Brandstiftungen und andere Anschläge
Staatsanwalt beantragt langjährige Haftstrafen gegen drei junge Angeklagte

Almelo/Enschede/Gronau -

Die Staatsanwaltschaft wertet die Brandstiftungen in zwei Wohnungen in Almelo als Mordversuch. Sie stünden in einer Reihe mit anderen, ähnlich gelagerten Taten in der Unterwelt. Dazu gehören auch der Mordversuch an einem Friseur in Enschede (er wurde mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet), und die Schüsse auf einen Autofahrer auf der Eper Straße in Gronau im Mai 2017 . Der Staatsanwalt beantragte am Montag vor dem Gericht in Almelo gegen drei Angeklagte Haftstrafen zwischen acht und 16 Jahren. das berichtet der Twentsche Courant Tubantia.

Mittwoch, 20.03.2019, 07:29 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 08:27 Uhr
Brandstiftungen und andere Anschläge: Staatsanwalt beantragt langjährige Haftstrafen gegen drei junge Angeklagte
Im Mai 2017 wurden auf einem Parkplatz in Gronau mehrere Schüsse auf einen Mann abgegeben. Foto: Martin Borck (Archiv)

Die drei jungen Beschuldigten – zwischen 19 und 24 Jahre alt – sollen in unterschiedlichen Besetzungen Feuer in Wohnungen in Almelo gelegt haben. Der 24-jährige Thomas M. wird zudem verdächtigt, die Schusswaffe versteckt zu haben, die ein anderer Täter bei dem Mordanschlag in Gronau benutzt hat.

Die Angeklagten bestreiten die Brandstiftungen. Sie sagten aus, sie würden bestimmte Infos nicht preisgeben, weil sie Todesangst vor dem Drogenkriminellen Simo D. haben. Der verbüßt derzeit eine Haftstrafe in einem deutschen Gefängnis.

Brandstiftung als Warnschuss?

Eine der Brandstiftungen galt möglicherweise als Warnschuss für einen Sohn des dort wohnenden Paars. Er soll eine Simo D. belastende Aussage gemacht haben.

Derzeit herrscht in Twente eine Art Krieg zwischen zwei konkurrierenden kriminellen Banden. Der Staatsanwalt erinnerte an die Ruchlosigkeit, mit der die Taten ausgeführt worden seien. Dabei seien auch völlig Unbeteiligte Opfer geworden – wie der schwer verletzte Friseur, der wohl Opfer einer Verwechslung wurde. Offenbar bestand eine ganze Liste von Menschen, die liquidiert werden sollten.

Keine Reue gezeigt

Beim geforderten Strafmaß berücksichtigte der Staatsanwalt die Folgen für die Gesellschaft, in der seit den Anschlägen Besorgnis herrsche. Zudem hätten die Verdächtigten keine Reue gezeigt, sondern hätten sich mit „vollkommen unsinnigen Geschichten“ herauszureden versucht.

Das Urteil wird am 1. April gesprochen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6483015?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Mega-Serie der WWU Baskets endet in Schwenningen – aber noch ist alles drin
Alex Goolsby (r.) und die Baskets verloren erstmals seit Monaten wieder.
Nachrichten-Ticker