Fridays for Future
„Wir kämpfen für unsere Zukunft“

Gronau -

Von wegen Unterrichtsausfall: Die Inhalte von gleich drei Schulfächern trugen am Freitag rund 70 Gronau Schüler im Rahmen der Aktion „Fridays for Future“ auf die Straße. Sie demonstrierten, um Politiker zu den dringend notwendigen Schritten im Kampf gegen den Klimawandel aufzufordern

Freitag, 12.04.2019, 19:20 Uhr
Rund 70 Schülerinnen und Schüler nahmen am Freitag an der Demonstration im Rahmen der Aktion „Fridays For Future“ teil und setzten sich für einen aktiveren Klimaschutz ein.
Rund 70 Schülerinnen und Schüler nahmen am Freitag an der Demonstration im Rahmen der Aktion „Fridays For Future“ teil und setzten sich für einen aktiveren Klimaschutz ein. Foto: Klaus Wiedau

Von wegen Unterrichtsausfall: Die Inhalte von gleich drei Schulfächern trugen am Freitag rund 70 Gronau Schüler im Rahmen der Aktion „ Fridays for Future “ auf die Straße. Sie demonstrierten, um Politiker zu den dringend notwendigen Schritten im Kampf gegen den Klimawandel aufzufordern. Politik und Erdkunde verbanden die Schüler dabei mit Gymnastik: Beim Skandieren des Slogans „Rauf mit dem Klimaschutz – runter mit der Kohle“ gab es zudem dutzendweise Kniebeugen in der Neustraße und vor dem Rathaus.

Carl-Jost Köhler und Danilo Filipe hatten diese dritte Demonstration organisiert, an der Schüler des Gymnasiums, der Realschule und der Gronauer Gesamtschule teilnahmen. Die Gesamtschüler der 9D rückten gleich in Klassenstärke und mit Lehrer an. „Wir haben gerade Klassenstunde und verbinden das mit einem Unterrichtsgang“, so der Pädagoge (der namentlich nicht genannt werden wollte) gegenüber den WN. Klimawandel und die aktuellen Schülerproteste seien ohnehin gerade Themen in Erdkunde und Politik: „Da bot es sich an, das miteinander zu verbinden“. so der Lehrer. Der Unterrichtsausfall halte sich mit einer halben Schulstunde in Grenzen, nach der Demo sei ohnehin unterrichtsfrei. Im Übrigen: „Wir haben an der Schule ein sehr junges Kollegium – und die Lehrer stehen auch dahinter“, machte der deutlich.

„Wir müssen auf unsere Bildung verzichten, um die Verantwortlichen wach zu rütteln, weil sie ihre Arbeit nicht machen“, so Carl-Jost Köhler in seiner Ansprache zu Beginn der Demo. Und: „Wir wollen ein Umdenken in der Gesellschaft bewirken, Wir wollen unser eigenes Konsumverhalten ändern“, fügte er hinzu. Vor dem Rathaus richtete Vicky Weiss, (Gesamtschule) Kritik an die Politik: „Wir müssen das ausbaden, was die Erwachsenen nicht hinbekommen haben. Wir sagen Stop und kämpfen für unsere Zukunft.“

Bürgermeister Rainer Doet­kotte hieß die Schüler vor dem Rathaus willkommen. Es sei richtig, dass sie ihren politischen Willen nach außen tragen, machte er deutlich. Auch in der Sache gab er ihnen recht: „Wir müssen vieles überdenken – und damit auch im Kleinen anfangen.“ Gleichzeitig rief er dazu auf, das Anliegen nach Europa zu tragen. Die Europawahl am 26. Mai biete – zumindest für die 18-Jährigen – eine gute Gelegenheit.

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