jugendspiels aus Karlsruhe.
Nachrichten-Ticker