Kyra Prießdorf bietet sich als freie Traurednerin an
Aus Liebe zur Liebe

Gronau -

Kyra Prießdorf liebt – ihren Mann, die Liebe, Menschen und deren Geschichten. „Vor allem aber liebe ich das Leben und die Liebe!“ Dass das mit der Liebe mal mehr werden würde in ihrem Leben als das private Glück mit dem Ehemann – darauf wäre sie von allein womöglich nicht gekommen. Seit kurzem arbeitet sie mit Hochdruck an ihrer neuen, nebenberuflichen Aufgabe: freie Traurednerin.

Dienstag, 19.03.2019, 11:00 Uhr
Kyra Prießdorf fragt interessierte Paare: „Wollt Ihr mit mir gehen?“
Kyra Prießdorf fragt interessierte Paare: „Wollt Ihr mit mir gehen?“ Foto: Christiane Nitsche

„Eine Freundin meiner Mutter hat gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, das für ihre Tochter und den Schwiegersohn zu machen“, erzählt sie. Die beiden konnten sich über eine kirchliche Trauung nicht einigen und suchten nach jemandem, der nach dem Standesamt eine freie Trauung zelebriert, „haben hier in der Gegend aber niemand gefunden.“ Kyra Lupitzki sagte „Ja“. Und weil diese erste Erfahrung für alle Beteiligten so positiv war, „ging ich immer weiter schwanger mit der Idee.“

Wer die 35-Jährige kennt, weiß, dass sie die Dinge, die sie anpackt, gern gründlich macht. Sie recherchierte im Netz, sprach mit anderen freien Traurednern, erarbeitete ein Konzept, entwarf einen Flyer, Logos und eine Marketingstrategie mit Webseite, Instragram- und Facebook-Profil. Kaum waren die online, kam die erste Anfrage. Kurz darauf die Hochzeitsmesse in Gronau, wo sie sich mit ihrem Angebot präsentierte.

Die ersten Erfahrungen lassen sie strahlen. Was Trauredner ausmache, sei ein „himmelweiter Unterschied zu dem, was Kirche und Standesamt so anbieten“. Viele Paare erlebten das als nicht mehr zeitgemäß. „Natürlich kann man auch mit Standards Emotionalität schaffen“, so ihre Erfahrung, „aber es ist einfach alles allgemeiner gehalten.“

Sie wolle – in Absprache mit dem Brautpaar – ein so persönliches wie einmaliges Erlebnis schaffen. „Mein Anspruch ist Individualität.“ Darum sei auch, was den Ort der Zeremonie betrifft, alles denkbar: „im Wald, am See, zuhause im Garten oder da, wo sich das Paar kennengelernt hat.“ Das eigentliche Zeremoniell mit dem Tausch der Ringe solle dann der persönlichen Geschichte des Paares Ausdruck geben. Das könne zum Beispiel ein Baum sein, den das Paar gemeinsam pflanzt, an dem die Hochzeitsgäste ihre Wünsche befestigen können. Später finde der Baum seinen Platz im Garten des Paars.

Beim Ausgestalten der Feier können dann je nach Wunsch Eltern oder Trauzeugen mit eigenen (Rede-)Beiträgen mit einbezogen werden und/oder passende Lieder ausgewählt werden. „Das kann auch ein Rocksong sein.“

Das persönliche Kennenlernen, die jeweilige Liebesgeschichte des Paares sei das, was sie persönlich als besonders schön erlebe. Die Menschen und die Geschichten dahinter eben. „Es ist einfach schön zu sehen, wie die sich in der Vorbereitung noch einmal miteinander beschäftigen.“

Ihre Aufgabe sei es dann vor allem, diese Geschichte in der Traurede zu würdigen: „Wie sie sich kennengelernt haben, was sie aneinander schätzen.“

Doch bevor es soweit ist, gibt es ein unverbindliches „erstes Date“, ein Kennenlerngespräch zum gegenseitigen Beschnuppern. Danach gibt es eine vorbereitete Postkarte mit der Frage aller Fragen: „Wollt Ihr mit mir gehen?“ Darunter drei Antwortmöglichkeiten mit Kästchen zum Ankreuzen: Ja, Nein, Vielleicht.

Fällt die Antwort positiv aus, gibt es den „ersten Liebesbrief“ mit einem detaillierten Vorschlag für den Ablauf der Zeremonie zur gemeinsamen Abstimmung. Ab dann übernimmt die freie Traurednerin die Planung und Organisation der Trauungszeremonie.

Wenn alles gut läuft, sind nicht nur das Brautpaar und deren Familie und Freunde glücklich, sondern auch die Traurednerin selbst. Schließlich dreht sich bei der Liebe immer alles ums Happy End. So wie beim „ersten Date“ mit dem ersten Brautpaar, das sich von Kyra Lupitzki beraten und die Karte mit den drei Antworten überreichen ließ. „Ich war schon fast am Wagen, da kam mir der Mann hinterhergelaufen“, erzählt sie lachend. „Moment, Moment!" Und während sie dachte, sie habe etwas vergessen, rief er weiter: „Wir sagen Ja!“

► WICHTIG: Die freie Trauung ersetzt nicht die standesamtliche, wenn die Ehe juristisch wirksam sein soll.

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