Panisch-theologische Zeitreise
Zwei Deutsche für ein Halleluja

Gildehaus -

Was haben der fromme Reformator Martin Luther und der coole Rocker Udo Lindenberg gemeinsam? Viel, meint Uwe Birnstein. Als Theologe und Publizist ist er beiden begegnet.

Dienstag, 09.04.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 11:50 Uhr
Luther und Lindenberg: Zu einer musikalischen Zeitreise mit Texten und Bildern laden am 17. Mai Autor Uwe Birnstein und Musiker Werner Hucks nach Gildehaus ein.
Luther und Lindenberg: Zu einer musikalischen Zeitreise mit Texten und Bildern laden am 17. Mai Autor Uwe Birnstein und Musiker Werner Hucks nach Gildehaus ein. Foto: Veranstalter

Was haben der fromme Reformator Martin Luther und der coole Rocker Udo Lindenberg gemeinsam? Viel, meint Uwe Birnstein. Als Theologe und Publizist ist er beiden begegnet. Dem Mönch Martin bei seinen Studien für Reformationsbücher; Panik-Udo in Liedern und intensiven Gesprächen über Gott und die Welt. Birnstein und der Musiker Werner Hucks laden am 17. Mai ab 19.30 Uhr zu einem panisch-theologischen Abend in die evangelisch-reformierte Kirche in Gildehaus ein. Veranstalter sind die Kirchengemeinde und das Eylarduswerk.

Bemerkenswerte Ähnlichkeiten stellt Birnstein zwischen Luther und Lindenberg fest. Nicht nur, weil beide dem Volk aufs Maul schauen und mit ihren genialen Sprachkünsten die deutsche Seele erreichen.

Der Hoffnungslosigkeit mit einem frischgepflanzten Apfelbäumchen zu trotzen – diese Botschaft des Reformators hat sich dem erfolgreichen wie von Lebenskrisen durchrüttelten Rocksänger tief ins Herz geprägt. 500 Jahre nach der Reformation übersetzt Lindenberg die Botschaft Luthers auf originelle wie feinsinnige Weise in die Gegenwart und ist überzeugt: „Hinterm Horizont geht’s weiter!“

Birnstein nimmt das Publikum mit auf eine unterhaltsam-tiefsinnige Zeitreise durch die deutsche Pop-Kultur. Sein Resümee: Luther und Lindenberg sind Seelengefährten. Nicht nur, weil sie die derbe Sprache und die Lebenslust lieben. Sondern auch, weil sie standhaft dem Kommerz, falschen Religionen und fataler Resignation die Stirn bieten: „Keine Panik – ein feste Burg ist unser Gott!“ Und ist Udo Lindenbergs Spruch: „Ich mach mein Ding, egal, was die andern sagen“ nicht nur eine neue Formulierung von Martin Luthers Haltung: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“?

Werner Hucks spielt dazu Bearbeitungen von Lutherliedern und Lindenberg-Songs, von „Verleih uns Frieden gnädiglich“ bis „Sonderzug nach Pankow“, von „Ein feste Burg“ bis „Hinterm Horizont geht’s weiter“.

Birnstein, Jahrgang 1962, arbeitet als Theologe und Publizist seit 20 Jahren für Printmedien, Hörfunk und Fernsehen. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, auch zu Themen und Persönlichkeiten der Reformation. Musiker Hucks, Jahrgang 1962, ist seit Anfang der 1980er Jahre als Konzertgitarrist und Studiomusiker aktiv.

Karten für die Veranstaltung gibt es für zehn Euro an der Abendkasse.

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