Heiner Bürschen ist für den Senior-Experten-Service derzeit in Kenia aktiv
Nach 19 Einsätzen ist jetzt Schluss

Epe -

Er hat es (wieder mal) getan: Heiner Bürschen packt regelmäßig das Reisefieber. Wenn er dann in ferne Länder jettet, kommt er nicht als Tourist. Der 69-Jährige reist im Auftrag des Senior-Experten-Service (SES), um sein Wissen für andere zugänglich zu machen und zu helfen. Seit Anfang März (und noch bis zum 30. März) läuft für den Eperaner in Kenia sein 19. Einsatz. „Unterstützung des Managements und bei der Ausbildung von Mitarbeitern“ lautet der Zweck dieses Einsatzes. Nachfolgend der Bericht, den Bürschen jetzt der Redaktion schickte.

Dienstag, 26.03.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 19:00 Uhr
Heiner Bürschen aus Epe ist derzeit für den Seniore-Experten-Service in Kenia unterwegs.
Heiner Bürschen aus Epe ist derzeit für den Seniore-Experten-Service in Kenia unterwegs. Foto: Sammlung Heiner Bürschen

„Mir ist übel vom Schaukeln, als ich in der kleinen Propellermaschine sitze – auf dem Weg von Nairobi (Kenia) nach Marsabit-Town. Der Pilot setzt zur Zwischenlandung auf einer Sandpiste an, die seitlich mit Steinen markiert ist. Statt einer Empfangshalle gibt es nur einen kleinen Unterstand. Ein paar Passagiere steigen aus, dann geht es weiter zum eigentlichen Ziel im Norden von Kenia.

Die Landebahn dort ist zwar befestigt, aber statt Flughafen-Architektur gibt es auch dort wieder nur einen Unterstand. Was soll‘s! Zum Glück ist mein Abholer da, um mich zur Don-Bosco-Mission zu bringen. Hier in der „vergessenen“ Region Marsabit leben auf einem Quadratkilometer nur fünf Menschen. Es ist heiß, trocken und windig. Um diese Stadt herum ist nur Einöde, das Wasser ist knapp.

Unterwegs sehe ich Menschen, die zu Fuß mit Kanistern – und mit Kanistern auf Eseln – unterwegs zur Wasserstelle sind. Eine hohe Luftfeuchtigkeit wie etwa in Westafrika gibt es hier nicht. Diese Schwüle in anderen Regionen macht einen nämlich fix und fertig. Aber das Land dort ist fruchtbar, und die Menschen können vieles anbauen. Hier, in der Marsabit-Region warten die Menschen zurzeit sehnsüchtig auf Regen. Die Felder sind trocken, das Wasser ist knapp. Wasser muss mit Tankwagen geholt werden.

Tätig bin ich wieder in einer Don-Bosco-Mission. Hier wird in sieben verschiedenen Berufsrichtungen ausgebildet, wozu auch die Kfz-Technik – mein Berufsbild – gehört. Ich hab es mit insgesamt 33 Schülern zu tun. Meine Aufgabe ist es, die Lehrer zu unterstützen, den Schülern Basiswissen beizubringen, aber auch Neues.

Technische Unterlagen über Autos in Wort, Bild und als Videos habe ich auf meinem Notebook und ein Beamer ist auch dabei. Zum Unterricht in der Schule gehören unter anderem auch die Fächer Englisch, Mathematik und Computerausbildung. Die erste Sprache ist Suaheli. Diese Sprache ist in Ostafrika sehr verbreitet. Die Amtssprache ist Englisch. Leider sprechen die meisten Schüler aber nur wenig oder schlecht Englisch. Das macht die Kommunikation bisweilen schwierig. In solchen Fällen hole ich einen Helfer dazu, der dann meine Erklärungen und die Fragen der Auszubildenden übersetzt.

Sehr begehrt sind bei den Schülern Kugelschreiber. Diese Geschenke wurden zu Hause von Freunden und Bekannten für mich gesammelt. 300 Kugelschreiber habe ich im Gepäck, schön bunt und mit deutschen Werbeaufschriften.

Angesichts der Lage im Land habe ich habe mich auf die Liste der Deutschen in Kenia eintragen lassen, die von der Deutschen Botschaft in Nairobi geführt wird. Prompt erhalte ich eine Mitteilung, dass es Probleme gibt: Aufgrund von Streiks am Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi sowie an den Flughäfen in Mombasa, Kisumu und Eldoret ist mit Verzögerungen und Ausfällen im Flugverkehr zu rechnen. Es gibt Berichte über Tränengaseinsätze der Polizei im Bereich des Flughafens Nairobi. Reisende müssen mit erheblichen Behinderungen rechnen.

Na dann hoffe ich mal, dass ich planmäßig wieder nach Hause zurück komme. . .

Nach 18 Jahren mit 19 Auslandseinsätzen habe ich mich entschlossen, dass dieser Einsatz mein letzter Aufenthalt für den SES im Ausland sein soll. Nach einigen erkennbaren Schwächen ist es wohl nur vernünftig, die bisher geleistete Hilfe zur Selbsthilfe zu beenden. Und so schließe ich jetzt meine Auslandseinsätze zum 70. Geburtstag ab.

Vielleicht kommen ja andere Menschen beim Lesen dieser Zeilen auf den Gedanken, ihr beruflich erworbenen Fachwissen an andere Menschen weiter zugeben. Wen es beim Ansehen eines Flugzeuges am Himmel kribbelt, wer den richtigen Beruf hat und Abenteuerlust verspürt, sollte sich die Internetseite des Senior-Experten Service einfach mal unverbindlich ansehen.“

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6499117?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Sturmwarnung für Sonntag: Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Nachrichten-Ticker