Stadt kündigt Pressemitteilung an
Drio offenbar vor dem Aus

Gronau -

Was wird aus dem Drio-Projekt? Die Stadt hat sich nach einer Anfrage der WN bedeckt gehalten. Doch politische Insider sagen: Das Drio wird es in der geplanten Weise nicht geben.

Mittwoch, 03.04.2019, 06:00 Uhr
„Ententeich“ statt Innenstadt: Das Drio-Projekt wird in der bisher geplanten Version wohl nicht realisiert. Aus dem Rathaus war das am Dienstag nicht zu erfahren, aus gut informierten Kreisen aber schon.
„Ententeich“ statt Innenstadt: Das Drio-Projekt wird in der bisher geplanten Version wohl nicht realisiert. Aus dem Rathaus war das am Dienstag nicht zu erfahren, aus gut informierten Kreisen aber schon. Foto: Klaus Wiedau

Was wird jetzt aus dem Drio-Projekt? Die zwischen Stadt und den Investoren Hoff und List vereinbarte Frist für eine Umsetzung oder ein Scheitern des Projektes zur Innenstadtentwicklung ist am 31. März abgelaufen.

Die Bürger warten gespannt auf die Entscheidung der Investoren – die aber ist aus dem Rathaus nicht zu erfahren: „Es gibt noch keine konkreten Ergebnisse“, teilte ein Sprecher der Stadt am Dienstag mit, nachdem die WN bereits am frühen Montagmorgen angefragt hatten.

Es werde „zeitnah“ Gespräche geben und danach eine Pressemitteilung zur Innenstadtentwicklung, heißt es weiter.

Kommentar

Kommentar War’s das wieder mal? Nach allen gescheiterten Versuchen der letzten 30 Jahre ist jetzt offenbar auch das Drio-Projekt am Ende. Woran es lag, wird sicherlich in den kommenden Tagen wortreich erläutert werden. Und vermutlich gibt es nach allen Anstrengungen von Stadt und Investoren Gründe dafür, dass Drio in der geplanten Form ein Traum bleibt. Bemerkenswert ist allerdings, wie die Akteure mit dem berechtigten Informationsinteresse der Bürger umgehen. Seit Monaten wird die Öffentlichkeit mit Blick auf den Fristablauf am 31. März vertröstet. Jetzt ist die Frist abgelaufen – aber informiert werden die Bürger über das Ergebnis nicht. Schlechte Nachrichten zu verkünden, ist sicher nie angenehm. Aber auf Tauchstation zu gehen und sich hinter „zeitnahen Gesprächen“ zu verschanzen, ist ein kommunikatives Trauerspiel und den Bürgern der Stadt gegenüber schlicht eine Frechheit. Klaus Wiedau

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Der Flurfunk, offenbar gut gefüttert von politischen Insidern, ist da besser informiert: Danach hat Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick den Mitgliedern des Hauptausschusses schon in der vergangenen Woche – nichtöffentlich – unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen der Verwaltung“ dargelegt, dass es das Drio-Projekt in der bisher geplanten Weise wohl nicht geben wird.

Und die politisch gut informierten Kreise wissen auch, was es mit dem kryptisch als zeitnahe Gespräche bezeichneten Termin auf sich hat: Am Donnerstag tagt der Ältestenrat in Sachen Innenstadtentwicklung. Wie die WN erfuhren, sollen an diesem Treffen auch Vertreter der Investorengruppe teilnehmen. Ob es in den Beratungen nur um den Abgesang auf das Projekt geht oder möglicherweise über abgespeckte Lösungen diskutiert werden soll, war indes nicht zu erfahren.

Das Drio-Projekt der regionalen Investoren Hoff (Gronau) und List (Nordhorn) sah die Schaffung eines neuen Innenstadt-Quartiers im Bereich des ehemaligen Hertie-Areals und des heutigen Kurt-Schumacher-Platzes vor. Geplant waren drei separate Baukörper, für die eine Nutzung aus Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Wohnen vorgesehen war.

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