Vorwurf: Gerüchte im Wahlkampf verbreitet
Sonja Jürgens erstattet Anzeige wegen Verleumdung

Gronau -

Jetzt kriegt der bisher faire Bürgermeister-Wahlkampf offenbar auf den letzten Metern vor der Stichwahl doch noch eine schmutzige Seite: Bürgermeisterin Sonja Jürgens (SPD) hat am Montag bei der Polizei Anzeige wegen Verleumdung erstattet. Das teilte Jürgens der WN-Redaktion mit. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass Anzeige erstattet worden sei und dem Fall jetzt nachgegangen werde. Als Tatbestand nennt die Polizei „üble Nachrede“, zum Inhalt der Anzeige machte Polizeisprecher Thorsten Ohm keine Angaben.

Montag, 18.03.2019, 19:45 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 20:22 Uhr
„Ich bin ziemlich verletzt.“ Als Reaktion auf Gerüchte, die im Wahlkampf gestreut worden sein sollen. hat Sonja Jürgens jetzt Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung erstattet.
„Ich bin ziemlich verletzt.“ Als Reaktion auf Gerüchte, die im Wahlkampf gestreut worden sein sollen. hat Sonja Jürgens jetzt Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung erstattet. Foto: Klaus Wiedau

Der Vorwurf laut Jürgens : Im Haustürwahlkampf in Epe sei in der vergangenen Woche beim Verteilen von Wahlkampfwerbung durch Anhänger ihres politischen Mitbewerbers behauptet worden, sie – Jürgens – sei erneut schwanger und solle für das Bürgermeisteramt aus diesem Grund besser nicht gewählt werden.

Ich finde das ungeheuerlich.

Sonja Jürgens

Jürgens im Telefongespräch mit der WN-Redaktion: „Ich finde das ungeheuerlich. Das ist ein Ding, das man nicht bringen kann. Das verbietet einem die gute Kinderstube.“ Und sie fügte hinzu: „Ich bin ziemlich verletzt!“ Der Bürger, demgegenüber diese Behauptung geäußert worden sein soll, sei bereit, dies auch zu bezeugen. „Darüber bin ich sehr froh“, so Jürgens. Und: „Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute den Mut dafür hätten.“

Wie Jürgens betonte, hat der jetzt zur Anzeige gebrachte Vorgang eine Vorgeschichte. So sei ihr bereits im vergangenen Jahr zu Ohren gekommen, dass kolportiert worden sei, sie werde nicht ins Rathaus zurückkehren, „weil ich lieber bei meinem Kind bin“. Der Unterschied zu jetzt sei, „dass ein Bürger bestätigt, dass solche Behauptungen aufgestellt wurden“.

CDU-Kandidat weist Vorwurf zurück

Rainer Doetkotte, CDU-Kandidat für die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag, erfuhr durch die WN-Redaktion von der Anzeige. „Ich hätte mich über einen Anruf von Frau Jürgens oder ihrem Team in dieser Sache gefreut“, machte er seine Enttäuschung darüber deutlich. Er habe in 70 Straßen der Stadt Wahlkampf gemacht. „Dabei waren wir immer zu zweit unterwegs. In meinem Beisein ist eine solche Aussage nicht getroffen worden – das weise ich von mir!“

Und Doetkotte fügte hinzu: „Wenn ich gehört hätte, dass jemand solche Unwahrheiten verbreitet, hätte ich ihn sofort aus meinem Wahlkampfteam entfernt.“ Und weiter: „Mein Team und ich haben bisher einen fairen Wahlkampf geführt, bei dem immer der Kandidat und die eigenen Positionen im Vordergrund standen. Die Mitbewerber waren dabei kein Thema.“

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