250 Jahre altes Puppenhaus kommt ins Rijksmuseum Twenthe
Ein Schmuckstück

Enschede -

Die noch bis morgen laufende Tefaf in Maastricht gilt als weltweit wichtigste Messe für alte Kunst. Eines ihrer Schmuckstücke wird demnächst im Rijksmuseum Twenthe ausgestellt: das 250 Jahre alte Puppenhaus von Anna Maria Trip. Dabei handelt es sich um ein prächtig ausgestattetes Miniaturhaus mit mehr als 100 Figürchen aus Silber. Das Puppenhaus wird in Enschede das Topstück der Silberkammer werden. Voraussichtlich ab Ende April wird es dort zu besichtigen sein.

Samstag, 23.03.2019, 17:00 Uhr
Das Puppenhaus der Anna Maria Trip ist fast 1,70 Meter hoch.          
Das Puppenhaus der Anna Maria Trip ist fast 1,70 Meter hoch.           Foto: Dick Endlich Antiquairs

Bei der Puppenstube handelt es sich um eines von nur zehn erhalten gebliebenen Exemplare aus dem 17. und 18. Jahrhundert und das einzige, das sich in Privatbesitz befand, berichtet das Rijksmuseum Twenthe. Das auf Silber spezialisierte Unternehmen John Endlich Antiquairs aus Haarlem stellte es in dieser Woche auf der Tefaf aus.

Die Martens-Mulder Stiftung hat das Puppenhaus erworben. Die Stiftung hat ihre Silber-Kollektion als Dauerleihgabe dem Rijksmuseum Twenthe zur Verfügung gestellt. Zu dem bisherigen Exponaten im Silberkabinett des Museums gesellt sich nun das Puppenhaus.

Mit der silbernen Garnspule auf dem Dachboden, dem Elfenbeintischchen im Salon, den Silberpfännchen in der Küche sowie den silberdurchwirkten Wandbespannungen und den gemalten persischen Teppichen ist das Puppenhaus außergewöhnlich reich und fein gearbeitet. Bis auf ein paar Details ist der gesamte silberne Hausrat, über 100 Originalstücke, in optimalem Zustand. Dabei war das Spielzeug durchaus in Gebrauch, wie aus Briefen und Erzählungen der adeligen Familie hervorgeht.

Anna Maria Trip (1712-1778) stammte aus einer bekannten Amsterdamer Familie. Mit 18 heiratete sie den 24 Jahre älteren Groninger Ratsherrn Wicher van Swinderen und bekam sieben Kinder. Um 1750 begann sie, das Puppenhaus einzurichten, das wahrscheinlich von einem Groninger Zimmermann gebaut worden war. Das Silber stammte vor allem aus der Werkstatt des Amsterdamer Silberschmieds van Geffen.

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