30-Jähriger handelte mit Drogen – Prozess vorm Landgericht
Gronauer muss fünfeinhalb Jahre in Haft

Gronau/Münster -

„Dreist und abgezockt“ nannte der Staatsanwalt die Methode des Dealers, seinen Drogenvorrat in die Wohnung einer Bekannten auszulagern. Der Dealer hatte angenommen, dass bei ihm bald eine Durchsuchung anstehen könnte. Rund sechs Kilogramm illegaler Substanzen steckten in zwei Werkzeugkoffern, aus denen heraus der 30-Jährige verkaufte.

Freitag, 15.03.2019, 07:00 Uhr
30-Jähriger handelte mit Drogen – Prozess vorm Landgericht: Gronauer muss fünfeinhalb Jahre in Haft
Foto: dpa

Wegen Handels mit Betäubungsmitteln hat das Landgericht Münster den ungelernten Gelegenheitsarbeiter aus Gronau am Donnerstag zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Frau (38), die die Koffer bei sich im Buterland unterstellte, leistete nach Auffassung des Gerichts Beihilfe und bekam zwei Jahre auf Bewährung. Sie wurde nun – nach fünf Monaten Untersuchungshaft – direkt freigelassen.

Einen Teil der Drogen hatte der 30-Jährige verkauft, der größere Teil war von der Polizei im Oktober 2018 sichergestellt worden: kiloweise Amphetamin-Varianten wie Ecstasy-Pillen, MDMA und flüssiges Amphetamin. Hinzu kamen verhältnismäßig kleine Mengen Marihuana und Kokain.

Der Gronauer ist seit vielen Jahren an Alkohol und Drogen wie Amphetamin gewöhnt, hatte ein psychiatrischer Gutachter festgestellt und die Unterbringung im Maßregelvollzug für zwei Jahre empfohlen. Sonst seien nach der Haft wahrscheinlich weitere Straftaten zu erwarten. Das Gericht nahm die Zeit als Teil der Strafe ins Urteil auf. Einbezogen ist ferner ein Urteil des Amtsgerichts Ahaus gegen den Gronauer vom Oktober 2018 wegen Dealens im Jahr 2017: Zwei Jahre auf Bewährung wurden damals verhängt. Die fünfeinhalb Jahre vom Donnerstag bilden für beides eine Gesamtstrafe.

Das Landgericht stufte das Amphetamin unter den „gebunkerten Drogen“, wie es hieß, als „gewaltige Menge“ ein. Es sei das 85-fache des juristisch als „geringe Menge“ anzusehenden Stoffs, die einen geringeren Strafrahmen ermöglicht hätte.

Die Frau – berufstätig und Mutter dreier Kinder – habe die Suchtmittel bei sich versteckt, „obwohl sie wissen musste, was in den Koffern war“, betonte der Vorsitzende Richter. Offenbar habe sie dies „aus Gefälligkeit“ getan, und weil sie dafür ab und zu etwas Stoff bekommen habe. Ihr Anwalt vermutete, dass „eine emotionale Abhängigkeit“, so sagte er, zu dem 30-Jährigen bestanden habe. Beide hätten „ein Verhältnis oder eine intime Beziehung“ gehabt. Genau habe sie ihm das nicht sagen wollen.

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